Kutzers Zwischenruf: Wer jetzt Angst kriegt, kann ja verstärkt ins Gold gehen

Hermann Kutzer

Mehr als 3 Prozent Kursrutsch des Dax innerhalb weniger Stunden - die Herde wird panisch! Es ist so gekommen, wie (in meiner letzten Kolumne) befürchtet: „Kann sein, dass sich die Börsen-Bären jetzt wieder aufrichten und nach dem heutigen Konjunkturindikator ihre Muskeln spielen lassen.“ Die Finanzexperten hatten es im Rahmen der jüngsten ZEW-Umfrage geahnt bzw. sich schon darauf eingestellt. Jetzt wieder verschärfte Maßnahmen durch den gestrigen Corona-Gipfel in Berlin, obwohl die Beschlüsse niemand so recht befriedigt haben. Und dann erschreckend hohe neue Infektionszahlen, die mancher Experten schon als Beginn der zweiten Welle betrachtet. Nicht vergessen: Die für eine Ausbreitung des Covid-19-Virus besonderes gefährliche kalte Jahreszeit beginnt gerade erst. Die große Euphorie der Spätsommermonate August und September verfliegt. Im Gegenzug steigt die (nie ganz verschwundene) Unsicherheit in der Wirtschaft und bei den Börsianern durch die stark steigende Zahl der Corona-Infektionen. Nebenbei belasten das unendliche Brexit-Drama und der Wahlk(r)ampf in den USA.

Beim Versuch eines Blicks nach vorn steht für alle Beteiligten der „Lockdown“ im Vordergrund, den niemand will und die Wirtschaft nur schwer beschädigt überstehen würde (Markus Söder: „Sind zweitem Lockdown näher, als wir wahrhaben wollen“). . Was aber, wenn sich die jetzt beschlossenen Schritte zur Eindämmung der Pandemie als zu kurz erweisen werden? Welche Folgen hätte dann die Erkenntnis, dass die Hoffnungsmeldungen der vergangenen Wochen über die baldige Einführung von Impfstoffen und Medikamenten deutlich verfrüht waren? Die Antworten mag jeder für sich finden, sie sind jedenfalls spekulativ.

Ich bleibe dabei: Vorsichtige unter Ihnen, geschätzte Anleger, sollten zumindest teilweise Gewinnmitnahmen und die Reduzierung ihrer Aktienpositionen erwägen. Zugleich bietet es sich an, neue Investments vorläufig auf physisches Gold zu konzentrieren - man kann Edelmetall in dieser Phase also für Tauschoperationen nutzen: raus aus Wertpapieren, rein ins Gold. Diese Empfehlung gilt natürlich nur für kurz- bis mittelfristige Anlagen, denn langfristig ändert sich nichts an der Attraktivität von Aktien.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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30.10.2020, 11:20, Deutsche Bank Indikation
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