Tarifverhandlungen bei Airbus unterbrochen - Streit um neue Struktur

Reuters

München (Reuters) - Im Streit um eine neue Struktur beim europäischen Flugzeugbauer Airbus und der Tochter Premium Aerotec hat die IG Metall die Tarifverhandlungen unterbrochen.

Die Geschäftsführung verweigere sich erneut einer guten Gesamtlösung, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Daniel Friedrich am Freitag. Nun solle über das weitere Vorgehen beraten werden. "Dem Arbeitgeber muss klar sein, dass er mit seinem Vorgehen weiter eskaliert." Die Beschäftigten erwarteten eine Perspektive für ihre Arbeitsplätze und alle Standorte.

Der Flugzeugbauer bedauerte, dass nach einigen Monaten der Verhandlungen noch keine Einigung erzielt werden konnte, wie er mitteilte. "Wir haben ein schlüssiges, umfassendes Konzept vorgelegt, wie die industrielle Neuaufstellung von Airbus umgesetzt werden kann, um künftig wettbewerbsfähig emissionsfreie Flugzeuge zu fertigen", sagte Lars Immisch, Konzernpersonalleiter in Deutschland. Er forderte Betriebsräte und IG Metall auf, weiter an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten. "Ein Scheitern der Verhandlungen ist aus unserer Sicht keine Option."

In der vorhergegangenen Verhandlungsrunde hätten sich beide Seiten auf einen Prozess geeinigt, um den Umbau zukunftsfähig zu gestalten, sagte Gewerkschafter Friedrich. Davon sei Airbus zurückgetreten. "Statt Kurzarbeit erst Tausende Arbeitsplätze abbauen, dann Hunderte Leiharbeiter einstellen und sich einer fairen Zukunftsregelung verweigern, so verlieren die Beschäftigten immer mehr Vertrauen in das Unternehmen."

Die IG Metall fordert den Verzicht auf die Abspaltung von Unternehmensteilen sowie langfristige Zusagen für Beschäftigung und Standorte. Airbus will Teile der Zuliefer-Tochter Premium Aerotec verkaufen. In der Einzelteilfertigung arbeiten vor allem in Augsburg und Varel bei Bremen etwa 3500 Menschen. Airbus zählt sie nicht mehr zum Kerngeschäft.

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