Aktienmärkte: Die Chance nutzen oder lieber noch warten? Ein Blick in die Vergangenheit könnte bei der Entscheidung helfen

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Aktienmärkte: Die Chance nutzen oder lieber noch warten? Ein Blick in die Vergangenheit könnte bei der Entscheidung helfen

Wenn die Märkte so fallen, wie sie im Zuge der Coronakrise gefallen sind, dann ist der Gedanke an einen Einstieg zu stark reduzierten Preisen absolut nahe liegend. Die Krise und ihre Auswirkungen sind zwar enorm, aber die Welt wird daran höchstwahrscheinlich nicht zugrunde gehen. Im Gegenteil, Firmen mit nachhaltigen und lukrativen Geschäftsmodellen werden nach dieser Phase umso gefragter sein.

Die Kunst liegt jedoch im richtigen Einstiegszeitpunkt. Auch unter den Experten gibt es viele widersprüchliche Ansichten dazu. „Ich denke, dies ist eine vielleicht einmalige Gelegenheit, Aktien zu Schnäppchenpreisen zu kaufen“, sagt beispielsweise John Rogers, Vorsitzender von Ariel Investments gegenüber dem Nachrichtendienst CNBC. Bill Ackman, Leiter von Pershing Square und einer der bekanntesten US-Hedgefondsmanager, äußerte sich ebenfalls dazu - er habe seine Hedge-Positionen aufgelöst und die Gewinne genutzt, um neue Aktienpositionen einzugehen. Viele Fondsmanager folgen also der Börsenregel „kaufen, wenn die Kanonen donnern“.

Andrew Adams, Analyst bei Saut Strategy, hält ebenfalls für wahrscheinlich, dass zumindest vorerst ein Tiefpunkt erreicht worden ist und es damit noch Aufwärtspotenzial hin zu „neutraleren“ Bewertungsniveaus für Aktien gibt. Allerdings warnt er vor üblichen Verhaltensmustern der Märkte in der Phase eines Bärenmarktes. Tendenziell gebe es nach großen Markteinbrüchen wie wir ihn zuletzt erlebt haben öfter größere Rebounds, gefolgt von erneuten Tests des erreichten Tiefs oder sogar noch tieferen Tiefs.

Dies kann man sehr gut anhand der letzten Finanzkrise beobachten. Nach dem initialen großen Crash gab es mehrere starke Erholungsbewegungen, gefolgt von tieferen Tiefs. Laut dem Analysten können große Sprünge auch innerhalb eines anhaltenden Abwärtstrends auftreten. 2008 gab es den stärksten Abverkauf lange vor dem finalen Tief und wirklich am Boden war der Markt erst einige Monate später.

2008 war es ein bestimmtes Ereignis, dass die Märkte hat crashen lassen - die Pleite der Bank Lehman Brothers, verursacht durch faule Suprime-Kredite und die Blase am Immobilienmarkt. Die Krise jetzt ist natürlich komplett anderer Natur, doch gerade das könnte für weitere Rücksetzer sorgen.

Der erste Schock ist vorbei - Der Virusausbruch ist zur Pandemie geworden, die die Welt in Atem hält und große Teile der Wirtschaft lahmlegt. Das hat die Anleger dazu veranlasst, aus allem zu fliehen und ihr Heil in Liquidität zu suchen - daher auch die starke Aufwertung des US-Dollars. Die ersten Schäden für die Unternehmen dürften also bereits eingepreist sein. Die Notenbanken und Regierungen haben mit beispiellosen Hilfen reagiert und das sorgt für Hoffnung, dass die meisten, wenn auch nicht alle Unternehmen halbwegs lebendig durch diese Phase des künstlichen Komas kommen dürften. Der entscheidende Punkt ist jedoch, wie lange der Shutdown in den einzelnen Ländern anhalten muss, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Je länger sie dauert, desto größer der Schaden und desto größer das Bedürfnis nach weiteren Geldspritzen. Sollte sich dann auch die Erwartung - denn an den Börsen wird ja bekanntlich die Zukunft gehandelt - des eintreffenden Schadens weiter ausdehnen, kann es zu erneuten Kursstürzen kommen.

onvista-Redaktion

Foto: Min C. Chiu / Shutterstock.com

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