Dax Tagesrückblick 10.03.2026

Schwungvolle Erholung: Dax verbucht größtes Tagesplus seit fast einem Jahr

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Jemand geht vor dem Dax-Logo vorbei.
Quelle: Adobe.com/PhotoGranary

Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs sowie auf eine Entspannung am Ölmarkt haben den Dax am Dienstag phasenweise wieder über die 24.000-Punkte-Marke katapultiert. Letztlich schloss der deutsche Leitindex mit einem Plus von 2,39 Prozent bei 23.968 Punkten. Einen ähnlichen Tagesanstieg verzeichnete der Dax zuletzt im Mai 2025. Die Risikobereitschaft der Anleger stieß an der runden Marke jedoch an ihre Grenzen.

Weiterhin bewegte sich der Dax, der tags zuvor auf ein Tief seit Mai 2025 gesackt war, konträr zum Auf und Ab der Ölpreise. Am Montagmorgen war der Preis für die Rohöl-Sorte Brent zeitweise bis auf knapp 120 US-Dollar je Fass geklettert. Im Handelsverlauf hatte dann eine Gegenbewegung eingesetzt und sich nach dem europäischen Börsenschluss sowie auch am Dienstagmorgen beschleunigt.

Auslöser war, dass US-Präsident Donald Trump zunächst die Freigabe strategischer Ölreserven in Erwägung gezogen und Medien berichtet hatten, dass er auch eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland überdenke. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender CBS News hatte Trump schließlich den Iran-Krieg für "so gut wie beendet" erklärt.Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consors Bank blieb dennoch vorsichtig: "Die Gefahr für die Börsen ist nicht gebannt." Die Frage bleibe, ob der Iran derselben Meinung sei. Zudem gab es von Israel keine Bekräftigung der Aussagen Trumps, sondern nur den Kommentar des Außenministers Gideon Saar, dass "kein endloser Krieg angestrebt" sei.

Der MDax, der Index der mittelgroßen Werte hierzulande, ging mit plus 2,9 Prozent auf 29.723 Zähler aus dem Handel. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, gewann 2,7 Prozent auf 5.837 Zähler und auch an den Börsen in London und Zürich wurden Erholungsgewinne verbucht.

Volkswagen stellt bessere Profitabilität in Aussicht

Der Volkswagen-Konzern will nach dem herben Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Schritt für Schritt eine Verbesserung der Ertragskraft angehen. Dabei blieben die Wolfsburger mit ihren Zielsetzungen für die operative Marge unter den mittleren Expertenerwartungen. Im eigentlichen Geschäft abseits milliardenteurer Sonderlasten aus US-Zöllen und dem Umbau bei der einstigen Renditeperle Porsche machte der Konzern im Tagesgeschäft Fortschritte bei den Kosten. So soll es nach Vorstellung von Konzernchef Oliver Blume weitergehen - allzu konkret wurde er bei angedachten weiteren Einsparungen aber nicht. Die in den vergangenen Tagen arg gebeutelte Aktie legte trotzdem zu.

Die Aktie legte bis zum Abend rund drei Prozent auf 90,34 Euro zu. In den vergangenen Tagen war das Papier mit dem Aktienmarkt und dem steigenden Ölpreis infolge des Iran-Kriegs stark unter Druck geraten. Analyst Philippe Houchois vom US-Analysehaus Jefferies attestierte dem Konzern anhand der Resultate und des Ausblicks grundlegende Fortschritte. Die prognostizierte Margenspanne für dieses Jahr sei angesichts der jüngsten Entwicklungen aber etwas breiter und niedriger ausgefallen als gemeinhin erwartet. Der Ausblick sei vorsichtig, urteilten die Experten von Goldman Sachs, doch die Ergebnisse der Massenmarken und der Gruppe um Audi seien überraschend gut.

Videoanalyse 10.03.2026
Volkswagen mit Gewinneinbruch - und das ist nicht der einzige Haken10.03.2026 · 14:30 Uhr · onvista
Volkswagen mit Gewinneinbruch - und das ist nicht der einzige Haken

Airbus liefert mehr Flugzeuge aus

Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus dreht bei den Auslieferungen kurz nach Jahresbeginn wie üblich nur langsam auf. Im Februar fanden 35 neue Verkehrsflugzeuge den Weg zu den Kunden, wie der Dax-Konzern in Toulouse mitteilte. Das waren zwar fast doppelt so viele wie die 19 Jets vom Januar. Um im Gesamtjahr auf die geplante Rekordzahl von 870 Maschinen zu kommen, müsste Airbus pro Monat im Schnitt jedoch 72,5 Flugzeuge ausliefern. Üblicherweise ziehen die Zahlen gegen Jahresende deutlich an.

Der Pharmawirkstoffforscher Evotec treibt seinen Umbau mit weiteren Kostensenkungen voran. Unter anderem mit dem Aufbau sogenannter "Exzellenzzentren", in denen Kernkompetenzen gebündelt werden sollen, wollen die Hamburger ihr Betriebsmodell grundlegend neu ausrichten. Dazu soll innerhalb der nächsten zwei Jahre die Zahl der Standorte nochmals schrumpfen, und zwar auf zehn, wie das Unternehmen am Dienstag in der Hansestadt mitteilte. Bis zu 800 weitere Stellen sollen wegfallen - dies wäre knapp ein Fünftel der Belegschaft. Die Aktie fiel bis zum Abend um knapp 13 Prozent.

Die Impfstoff-Pioniere und Biontech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci werden das in der Corona-Pandemie weltweit bekannt gewordene Unternehmen verlassen und ein neues gründen. Die Eheleute scheiden spätestens Ende 2026 aus, dann enden ihre aktuellen Dienstverträge, wie Biontech in Mainz mitteilte. Die Aktie verlor als Reaktion um etwa 20 Prozent an Wert.

Gold und Silber legen zu

Der Preis für die Krisenwährung Gold ist am Dienstagabend gestiegen. Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 5.233 US-Dollar. Auf Wochensicht bleibt der Goldpreis jedoch weiterhin im Minus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Silber. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) legte bis zum Abend um 2,5 Prozent auf 89,50 US-Dollar zu. Im Wochenvergleich notiert jedoch auch der Silberpreis weiterhin im Minus.

(mit Material von dpa-AFX)

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