Wirecard: DAX-Konzern lässt auf sich warten ++ Siemens Gamesa: Chef wird sofort ausgetauscht ++ Zalando: 3 Gründe sprechen heute für die Aktie ++ Nordex: Nächster Auftrag flattert ins Haus

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Wirecard: DAX-Konzern lässt auf sich warten ++ Siemens Gamesa: Chef wird sofort ausgetauscht ++ Zalando: 3 Gründe sprechen heute für die Aktie ++ Nordex: Nächster Auftrag flattert ins Haus

Die Aktie des Bezahldienstleisters fährt heute mal wieder Achterbahn. Der Dax-Konzern legt heute seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 und für das erste Quartal 2020 vor. Ab die Präsentation reibungslos über die Bühne geht oder die Prüfer erneut etwas zu beanstanden haben, dass ist die große Frage, die sich die Investoren stellen. Zu Handelsbeginn ist die Frage allerdings noch nicht beantwortet, da Wirecard mit der Präsentation auf sich warten lässt.

Nichts gelernt?

Es ist völlig unverständlich, warum die Zahlen noch nicht auf dem Tisch liegen. Wirecard muss doch selbst um die Brisanz dieses Termins wissen und dem Dax-Konzern sollte doch daran gelegen sein, die Anleger zu beruhigen. Da wäre es ja ganz hilfreich gewesen, die Zahlen schon vor Handelsstart zu präsentieren. Aber bislang ist nicht passiert und die Anleger werden immer nervöser und der Kurs immer volatiler. Wirecard scheint aus der Vergangenheit wirklich nicht sehr viel gelernt zu haben.

USA sorgen für weitere Spannungen mit China

Die Spannung zwischen den USA und China nehmen weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat ein Sanktionsgesetz gegen China wegen der Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren unterzeichnet. Dem Gesetz zufolge muss die US-Regierung innerhalb von 180 Tagen chinesische Regierungsvertreter identifizieren, die für die Unterdrückung der uigurischen Minderheit und anderer muslimischer Gruppen in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas verantwortlich sind. Auf Grundlage des Gesetzes kann Trump Sanktionen gegen chinesische Regierungsvertreter verhängen. Er kann sich aber auch gegen Sanktionen entscheiden, wenn er feststellt, dass sie den nationalen Interessen der USA schaden würden.

Das Gesetz ziehe Urheber von Menschenrechtsverletzungen wie dem „systematischen Einsatz“ von Umerziehungslagern, Zwangsarbeit und Überwachung zur „Ausrottung der ethnischen Identität und der religiösen Überzeugungen der Uiguren und anderen Minderheiten in China“ zur Verantwortung, hieß es am Mittwoch in Mitteilungen des Weißen Hauses. Der US-Kongress hatte den Gesetzentwurf mit parteiübergreifender Unterstützung Ende Mai verabschiedet - es gab nur eine einzige Gegenstimme im Repräsentantenhaus.

Das Gesetz droht die Spannungen zwischen den USA und China weiter zu verschärfen. Während der Corona-Pandemie hatte sich das Verhältnis erheblich eingetrübt. Trump wirft China vor, das Virus nicht an der Quelle eingedämmt zu haben. Ein weiterer Streitpunkt ist die zunehmende Einmischung Pekings in die eigentlich autonome Metropole Hongkong. Inmitten der Spannungen kam US-Außenminister Mike Pompeo am Mittwoch mit dem chinesischen Diplomaten und Mitglied des mächtigen Politbüros der kommunistischen Arbeiterpartei, Yang Yiechi, auf Hawaii zusammen. Details des Treffens wurden zunächst nicht bekannt.

Volksrepublik droht

Was allerdings schon bekannt ist: China hat sehr barsch auf das neue amerikanische Gesetz reagier und den USA mit Konsequenzen gedroht. Die USA müssten „ihre Fehler unverzüglich korrigieren“ und die Gesetzesvorlage zurückziehen. „Andernfalls wird China definitiv entschlossen Widerstand leisten, und alle daraus resultierenden Konsequenzen müssen vollständig von den USA getragen werden“, hieß es in einer Mitteilung des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag.

Dax leidet unter Gewinnmitnahmen

Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger am Donnerstag nach dem guten Lauf der vergangenen beiden Tage zunächst zurückgehalten. Der Dax sank in den ersten Minuten nach dem Xetra-Start um 0,17 Prozent auf 12.360,63 Zähler. Am Dienstag und Mittwoch hatte der deutsche Leitindex allerdings auch insgesamt um fast vier Prozent zugelegt.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte notierte im frühen Handel 0,23 Prozent höher bei 26 265,70 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,4 Prozent.

Es dürfte auch der Hexensabbat am Freitag seinen Schatten bereits vorauswerfen: Beim großen Verfall an den Derivatebörsen laufen dann Terminkontrakte und Optionen aus, was nicht selten zu eher zufällig wirkenden Kursausschlägen führt. Laut der Helaba bewegt sich die Mehrzahl der offenen Positionen um die 12.000 Punkte. Insofern könne nicht ausgeschlossen werden, dass Marktakteure versuchten, den Dax in diese Richtung zu drücken.

