Corona-Zahlen steigen - Impftempo lässt weiter nach

Reuters

Berlin (Reuters) - Während die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland weiter steigt, nimmt das Impftempo deutlich ab.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 2089 neue Positiv-Tests. Das sind 633 mehr als am Freitag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,2 von 12,2 am Vortag. Trotz der Appelle zum Impfen von Kanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und vieler Ministerpräsidenten verlangsamt sich das Impftempo in Deutschland aber weiter: Am Donnerstag wurden 565.235 Personen geimpft - am Donnerstag vor einer Woche waren es noch 758.572. Auch die Einbindung der Haus- und Betriebsärzte, die zunächst auf die Lieferung von Impfstoff gedrängt hatten, haben das Tempo in den vergangenen Tagen nicht mehr erhöhen können. Länder und Kommunen wollen nun verstärkt Impfangebote im Alltag machen.

Am Donnerstag hatte Merkel davor gewarnt, dass sich Deutschland auf dem Weg in eine vierten Welle befindet. Spahn hatte davon gesprochen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im September auf über 400 und im Oktober auf über 800 steigen könnte, wenn das derzeitige Tempo bei den Neuinfektionen anhalte. Deshalb gibt es in Bund-Länder-Kreisen derzeit Vorbereitungen für eine neue Vereinbarung, ab welchen Grenzwerten künftig wieder Corona-Einschränkungen gelten sollen. Diese waren eigentlich frühestens erst wieder im Herbst befürchtet worden. Doch in vielen europäischen Ländern steigen die Zahlen bereits jetzt im Sommer stark an - auch wegen der ansteckenderen Delta-Variante, die sich vor allem über Großbritannien ausgebreitet hat. Großbritannien hat dennoch trotz sehr hoher Ansteckungszahlen am Montag fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben.

Spahn hatte darauf verwiesen, dass die Grenzwerte neu bestimmt werden müssten, weil sich durch den steigenden Anteil von Geimpften die Berechnung für eine mögliche Überlastung des Gesundheitssystems verändere. So war am Donnerstag die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten weiter auf 350 gefallen. Allerdings gibt es zu der Zahl der Neuinfektion immer eine Zeitverzögerung, weil gravierende Krankheitsverläufe erst zwei bis vier Wochen später auftreten. "200 sind das neue 50" hatte Spahn mit Blick auf die Inzidenz-Grenzwerten deshalb gesagt.

Angesichts steigender Corona-Inzidenzen und der Ausbreitung der Delta-Variante forderte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, mehr Schutzmaßnahmen für Schüler zu Beginn des neuen Schuljahres. Ziel müsse sein, tägliche Tests vor dem Unterrichtsbeginn zu ermöglichen, sagte er der Funke-Mediengruppe. So könne die Infektionsdynamik verringert und Wechselunterricht vermieden werden.

Intensivmediziner forderten erneut eine höhere Impfbereitschaft, um eine vierte Welle mit der hochansteckenden Delta-Variante besser unter Kontrolle zu halten. "Es ist das Wichtigste, dass sich möglichst viele vollständig impfen lassen. Das ist unser effektivstes Mittel gegen die Pandemie. Nur so lässt sich die vierte Welle abschwächen", sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung (Divi), Gernot Marx, der Funke-Mediengruppe. Vollständig geimpft sind in Deutschland inzwischen 48,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. 60,6 Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten. Das RKI hatte eine wünschenswerte Impfquote von 85 Prozent genannt - allerdings nicht bei der Gesamtbevölkerung, sondern für die Gruppe der 12- bis 59-Jährigen.

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