Back to the 50‘s?

Klaus Brune

Geschichte wiederholt sich nicht, heißt es so schön. Und doch lassen sich aus Erfahrungen der Vergangenheit durchaus Schlüsse für aktuelle Herausforderungen ziehen. Das gilt besonders an der Börse, wo die Charttechnik eine weit verbreitete Methode ist, vergangene Kursentwicklungen auf die Zukunft zu projizieren. Aber auch das Konjunkturumfeld kann Aufschluss darüber geben, wie es um die Entwicklung am Aktienmarkt bestellt ist.

Für einen historischen Vergleich mit der aktuellen Situation, die durch Zinssorgen und steigende Inflation bei gleichzeitiger Liquiditätsschwemme und der Hoffnung auf den wirtschaftlichen Post-Corona-Aufschwung gekennzeichnet ist, müssen wir aber ein ganzes Stück zurückschauen. Bis in die 1950er-Jahre. Doch der Blick lohnt sich, denn er verheißt Gutes, wie Didier Rabattu, Aktien-Chef beim Assetmanager Lombard Odier, weiß: Das damalige Umfeld war bis Mitte der 1960er-Jahre von einer wirtschaftlichen Expansion gekennzeichnet, die die Inflation übertraf, während Zentralbanken eine lockere Geldpolitik verfolgten. Aktien erhielten dadurch Rückenwind. Exemplarisch: Der S&P 500 kletterte von 1950 bis 1965 um beeindruckende 450%.

In diesem Ausmaß wird sich Geschichte kaum wiederholen. Dann würde der DAX im Jahr 2035 bei etwa 60.000 Zählern stehen. Dennoch zeigt der Blick in den Rückspiegel, dass zyklische Inflation im Zuge wirtschaftlicher Erholung üblich ist und dem Aktienmarkt mittelfristig keine Probleme bereiten muss. Mit einer Risikoprämie von 6% liegen US-Aktien derzeit über ihrer historischen Bandbreite. Viele Anleger haben die Chancen erkannt und in den vergangenen vier Monaten über 400 Mrd. US-Dollar in globale Aktienfonds investiert. Ein Zuwachs von 300% gegenüber dem vorherigen Viermonatshoch 2018. Auch der DAX hat gerade die Marke von 15.000 Punkten geknackt. Bleiben Sie bullish!

Haftungsausschluss:

Dieser Bericht ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen.

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Expertenprofil
Klaus Brune Klaus Brune Ressortleiter Börse PLATOW Verlag

Klaus Brune leitet seit Juli 2017 das Börsen-Ressort des PLATOW Verlags. Nach einem Studium der Amerikanistik in Frankfurt und Carbondale, lllinois (USA), berichtete er mehr als 20 Jahre auf Deutsch und auf Englisch über die internationalen Finanzmärkte. Bei der News Corp. war er zuletzt als Managing Editor für die deutschsprachige Redaktion von Dow Jones News verantwortlich, zuvor leitete er fast zehn Jahre lang als stellvertretender Redaktionsleiter das Reporternetzwerk des Unternehmens.

Bei der PLATOW Redaktion verantwortet er die beiden Publikationen „PLATOW Börse“ und „PLATOW Emerging Markets“. Im Fokus stehen dabei Aktien, welche sich im Normalfall durch ein bewährtes Geschäftsmodell, eine moderate Bewertung und einen stabilen Newsflow auszeichnen. Als Beimischungen werden auch „Fallen Angels“ mit starkem Kurserholungspotenzial oder kurzfristige Spekulationen mit entsprechend höherem Risiko eingesetzt. Mit seinem Redaktionsteam führt Klaus Brune jährlich mehrere hundert Hintergrundgespräche mit Vorständen und anderen Insidern börsennotierter Gesellschaften.

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