Marktausblick Woche 3: Starker Start ins zweite Covid-Jahr

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Das Update zur Woche mit Dr. Martin Lück






BlackRock Marktausblick 12. Januar 2021


Die erste Woche des neuen Jahres verlief an den Aktienmärkten per saldo positiv. Um gut 2% lagen große amerikanische Indizes zum Wochenausgang im Plus, und auch in Europa hielten die Höchststände. Darüber hinaus sprechen der leicht rückläufige Goldpreis, ein deutliches Anziehen der Ölnotierungen (+8% binnen einer Woche) und sehr niedrige Renditen bei Bundesanleihen (weniger als -0,5% im Zehnjahresbereich) für eine robuste Risk-On-Positionierung vieler Investoren. Dies ist keineswegs selbstverständlich, denn der Blick auf das gerade begonnene 2021 bleibt zumindest diffus. Zwar vermittelt die Genehmigung von Impfstoffen gegen Covid-19 endlich konkrete Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie, gleichzeitig könnten weitere, noch ansteckendere Mutanten des Virus dafür sorgen, dass die Normalität trotz Lockdowns nicht so schnell zurückkommt wie erhofft. Gerade erst werden neue Sars-Cov-2-Varianten aus Japan und Brasilien gemeldet, und schon jetzt bereitet die in Großbritannien entdeckte Mutation B.1.1.7 Kopfzerbrechen. Gut möglich, dass die trotz Lockdowns weiter hohen Infektionszahlen darauf beruhen, dass B.1.1.7 auch hierzulande schon viel weiter verbreitet ist als bisher angenommen. Leider werden wir das so bald nicht wissen, denn nur bei einem minimalen Anteil (in Deutschland etwa einem von 900) der positiven PCR-Tests wird die dafür notwendige Genom-Sequenzierung durchgeführt. Es ist also denkbar, dass die Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens trotz fortschreitender Impfungen länger und schärfer greifen müssen als unter den bisherigen Szenarien meist unterstellt. Die wirtschaftliche Erholung wird dann länger auf sich warten lassen, und der Staat wird in der Zwischenzeit zu immer umfangreicheren Finanzhilfen gezwungen sein.

Bemerkenswert auch, dass vor allem die Aktienmärkte nicht stärker auf die politischen Ereignisse der letzten Woche in den USA reagiert haben. Und damit ist nicht primär der Sturm des Kapitols durch Trump-Anhänger gemeint, sondern die Stichwahlen für zwei Senatssitze in Georgia. Dass diese nämlich beide von den demokratischen Kandidaten gewonnen wurden und die Biden-Regierung damit über eine hauchdünne Mehrheit auch in der zweiten Kammer des Kongresses verfügen wird, ging im Schlachtenlärm und der Empörung über den Trump-Mob nahezu unter. Obwohl nun die Demokraten erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder Weißes Haus, Repräsentantenhaus und Senat unter ihrer Kontrolle und damit die Möglichkeit haben, Reformen wie etwa Steuererhöhungen durchzusetzen, kam es nicht, wie von Fox News angekündigt, zu einem Aktiencrash. Stattdessen scheint selbst bei Investoren, die von den Steuersenkungen der bisherigen Regierung profitierten, die Überzeugung vorzuherrschen, dass das wachstumsfreundliche Gesamtpaket der Biden-Regierung eventuelle Gefahren, z.B. höhere Steuern oder stärkere Regulierung, wettmachen dürfte. Interessant könnte dabei werden, wie sich die Notenbank in diesem neuen Set-up einer größeren Machtfülle der neuen Regierung positioniert. Am Donnerstag dieser Woche hält Chairman Jerome Powell eine Rede, die erste Hinweise liefern könnte.

Was das für Anleger bedeutet

Derweil leckt ein schlachtenlahmes Europa seine Wunden. Zwar wurden Eklats um den Brexit und den neuen Haushalt vor Weihnachten gerade noch abgewendet - ein später Erfolg für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Aber um den Widerstand von Ungarn und Polen zu brechen, mussten Zugeständnisse bezüglich der zeitlichen Wirksamkeit des Rechtsstaatlichkeitsmechanismus gemacht werden. Es wird nun länger dauern, bis autokratische Regierungen wegen Korruption, Gleichschaltung der Justiz oder Drangsalierung unabhängiger Medien EU-Mittel gestrichen bekommen können. Auch beim Handelsabkommen mit Großbritannien ging es wie erwartet nicht ohne schmerzhafte Kompromisse. So konnte die britische Regierung durchsetzen, dass künftige Streitigkeiten nicht vor dem Europäischen Gerichtshof ausgetragen werden und es nicht als Wettbewersverzerrung gilt, wenn Großbritannien eventuelle zukünftige Verschärfungen der EU-Umwelt- und Sozialstandards nicht mitmacht. Als Erfolg aus EU-Sicht darf dagegen gelten, dass sich Großbritannien ansonsten weitgehend auf die Regeln des „Level Playing Field“ eingelassen hat und damit in weiten Teilen des Warenhandels weiterhin EU-Regeln und Produktstandards akzeptieren wird.

Premierminister Boris Johnson ist, obwohl er nun den versprochenen Brexit geliefert hat, inzwischen schon wieder unter Druck. Denn vielen Tory-Hardlinern ist der Deal zu weich, außerdem wehrt sich Johnsons Partei gegen die scharfen Corona-Maßnahmen im Land. Und dann ist da noch Schottland. Immer hörbarer begehrt Britanniens stolzer Norden gegen den EU-Austritt auf und verlangt ein erneutes Referendum. Ob also die gegenwärtige Ruhe bei Sterling-Anlagen von Dauer ist oder eher die Ruhe vor dem Sturm, könnte sich schon in den nächsten Monaten zeigen.





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