Dax legt nach US-Inflationsdaten etwas zu - Siemens nährt sich SAP

Günstige Inflationsdaten aus den USA haben dem Dax am Freitag zu moderaten Gewinnen verholfen. Allerdings blieb der deutsche Leitindex auf Abstand zur runden 25.000-Punkte-Marke, an deren Überwindung er im Laufe der Woche immer wieder gescheitert war. Der Leitindex schloss 0,25 Prozent höher bei 24.914 Zählern. Dies ergibt ein Wochenplus von 1,8 Prozent. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann am Freitag 0,60 Prozent auf 31.299 Punkte. Der Euroraum-Leitindex Euro Stoxx 50 verlor knapp 0,4 Prozent.
In den USA hat sich die Inflation zu Beginn des Jahres überraschend deutlich abgeschwächt. Der Ökonom Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sprach daher von "Entspannung an der Inflationsfront". Er geht zwar davon aus, dass die Notenbanker nicht unmittelbar unter Handlungsdruck stehen. Auf Sicht der kommenden Monate hält er die Zinssenkungserwartungen aber für unterstützt.
Laut der Helaba würde aus technischer Sicht erst ein nachhaltiges Überwinden der 25.000er-Schwelle im Dax den Weg zur Bestmarke von knapp 25.508 Punkten frei machen. Neben den geldpolitischen Aussichten sorgt derzeit aber auch die Angst vor Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz in einigen Branchen für Nervosität. Analyst Christian Henke vom Handelshaus IG sieht in einer anziehenden Volatilität "ein klassisches Warnsignal für die Börsen".
Siemens-Aktie nähert sich Platz eins im Dax
Nachdem Siemens am Vortag zeitweise wieder mit SAP um den Platz als wertvollstes Dax-Unternehmen gestritten hat, musste der Siemens-Kurs am Freitag um die Auszahlung der Dividende bereinigt werden. Mit einer Erholung um 1,4 Prozent festigte die SAP-Aktie wieder etwas ihren Vorsprung. Noch stärker erholt zeigte sich der zuletzt von KI-Sorgen belastete Titel der Deutschen Börse, die nach Handelsschluss mit fünf Prozent Plus die Dax-Spitze einnahm.
Positiv im Rampenlicht standen auch die vier Prozent höheren MTU-Aktien sowie jene von Airbus mit ein Prozent Plus. Sie erhielten Rückenwind von starken Resultaten und einem optimistischen Ausblick des französischen Triebwerkbauers Safran. Mit Rheinmetall setzten Anleger im Angesicht der Münchner Sicherheitskonferenz auch wieder auf Rüstungswerte.
Jenoptik steigt an
Die jüngste Kursrally von Jenoptik hat am Freitag nur vorübergehend einen Dämpfer erhalten. Nachdem die Anleger des Technologiekonzerns zunächst verschreckt auf überwiegend schwache Geschäftszahlen reagiert hatten, konzentrierten sich die Anleger schnell auf den positiven Ausblick und griffen auf niedrigerem Kursniveau wieder zu. Bis Handelsschluss drehte die Aktie in die Gewinnzone.
Am Abend stand bei den Aktien von Jenoptik ein Plus von etwa 2,4 Prozent auf 27,66 Euro zu Buche, während der Nebenwerteindex SDax um etwa 0,8 Prozent stieg. Zu Handelsbeginn waren die Jenoptik-Aktien noch um fast elf Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Januar gefallen.
Jenoptik will nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im vergangenen Jahr 2026 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Der Umsatz soll steigen und die Marge für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sich wieder verbessern. Für die wichtige Halbleiteranlagenindustrie erwartet der Technologiekonzern dabei eine grundsätzlich positive Entwicklung - unter anderem wegen der angekündigten massiven Investitionen in Rechenzentren.
Gold nahe der 5.000 Dollar-Marke
Am Freitag stieg der Goldpreis um etwa 1,6 Prozent und bewegte sich nahe der Marke von 5.000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Wirklich überschreiten konnte Gold diese Marke allerdings nur sehr kurz. Auch der Silberpreis legte nach einer positiven Woche noch einmal um ca. 3,5 Prozent zu. Damit liegt Silber in dieser Woche bereits 15 Prozent im Plus. Trotzdem bleibt der Silberpreis weiterhin weit entfernt vom Allzeithoch des vergangenen Monats.
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(mit Material von dpa-AFX)