Siemens Gamesa: Geschäftsjahr wohl nicht mehr zu retten

Der Windanlagenbauer bekommt per sofort einen neuen Chef. Andreas Nauen ersetze Markus Tacke, teilte das Unternehmen am späten Mittwochabend mit. Der neue Vorstandsvorsitzende leitete zuvor das Offshore-Geschäft des Unternehmens.

Zudem rechnet Siemens Gamesa nun wegen Projektkosten und der Auswirkungen durch Covid-19 mit einem negativen bereinigten Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) im dritten Quartal. Zwar soll dies im nachfolgenden Jahresviertel wieder positiv sein. Dies dürfte aber nicht ausreichen, um die negative Entwicklung für das gesamte Geschäftsjahr auszugleichen, hieß es weiter.

Zalando: Guter Ausblick, gute Zahlen der Konkurrenz und Hochstufung

Überraschend optimistische Aussagen zum Geschäft im zweiten Quartal treiben die Zalando-Papiere am Donnerstag wieder in Richtung Rekordhoch. Das erst Mitte letzter Woche erreichte Rekordhoch liegt bei 66,02 Euro.

Der Internet-Modehändler rechnet mitten in der Corona-Krise mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und operativem Gewinn. Zalando gilt als Krisengewinner in Corona-Zeiten. Online-Einkäufe boomen. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Trend nochmals verstärken wird.

Am Vortag hatten die Zalando-Aktien bereits um zweieinhalb Prozent zugelegt im Sog hoher Kursgewinne des britischen Rivalen Boohoo, der mit seinen Quartalszahlen ebenfalls überzeugt hatte.

Analysten reagierten nun positiv auf die Zalando-Aussagen. Hauck & Aufhäuser stufte die Aktien von „Hold“ auf „Buy“ hoch. RBC hob das Kursziel auf 73 Euro an. Die Baader Bank blieb bei ihrem Kursziel von 75 Euro und hält nach den „sehr starken Wachstumsindikationen für das zweite Quartal“ eine Anhebung der Jahresziele für möglich.

Cancom: Zahlen strahlen im Licht und Ausblick steht im Schatten

Eine hohe Nachfrage nach IT-Produkten und IT-Services in der Corona-Krise hat das Wachstum beim IT-Systemanbieter im ersten Quartal beschleunigt. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um 27,3 Prozent auf 453,8 Millionen Euro, wie das MDax -Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Dabei profitierte Cancom vor allem vom Verkauf von Software-Lizenzen und von Laptops und Tablets für das Arbeiten unterwegs oder im Homeoffice. Ohne Berücksichtigung von Übernahmen betrug das Wachstum aus eigener Kraft knapp 23 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde hingegen durch eine Vorstandsabfindung belastet und stieg vergleichsweise moderat um 3,6 Prozent auf 26 Millionen Euro an. Die entsprechende Marge ging auf 5,7 Prozent zurück, nach 7 Prozent im Vorjahr.

Konzernchef Rudolf Hotter bestätigte die Jahresprognose, die einen moderaten Anstieg bei Umsatz und Ergebnis vorsieht, unter der Voraussetzung einer der Normalisierung der Rahmenbedingungen im dritten und vierten Quartal. Für das zweite Quartal zeichne sich bereits ab, dass das Geschäft durch die Corona-Krise und den Shutdown deutlich belastet werde. Die Aktien gaben im vorbörslichen Hande nach.

Kurz und knapp:

Nordex: Der Windkraftanlagenhersteller hat von seinem Großkunden ABO Wind einen Auftrag für die Lieferung und Errichtung von neun N149/4.0-4.5-Turbinen für das finnische Projekt „Kokkoneva“ erhalten. Alle Anlagen werden für den Betriebsmodus von 4,8 MW Nennleistung ausgestattet. Der Auftrag umfasst ebenfalls einen Premium-Servicevertrag der Turbinen über die Laufzeit von 15 Jahren mit einer Verlängerungsoption auf 25 Jahre. Der Beginn der Errichtung erfolgt in der zweiten Jahreshälfte 2021.

Roche: Der schweizerische Pharmakonzern hat einen weiteren Forschungserfolg mit seinem Immuntherapeutikum Tecentriq im Kampf gegen Krebs erzielt. Tecentriq in Kombination mit einer bestimmten Chemotherapie habe bei Patienten mit aggressiven dreifach negativen Brustkrebs (TNBC) zu einer klaren Verbesserung geführt, wenn diese in einem frühen Stadium behandelt worden seien, teilte Roche am Donnerstag in Basel mit. Die Sicherheit der Kombinationsbehandlung habe dabei im Einklang mit den Sicherheitsprofilen der einzelnen Mittel gestanden.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Homepage Wirecard

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