Bitcoin: Bärische Zeiten - nach diesem Indikator sollte man nun für einen Einstieg die Augen offen halten

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Die Korrelation zwischen dem Krypto-Markt und den Aktienmärkten bleibt eng. Die derzeit alles bestimmende Sorge an den Finanzmärkten vor den Auswirkungen des weiteren Zinserhöhungszyklus fordert weiterhin seinen Tribut. Am Montag fiel der Kurs der nach Marktwert größten Kryptowährung Bitcoin auf der Handelsplattform Bitfinex bis auf 32.616 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2021.

"Die Zinsangst hat Börsianer dies- und jenseits des Atlantiks voll im Griff", kommentierte Bitcoin-Experte Timo Emden von Emden Research. Nicht nur in der weltgrößten Volkswirtschaft USA, auch in vielen anderen Ländern stemmen sich die Notenbanken mit einer strafferen Geldpolitik gegen die hohe Inflation. Steigende Zinsen lasten auf „Risk-On“-Anlagen wie Kryptowährungen. Da derzeit viel spekulatives Geld und nur wenig langfristig angelegtes Kapital in diesen Märkten steckt, erzeugt das derzeitige Marktumfeld entsprechenden Verkaufsdruck. Zudem werfen Bitcoin und andere Kryptowerte keine laufenden Erträge wie Zinsen ab. Steigen die Zinsen, sinkt die Attraktivität zinsloser Anlagen gegenüber zinstragenden Titeln wie festverzinslichen Wertpapieren. "Die Investoren kehren in Anbetracht steigender Zinsen riskanten Anlageklassen den Rücken zu und halten Ausschau nach festverzinslichen Anlagealternativen", so Emden.

Mit der zuletzt geschlossenen Wochenkerze hat Bitcoin nun die sechste Verlustwoche in Folge hinter sich und mit dem Unterschreiten der Marke von 38.000 Dollar zudem eine wichtige charttechnische Support-Zone verloren. Auch den 100-Wochen-Trend musste der Kurs einbüßen. Das letzte Mal kam das im März 2020 im Zuge des weltweiten Corona-Crashs vor.

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BTCUSD_2022-05-09_15-00-04.png · Quelle: tradingview

Nun rückt der Unterstützungsbereich aus Anfang 2021 im Bereich zwischen 30.000 und 28.000 Dollar in den Fokus.

Genau wie die Aktienmärkte ist der Krypto-Markt aufgrund des enormen geopolitischen, wirtschaftlichen und auch geldpolitischen Gegenwinds in einen Bärenmarkt gerutscht. Daher rückt mit dem 200-Wochen-Trend ein für Bärenmärkte in der Vergangenheit aussagekräftiger Indikator wieder in den Vordergrund.

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BTCUSD_2022-05-09_15-12-11.png · Quelle: tradingview

In der Vergangenheit hat ein Ausflug bis an den langfristigen 200-Wochen-Trend für den Kurs den Boden eines Bitcoin-Bärenmarktes signalisiert. Derzeit sollten Investoren defensiv agieren und trotz der Inflation eine ausreichende Cash-Reserve haben. Sollten wir in den nächsten Wochen/Monaten jedoch Kurse um 22.000 Dollar für Bitcoin sehen – den derzeitigen Verlauf des 200-Wochen-Trends, würde sich ein starkes Einstiegssignal ergeben.

Die Kursentwicklung ist wie für die Aktienmärkte auch für Bitcoin bis auf weiteres vorgegeben: Es gibt derzeit nur wenig Aufwärtspotenzial, da der derzeitige Zinserhöhungszyklus mit all seinen Folge-Effekten noch nicht richtig eingepreist ist. Allerdings könnte sich das bis Jahresende ändern.

Lesen Sie dazu auch: Bärenmarkt-Szenario - so ist die Lage und die Prognose für die nächsten Monate

mit dpa-AFX

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