Kolumne von Alexander Mayer

Wieso 2026 ein gutes Krypto-Jahr werden könnte

decentralist.de · Uhr

Die Kursentwicklung von Kryptowährungen war im vergangenen Jahr enttäuschend. Wieso sich das jetzt ändern könnte und wer davon am meisten profitieren dürfte.

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Bitcoin
Quelle: onvista

Im vergangenen Jahr hat sich der Finanzmarkt sehr zentriert entwickelt. Wenn man zwei große Gewinner aus 2025 benennen soll, dann waren es der Goldpreis und die Kursentwicklung der großen US-Tech-Werte, die, bedingt durch das Narrativ "Künstliche Intelligenz" (KI), die Kursentwicklung des S&P 500 getragen haben. Für die breiteren Aktienmärkte, Bitcoin und kleinere Kryptowährungen ("Altcoins") war das Jahr 2025 hingegen weniger gut. Der Krypto-Sektor hat das Jahr sogar mit einem Minus abgeschlossen.

Langfristig gesehen hängt die Kursentwicklung von Gold, Tech-Aktien und Bitcoin stark von der Liquiditätsentwicklung ab – also der Frage, wie viel Geld im Finanzsystem steckt. Während Bitcoin diese im Jahr 2025 „ehrlich“ abgebildet hat, konnten sowohl die großen Tech-Werte als auch der Gold-Preis sich teilweise von den Druckfaktoren auf die Liquiditätsentwicklung im wichtigsten Finanzmarkt USA abkoppeln.

Gold ist als Krisenschutz aufgeblüht

Der Gold-Kurs wurde weniger durch Interesse von Privatanlegern, sondern viel mehr durch eine hohe institutionelle Nachfrage angetrieben. Zentralbanken weltweit haben ihre Goldkäufe ausgeweitet. Das liegt an den wachsenden geopolitischen Unsicherheiten und der Aufweichung der bisher geltenden Regeln.

Unter anderem die Konfiszierung der russischen Vermögenswerte durch die USA im Zuge des Ukraine-Krieges hat viele Länder aufgescheucht und zu einem wachsenden Misstrauen in US-Staatsanleihen als sichere Anlageklasse geführt. Gold rückt als Alternative ohne Gegenpartei-Risiko ins Rampenlicht.

Tech-Werte profitieren weiter vom KI-Narrativ

Tech-Werte, besonders diese im Zusammengang mit KI, profitieren derzeit ebenfalls von geopolitischen Faktoren. Es findet ein zunehmendes Wettrüsten im KI-Bereich statt, besonders zwischen den USA und China, da eine Vormachtstellung in diesem Sektor sowohl wirtschaftliche als auch direkte militärische Macht verspricht.

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Aufgrund dessen haben US-Tech-Werte stark durch staatliche Förderungen profitiert. Durch Wachstumsfantasie angespornte Kredite, Subventionen und politische Rückendeckung haben die schwächere Liquiditätsentwicklung für KI-Werte mehr als ausgeglichen.

Bitcoin muss sich im freien Markt durchsetzen

Auch wenn die aktuelle US-Regierung unter anderem eine strategische Bitcoin-Reserve versprochen und zumindest einige positive Regulierungen des Krypto-Sektors vorgenommen hat, fehlt die direkte finanzielle Unterstützung. Zentralbanken kaufen kein Bitcoin, ebenso wenig wie die US-Regierung. Das setzt Bitcoin der Liquiditätsentwicklung deutlich direkter aus.

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Und diese war 2025 recht verhalten. Die Reverse Repo Facility, ein Instrument der US-Notenbank Fed zur Steuerung überschüssiger Liquidität im Bankensektor, wurde schon 2024 geplündert und ist bis Herbst 2025 komplett entleert worden. Die Korrelation ist dabei beeindruckend genau, da Bitcoin ebenfalls um diese Zeit sein bisheriges Preis-Plateau in diesem Zyklus gefunden hat.

Der erneute Streit um die US-Schulden-Obergrenze, das Wiederauffüllen des Treasury General Accounts und der zeitweilige Stillstand der amerikanischen Regierungsgeschäfte, der zu einem Ausgabestopp der US-Regierung im vierten Quartal 2025 geführt hatte, hat sein Übriges zur negativen Liquiditätsentwicklung beigetragen.

Wendet sich nun das Blatt?

Der Jahreswechsel hat nun jedoch das Fundament für eine deutlich bessere Liquiditätsentwicklung in diesem Jahr aufgebaut. Viele Druckfaktoren sind weggefallen. Die US-Regierung macht wieder fleißig Schulden und gibt Geld aus. Die US-Notenbank hat eine 180-Grad-Drehung vollzogen, kauft nun wieder Anleihen und senkt seit dem vierten Quartal 2025 die Zinsen. Spätestens ab dem zweiten Halbjahr 2026 kann sich die geldpolitische Lockerung und Deregulierung des Bankensektors mit größerer Dynamik fortsetzen, da ein Führungswechsel bei der Federal Reserve ansteht.

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Diese Situation liefert das Fundament für eine Kapitalrotation. Das KI-Narrativ ist zwar noch lange nicht zu Ende erzählt, jedoch besteht aktuell Spielraum für Gewinnmitnahmen und eine Rotation in unterbewertete Risikoanlagen. Der Goldpreis kann weiterhin steigen, da der Wunsch nach Absicherung groß bleiben dürfte. Doch auch hier besteht Spielraum für Gewinnmitnahmen.

Das große Aufholpotenzial könnte daher sowohl im Krypto-Sektor als auch bei kleineren Aktien beziehungsweise dem breiteren Aktienmarkt jenseits von Tech-Werten liegen. Sowohl Bitcoin als auch der US-Smallcap-Index Russell 2000 haben eine starke Jahreseröffnung hingelegt und geben erste Anzeichen dieser Kapitalrotation. Der Altcoin-Sektor liegt weiter entlang des Risiko-Spektrums und bleibt zudem sehr abhängig von Bitcoin als Zugpferd. Doch auch hier lässt sich der Ansatz eines Ausbruchs erkennen.

Sollte sich die Liquidität weiter positiv entwickeln und sich in Folge auch durch eine Verbesserung der konjunkturellen Lage und höheren Risikofreude bemerkbar machen, besteht das Potenzial einer größeren Kapitalrotation aus Gold, Tech-Werten und auch festverzinslichen Anlagen, da die Zinsen perspektivisch weiter sinken werden und Risikoanlagen in Relation wieder deutlich attraktiver werden. In US-Geldmarktfonds schlummert derzeit eine Rekordsumme von über acht Billionen Dollar, von denen ein Teil umgeschichtet werden kann, sollten die Zinsen 2026 weiter fallen.

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