Dax mit kleinem Plus - Gewinnmitnahmen bei US-Techs schrecken nur kurz auf

Der Dax hat zum Auftakt der Woche an den Erholungskurs der vorigen Handelstage angeknüpft und die Verluste des Freitags wieder ausgeglichen. Zwischenzeitlich sank der Index zwar ins Minus, bis zum Handelsende gelang aber noch der Sprung zurück in die Gewinnzone.
Letztlich schloss der Dax 0,18 Prozent höher bei 24.229 Punkten. Der MDax rückte um deutlichere 0,85 Prozent auf 30.214 Zähler vor, während der Euro Stoxx 50 0,56 Prozent hinzugewann.
Die zwischenzeitlichen Verluste beim Dax resultierten aus einer trüberen Stimmung an den US-Börsen. Dort strichen die Anleger am Montag bei Tech-Werten erneut Gewinne ein. Marktexperte Andreas Lipkow sprach von einem sehr ausgedünnten Handel, der die abwartende Haltung vieler Anleger reflektiere. Es werde keinen Freifahrtschein für den Dax zum Erreichen des bisherigen Rekordkursniveaus geben, denn die Verkaufsneigung jenseits der Marke von 24.400 Punkten sei zu groß.
Zudem sei das weitere Kurspotential durch die mäßigen Gewinnaussichten der Unternehmen im Jahr 2026 gedeckelt. "Solange sich keine erkennbaren auffallenden Konjunkturindikationen zeigen, werden die Investoren weiterhin sehr selektiv am Gesamtmarkt vorgehen", glaubt Lipkow.
In der neuen Börsenwoche dürften sich die Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht fokussieren, der am Dienstag für Oktober und November nachgeholt wird. Wegen des wochenlangen Regierungsstillstands hatte die US-Notenbank Fed zuletzt im Dunkeln getappt, was die Situation am Jobmarkt betrifft. Neben dem Eindämmen der Inflation ist die Vollbeschäftigung das zweite entscheidende Ziel der amerikanischen Währungshüter.
Friedengespräche in Berlin: Rüstungsaktien fallen
Aus Branchensicht steht angesichts der andauernden Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine erneut der Rüstungssektor im Mittelpunkt des Interesses. Das diplomatische Ringen um ein mögliches Ende des Ukraine-Krieges ging in Berlin auf höchster Ebene weiter. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die vom Sondergesandten Steve Witkoff angeführte US-Delegation setzten ihre intensiven Gespräche fort.
Die US-Seite hatte sich am Sonntagabend nach mehrstündigen Gesprächen mit der ukrainischen Delegation im Kanzleramt positiv geäußert. Es seien "viele Fortschritte" erzielt worden, schrieb Witkoff. Die ukrainische Seite wiederum bezeichnete die Gespräche als "konstruktiv und produktiv" bezeichnet. "Wir hoffen bis zum Ende des Tages ein Abkommen zu erreichen, das den Frieden näher bringt", schrieb der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow auf X. Dies sorgte am Montag für Belastung unter den deutschen Rüstungswerten. So verbuchten die Aktien von Renk, Hensoldt und Rheinmetall zuletzt Verluste zwischen 0,3 und 2,8 Prozent.
Tui weiter auf Erholungskurs
Die Anteilsscheine von Tui setzten ihre jüngste Erholung am Montag mit einem Kursplus von 8,4 Prozent beschleunigt fort. Damit standen sie an der MDax-Spitze und erklommen den höchsten Stand seit Anfang September. In der Vorwoche hatten ordentliche Jahreszahlen nebst Ausblick und die angekündigte Wiederaufnahme der Dividendenzahlung die Kurswende eingeleitet.
Die Aktien von Fraport knüpften dagegen mit minus 1,5 Prozent an ihre Talfahrt vom Freitag an. Die US-Investmentbank Morgan Stanley und das Analysehaus MWB Research senkten ihre Kursziele. Der Wirtschaftsplan für 2026 weise auf erhebliche Kostenbelastungen hin, die zu einem starken Gewinnrückgang des Flughafenbetreibers führen dürften, vermutet MWB-Analyst Oliver Wojahn.
Gold hält sich bei 4.300 US-Dollar
Der Euro legte etwas zu. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1761 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1753 (Freitag: 1,1731) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8508 (0,8524) Euro
Die Kursausschläge hielten sich in Grenzen. Es wurden nur wenige Konjunkturdaten veröffentlicht. So hatte sich die Stimmung in der Industrie in der Region New York im Dezember deutlich eingetrübt.
Gold rutschte nach zwischenzeitlichen Gewinnen in die Verlustzone, hielt sich aber dabei nahe an der jüngst wieder zurückeroberten Marke von 4.300 Dollar. Zuletzt kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) 0,1 Prozent weniger bei 4.298 Dollar. In den Wochen zuvor hatte der Preis sich eng um die 4.200-Dollar-Marke bewegt, nachdem er im Oktober zeitweise auf fast 4.400 Dollar gestiegen war. In Euro gerechnet rutschte der Preis mit minus 0,3 Prozent am Montag etwas stärker ab.
(mit Material von dpa-AFX)


