Dax: Leitindex bleibt im Seitwärtstrend gefangen – Angst vor Zinserhöhung aufgrund starker US-Arbeitsmarktdaten ++ BMW: Vorsicht trotz Gewinnsprung ++ Adidas: Starke Zahlen

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Die Rally im späten Donnerstagsgeschäft an den US-Börsen macht den Anlegern hierzulande auch ein wenig Mut. Erst kurz vor Handelsschluss zog das bekannteste US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial kräftig an und stieg sogar auf ein Rekordhoch.

Dax: Leitindex bleibt im Seitwärtstrend gefangen – Angst vor Zinserhöhung aufgrund starker US-Arbeitsmarktdaten ++ BMW: Vorsicht trotz Gewinnsprung ++ Adidas: Starke Zahlen

Dax bereits seit Wochen im Seitwärtstrend

Am Ende einer von starken Schwankungen geprägten ersten Maiwoche zeichnet sich aktuell für den Dax ein Gewinn ab. Allerdings geht der Trend – im Unterschied zur Wall Street – am deutschen Aktienmarkt aktuell nicht mehr aufwärts, seit Wochen schon pendelt der deutsche Leitindex zwischen etwa 14.800 Punkten und dem Rekordhoch von gut 15.501 Zählern auf und ab.

„Nach den Zinsdiskussionen in dieser Woche wird dem heutigen Arbeitsmarktbericht noch mehr Beachtung zuteil werden“, erwartet nicht nur Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Anleger und Analysten rechneten für den April nicht nur mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl, sondern auch mit dem bisher stärksten Stellenaufbau in diesem Jahr überhaupt.

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Je mehr Arbeit, desto wahrscheinlicher die Zinserhöhung?

„Je stärker der Bericht ausfällt, desto lauter dürften die Falken nach einer Straffung der Geldpolitik rufen“, vermutet Altmann jedoch. Im Börsenjargon werden als Falken Fed-Mitglieder bezeichnet, die sich für eine strengere Geldpolitik und damit auch eher für wieder höhere Zinssätze aussprechen, um die Inflation in Schach zu halten. Im Gegenzug dazu gibt es die so genannten Tauben, die eine lockerere Geldpolitik befürworten und die Zinsen niedrig halten wollen, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

Deutsche Wirtschaftsdaten positiv

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Produktion im März erstmals in diesem Jahr erhöht. Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 2,5 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg um 2,3 Prozent erwartet. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die Produktion um 4,3 Prozent niedriger.

Besonders in der Industrie stehen die Weichen auf Aufschwung: Ihre Produktionserwartungen sind aktuell so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der entsprechende Indikator stieg im April um 2,9 auf 33,1 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter Unternehmen mitteilte. Dies ist der höchste Stand seit 1991. „Die Auftragsbücher füllen sich, und es gibt immer noch Nachholbedarf nach dem Krisenjahr“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Nahezu alle Branchen kündigen Produktionssteigerungen demnach an. „Insbesondere die Elektronindustrie und die Automobilbranche wollen ihre Produktion stark ausweiten“, sagte Wohlrabe. Im März wuchs die Industrieproduktion allein um 0,7 Prozent ab. Beim Bau gab es nach dem Wintereinbruch nun einen Anstieg von 10,8 Prozent. Auch die Energieerzeugung legte zu, und zwar um 2,4 Prozent zum Vormonat.

Viele Werte ex Dividende gehandelt

Unter den Einzelwerten werden an diesem Tag zahlreiche Aktien ex Dividende gehandelt. Auch einige Quartalsberichte, etwa von den Dax-Konzernen Siemens und Adidas oder auch von Krones und Zeal Network aus dem SDax, werden im Fokus stehen. Der Autobauer BMW legt außerdem sein detailliertes Zahlenwerk vor.

Adidas mit kräftigem Wachstum

Der Sportartikelhersteller Adidas, der ein kräftiges Wachstum im ersten Quartal verzeichnete und auch seine Profitabilität deutlich verbesserte, gibt sich nun etwas optimistischer. Der Konzern erwartet nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen Zehner-Prozentbereich und damit das obere Ende seiner bisherigen Prognose. Bislang war im schlechtesten Fall einem Anstieg im mittleren Zehner-Prozentbereich gerechnet worden.  Auf Tradegate legten die Papiere um 4,5 Prozent auf 270,45 Euro zu und waren damit der größte Gewinner im Dax. In ihrem Fahrwasser gewannen die Papiere des Konkurrenten Puma knapp ein Prozent.

