Dax strebt vor Trump-Putin-Treffen weiter aufwärts - US-Preisdaten bremsen nur kurzzeitig

Der Dax hat am Donnerstag klar an die Gewinne des Vortages angeknüpft. Bis zum Handelsschluss legte der Leitindex um 0,79 Prozent auf 24.377 Punkte zu. Damit schloss der Index in der Nähe der Tageshochs. Zudem rückt das Rekordhoch von 24.639 Punkten näher.
In der zweiten Reihe verbesserte sich der Mittelwerte-Index MDax um 0,63 Prozent auf 31.118 Punkte. Für den Euroraum-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0.78 Prozent aufwärts.
Überraschend stark steigende Produzentenpreise in den USA bremsten den Index dabei am Nachmittag nur zeitweise aus. Die Prognosen für eine Zinssenkung durch die Fed fielen nach den Daten, allerdings erwartet der Markt weiterhin mehrheitlich eine Absenkung im September. Sinkende Zinsen sind tendenziell positiv für Aktien.
Markt preist bereits konstruktives Treffen zwischen Trump und Putin ein
Unterdessen blicken die Anleger auf das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin am Freitag. Trump will den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine so rasch wie möglich beenden und fordert eine Waffenruhe.
Unter vier Augen will er sich einen Eindruck davon verschaffen, ob Putin bereit ist zu einem Waffenstillstand und perspektivisch zu einem Frieden - und unter welchen Bedingungen. Russland unterdessen hat bislang immer wieder deutlich gemacht, dass es die annektierten ukrainischen Gebiete nicht hergibt und auch in seiner Verfassung als neue Regionen verankert hat.
"Die Erwartungen sind hoch, und die Börsen dürften bereits ein sehr positives Szenario eingepreist haben", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Bis allerdings die wirtschaftlichen Auswirkungen eines positiven Treffens sichtbar würden, sieht Altmann noch viel Zeit vergehen, da dies vor allem im Zuge des Wiederaufbaus der Ukraine der Fall sein werde.
RWE rutschen nach Zahlen ans Dax-Ende
Auf Unternehmensseite rückte im Dax unterdessen der Energieversorger RWE in den Fokus, dessen Aktie als Schlusslicht 2,8 Prozent einbüßte. Zwar wurden die Jahresziele und auch die mittelfristigen Ziele bestätigt, doch die durch die Bank schwachen Halbjahreszahlen verschreckten.
Vonovia stiegen um 2,1 Prozent. Der Wohnimmobilienkonzern profitierte wie die gesamte Immobilienbranche von Hoffnungen auf Zinssenkungen in den USA im September. Diese war zuletzt durch Inflationsdaten und einen schwachen Arbeitsmarkt deutlich gestiegen.
Im MDax verbuchten Thyssenkrupp und Hellofresh starke Verluste, nachdem sie pessimistischer für das Gesamtjahr wurden. Das Papier des Industrie-Unternehmens büßte 8,8 Prozent ein, das des Kochboxen-Lieferanten sackte sogar um 15,5 Prozent ab.
Talanx dagegen zählten mit plus 3,3 Prozent zu den Spitzenwerten im MDax, nachdem der Versicherer trotz der verheerenden Brände in Kalifornien einen Rekordgewinn im ersten Halbjahr meldete und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr anhob.
Im SDax stachen Grenke nach vorgelegten Zahlen mit plus 7,3 Prozent positiv hervor. Energiekontor legten nach Zahlen sogar um 12,5 Prozent zu und Adesso sprangen um 13,9 Prozent hoch. Beim Leasingspezialisten lobte Warburg das Portfolio-Wachstum. Der Projektentwickler und Betreiber von Energieversorgungsanlagen aus erneuerbaren Energien meldete ein deutliches Gewinnwachstum im ersten Halbjahr und dem IT-Dienstleister Adesso bescherte eine hohe Nachfrage nach Beratung und Softwareentwicklung ein überraschend starkes zweites Quartal.
Dollar profitiert von Preisdaten, Euro verliert
Der Euro geriet unter Druck. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1660 US-Dollar gehandelt. Am Morgen hatte der Euro noch über 1,17 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1690 (Mittwoch: 1,1711) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,85543 (0,8538) Euro.
Die Erwartungen an rasche Leitzinssenkungen in den USA wurden am Donnerstagnachmittag etwas gedämpft. Dies stützte den Dollar, der zu vielen wichtigen Währungen zulegte. Die US-Erzeugerpreise sind unerwartet stark gestiegen. Die Preise, die Hersteller für ihre Waren verlangen, legten im Juli im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zu. Im Juni hatte die Rate bei 2,3 Prozent gelegen. Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg um 2,5 Prozent gerechnet.
Etwas schwächer zeigte sich auch Gold. Der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) gab um 0,72 Prozent auf 3.338 US-Dollar nach. In Euro gerechnet ging es um 0,2 Prozent nach unten. Damit verbleibt Gold nach den jüngsten Bewegungen aufgrund angeblicher Gold-Zölle in den USA in der Handelsspanne der vergangenen Woche.
(mit Material von dpa-AFX)






