Dax rutscht weiter ab - Silberpreis bricht ein

Ein turbulenter Tag an den Märkten: Donnerstag fielen die Kurse vieler Anlageklassen gleichermaßen. Ob Aktien, Edelmetalle oder Bitcoin - fast überall ging es bergab. Einzig bei Anleihen signalisierten leicht fallende Umlaufrenditen steigende Kurse.
Der deutsche Leitindex Dax schüttelte immerhin einen Teil der Verluste zum Handelsende hin ab und schloss so 0,46 Prozent tiefer bei 24.491 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 0,29 Prozent auf 31.434 Punkte ein. Der Euro Stoxx 50 sank um 0,75 Prozent.
Der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag brachte keine Impulse. Die Notenbank ließ den Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent und bleibt damit abwartend. Da es zu keinen Zinsänderungen kam und die anschließende Pressekonferenz ebenfalls wenig Überraschungspotenzial bot, nähmen Investoren lieber Gewinne mit und positionierten sich an den Seitenlinien, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow. Schwache Signale vom US-Arbeitsmarkt setzten die Kurse zusätzlich unter Druck.
Silber erneut mit starkem Verlust, Gold ebenfalls schwächer
An den Edelmetallmärkten bleibt nach einer langen Rekord-Rally und anschließender scharfer Korrektur die Lage angespannt. Jochen Stanzl, Marktanalyst bei der Consorsbank, sprach vom "Edelmetall-Blues". Die Angst vor einer Silber-Schockwelle kehre zurück.
Tatsächlich brach der Silberpreis auch erneut ein. Nach einem rekordhohen Verlust von rund 30 Prozent am Freitag der Vorwoche stürzte Silber am Donnerstag nochmals um über 15 Prozent ab. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete damit 75,92 US-Dollar. Der Verlust in Euro fiel ähnlich hoch aus. Praktisch sind damit bei Silber die Jahresgewinne aufgezehrt.
Etwas besser hielt sich Gold, wenngleich es auch hier klar bergab ging. Zum Handelsschluss in Frankfurt notierte der Unzenpreis 3,6 Prozent tiefer bei 4.826 US-Dollar. Der Verlust in Euro betrug ebenfalls minus 3,6 Prozent. Üblicherweise profitieren Gold und zu einem geringeren Teil auch Silber von zittrigen Aktienkursen, gelten sie doch als "sicherer Hafen" für Anleger. Jedoch überschlugen sich die Gewinne zuletzt, die Rekordrally mündete deshalb in einem für die Edelmetalle untypischen, scharfen Abverkauf.
SAP-Kurs erholt sich nach Tech-Abverkauf etwas
Im Techsektor erholten sich die Aktienkurse indes etwas. Die Aktien von SAP etwa gewannen im Dax knapp 1,4 Prozent. Anleger hinterfragen gleichwohl die hohen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI) immer stärker. Jüngstes Beispiel ist die Google-Mutter Alphabet, die im Wettlauf der KI-Entwickler die Ausgaben in etwa verdoppelt.
Die Aktien von Siemens Healthineers starteten nach dem Quartalsbericht fest, doch der Schwung ließ rasch nach. Zuletzt pendelten die Titel um die Nulllinie herum.
Rüstungswerte wie Rheinmetall gaben unter dem Eindruck fortdauernder Ukraine-Gespräche nach. Bei Rheinmetall machen sich Anleger aber vor allem Sorgen, dass die Erwartungen an 2026 zu hoch sein könnten. Die Anteile sackten am Dax-Ende um mehr 6,8 Prozent ab. Die Kursgewinne im laufenden Jahr sind damit aufgezehrt.
Autowerte setzten Anleger ebenfalls auf den Verkaufszettel. Schwache Quartalszahlen von Volvo Cars galten als Auslöser dafür. Im Dax lagen Volkswagen, BMW und Mercedes auf den hinteren Plätzen mit Abschlägen zwischen 2,6 und 3,6 Prozent.
Rational-Aktien legten im MDax um mehr als zwölf Prozent zu. Der Großküchenausstatter übertraf mit Geschäftszahlen die Erwartungen. Das Schlussquartal verlief stark. Aurubis verloren indes nach Quartalszahlen und ihrem jüngsten Rekordlauf gut drei Prozent. Hier achten Anleger auch besonders auf die Entwicklung des Kupferpreises.
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(mit Material von dpa-AFX)



