Drei Fragen an Bernecker: Wie sehen die Chancen für S&T und Microsoft aus und kann die FED die Märkte überhaupt noch vor einem Bärenmarkt retten?

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In unserer heutigen Ausgabe fragen wir nach einer Einschätzung zu S&T und Microsoft, sowie einem Ausblick auf ein mögliches Negativszenario für die Märkte und was durch Geldpolitik noch abgefedert werden kann.

Drei Fragen an Bernecker: Wie sehen die Chancen für S&T und Microsoft aus und kann die FED die Märkte überhaupt noch vor einem Bärenmarkt retten?

onvista-Redaktion: Wir steuern auf den Herbst zu und die Märkte schweben weiterhin auf ihrem hohen Niveau, doch die Befürchtungen einer starken Korrektur werden unter manchen Marktbeobachtern lauter. Ein kleines Gedankenspiel dazu: Sollte es zu einer Korrektur oder schlimmer noch zu einem ausgewachsenen Bärenmarkt kommen, der uns ins nächste Jahr schickt – kann das mittels der Geldpolitik der FED und anderer Notenbanken, einmal gestartet, überhaupt verhindert werden? Hätte die FED die Macht dazu?

Nach 12 Jahren Geldschwemme, die demnächst ausläuft, geht es um die Verarbeitung und das Gleichgewicht der Märkte. Am amerikanischen Beispiel am besten nachvollziehbar: Die Bilanzsumme der Fed legte in den letzten 18 Monaten rd. 8 Bio. Dollar zu. Der größte Index der Welt, S&P, schaffte den gleichen Wertzuwachs. Die Wirtschaftsleistung der Amerikaner gewann nur etwa 2 Bio. Dollar (annualisiert). Diese Missverhältnisse bedürfen der Korrektur. Wie die Fed dies nun steuert, bedarf einer sehr sorgfältigen Pflege der öffentlichen Meinung und der politischen Ziele. Lässt sich ein Risiko einschätzen? Etwa 20% Korrektur ist der mittlere Wert, um den es geht. Mit der Bewertung der Unternehmen hat dieser Sachverhalt nichts zu tun. Nur im Falle eines Unfalls wäre eine andere Politik nötig, worüber zurzeit nicht diskutiert werden kann. Klar ist: Jeder gutgesteuerten Konsolidierung folgt stets der nächste Ansatz einer dynamischen Entwicklung in die Zukunft.

onvista-Redaktion: Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat zuletzt für S&T mit der möglichen Trennung des Digitalisierungsspezialisten vom Bereich IT-Service einen potenziellen Kurstreiber in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie die Chancen für S&T?

Die Überlegungen von Hauck & Aufhäuser sind nachvollziehbar. Grundsätzlich gilt: Unternehmen im Sektor IT sind gezwungen, ihre Kerngeschäfte zu konzentrieren, um schlagfertig zu sein. Im kleinteiligen deutschen Markt der Kunden gilt dies für alle Unternehmen dieser Art. Dass S&T eine Trennung von Digitalisierung und IT-Service vornimmt oder hierzu die Absicht hat, lässt sich gut nachvollziehen. Der Rahmen dazu ist: 1,4 Mrd. Euro Marktwert für einen Zielumsatz von 1,6 Mrd. Euro per 2022 und ein geschätztes KGV von 17 geben zweifellos Raum, dass bei einer Herauslösung oder Trennung der Geschäfte ein deutlich höherer Mehrwert geschaffen wird. Eine Spekulation darauf lässt sich also rechnen.

onvista-Redaktion: Microsoft hat angekündigt, die Dividende zu erhöhen und ein Aktienrückkaufprogramm über 60 Milliarden Dollar zu starten. Genug Anreiz für eine weitere Rally?

Microsoft hat einen Marktwert von zurzeit 2,25 Bio. Dollar. Alle Geschäftszahlen sind eindeutig positiv und stabil. Wenn Microsoft 60 Mrd. Dollar in die Hand nimmt, um Aktien zurückzukaufen, lässt dies zwei Schlüsse zu: Entweder man hat zu viel Geld in der Kasse und möchte den Aktionären etwas Gutes tun oder man sieht frühzeitig voraus, dass die weiteren Zuwachsraten in Umsatz und Gewinn an Dynamik verlieren. In diesen Fällen hilft ein Aktienrückkaufprogramm immer. Denn: Um nur 10 % Kursgewinn zu erreichen, sind gut 220 Mrd. Dollar nötig.

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