Devisen: Euro fällt deutlich unter 1,13 US-Dollar

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Montag unter Druck geraten. Nach deutlichen Gewinnen am Freitag fiel die Gemeinschaftswährung zum Wochenstart bis auf 1,1258 Dollar zurück. Sie büßte damit etwa die Hälfte ihrer kräftigen Gewinne vom Freitag ein. Auslöser der starken Kursgewinne vor dem Wochenende war das Auftauchen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. An den Finanzmärkten waren die Anleger in Deckung gegangen und hatten Devisen großer Währungsräume wie den Euro angesteuert, von denen sie sich Sicherheit erhoffen.

Zu Wochenbeginn drehte jedoch die Stimmung. Die Rede war von einer Beruhigung nach der hektischen Aufregung am Freitag. "Nachrichten aus Südafrika, dass der Krankheitsverlauf mit der Omikron-Variante recht mild verläuft, sowie die recht kurze Anpassungszeit bei mRNA-Impfstoffen auf neue Virusvarianten sprechen gegen eine anhaltende Eskalation an den Märkten", kommentierte die Dekabank.

Inflationsdaten aus Deutschland belegten abermals den ungewöhnlich hohen Preisauftrieb, bewegten am Devisenmarkt aber kaum. Im November ist die Teuerung so hoch ausgefallen wie seit 29 Jahren nicht mehr. Bankvolkswirte kommentierten mit gemischten Gefühlen: Einerseits wird erwartet, dass sich die Inflation im kommenden Jahr wieder zurückbildet, da sie nicht zuletzt auf Corona-Sondereffekten basiert. Andererseits gehen viele Fachleute nicht davon aus, dass die Teuerung wieder das niedrige Niveau von vor der Pandemie erreichen wird.

Deutliche Kursverluste verbuchte einmal mehr die türkische Lira. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte seine Abneigung gegen ein straffe Geldpolitik. Seine Ansichten zu Zinsen und Inflation seien unverändert, erklärte er. Erdogan ist entgegen der herrschenden ökonomischen Lehre der Meinung, dass hohe Zinsen die Inflation anfachen anstatt sie zu dämpfen. Entsprechend befindet sich die türkische Notenbank trotz hoher Inflationsraten auf Zinssenkungskurs. Internationale Anleger verlieren deshalb zunehmend den Glauben in die Unabhängigkeit der Zentralbank und ziehen ihr Geld ab.

Der Euro-Referenzkurs konnte aus technischen Gründen zunächst nicht ermittelt werden. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1787 Dollar gehandelt. Das war etwa ein Dollar weniger als am Freitag./bgf/mis

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