BMW bleibt vorsichtig – bestätigt Prognose trotz Gewinnsprung

Der Autobauer BMW bleibt angesichts der Risiken im Umfeld vorsichtig und hält trotz eines Gewinnsprungs im ersten Quartal an seiner Jahresprognose fest. Der Gewinn unterm Strich verfünffachte sich nahezu im Vergleich zum coronabedingt schwachen Vorjahresquartal auf 2,8 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Im wichtigen Automobilgeschäft legte die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern zudem wie bereits bekannt von 1,3 auf 9,8 Prozent zu und lag damit über dem fürs Jahr anvisierten Korridor von 6 bis 8 Prozent. Der Konzernumsatz kletterte um 15 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Doch im weiteren Jahresverlauf sei eine anhaltende Volatilität zu erwarten, hieß es von den Münchenern.

So geht BMW zwar mit fortschreitenden Impfungen von weniger Störfaktoren durch die Corona-Pandemie aus, sorgt sich aber dennoch um negative Auswirkungen und erwartet darüber hinaus weitere Belastungen durch höhere Rohstoffpreise. Rivale Daimler hatte für die Pkw- und Van-Sparte Mercedes-Benz seine Gewinnaussichten nach dem starken Jahresstart hochgeschraubt.

Siemens erhöht Jahresziele

Ein erneut angehobener Jahresausblick hat am Freitag die Aktien von Siemens vorbörslich nach oben getrieben. Auf Tradegate legten sie zuletzt um ein Prozent auf 141,48 Euro zu im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss am Vortag. Nach einem überraschend starken zweiten Geschäftsquartal soll der vergleichbare Umsatz 2020/21 nun um 9 bis 11 Prozent steigen. Bislang hatte Siemens hier ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Ausgeklammert bleiben Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe. Auch das Ergebnis nach Steuern soll deutlich höher ausfallen.

Die Analysten von JPMorgan und Goldman Sachs lobten die starken Zahlen und bekräftigten ihre Kaufempfehlungen. Der Technologiekonzern habe in fast allen Bereichen besser als erwartet abgeschnitten, schrieb etwa JPMorgan-Analyst Andreas Willi. Daniela Costa von Goldman Sachs sprach von einem weiteren Quartal, in dem die Erwartungen erneut „solide übertroffen“ wurden und hob auch die erneut hochgesetzten Jahresziele hervor.

Jungheinrich mit steigender Nachfrage und mehr Gewinn

Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich hat dank gut laufender Geschäfte zu Jahresbeginn deutlich mehr verdient. Dank der hohen Nachfrage nach Neufahrzeuge als auch Automatiksystemen stiegen die Bestellungen an, teilte der Konzern am Freitag in Hamburg mit. Demnach kletterte der Gewinn nach Steuern im ersten Quartal innerhalb eines Jahres um fast 60 Prozent auf 50,1 Millionen Euro. Die bereits vorläufig bekannt gegebenen Eckdaten bestätigten die Hamburger, ebenso wie die bereits angehobene Prognose.

Das Management kalkuliert für 2021 nun mit einem Umsatzanstieg auf 4 bis 4,2 Milliarden Euro. Zuvor wurden 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro erwartet. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern peilt das Unternehmen 300 bis 350 Millionen Euro an, nachdem bisher maximal 310 Millionen Euro auf dem Zettel gestanden hatten.

Krones schließt erstes Quartal besser ab als erwartet

Der Abfüll- und Verpackungsanlagenhersteller Krones ist besser ins Jahr gestartet als erwartet. Der Umsatz der ersten drei Monate sei verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zwar um 7,2 Prozent auf 874,6 Millionen zurückgegangen, teilte das im SDax notierte Unternehmen am Freitag in Neutraubling mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei fast doppelt so stark auf 76,5 Millionen Euro gefallen. Allerdings schnitt Krones bei beiden Werten besser ab, als Branchenexperten vermutet hatten.

Ende März hatte Krone seine Ziele für das laufende Jahr bekannt gegeben. Demnach stellt das Management eine Verbesserung der Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) auf 6,5 bis 7,5 Prozent in Aussicht, nachdem der Wert im Corona-Jahr 2020 um 1,7 Prozentpunkte auf 4 Prozent zurückgegangen war. Der Umsatz soll um 2,5 bis 3,5 Prozent steigen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: eamesBot / Shutterstock.com

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