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Echo der großen Depression: Erstes Börsen-Halbjahr könnte das schwächste seit den 1930ern werden - Analysten sehen Rezessionsgefahr trotzdem immer noch nicht genügend eingepreist

onvista · Uhr
Quelle: Who is Danny/Shutterstock.com

Das erste Halbjahr des laufenden Jahres neigt sich dem Ende zu und es könnte eines der schlechtesten an der Börse seit fast 100 Jahren werden. Wie Analysten der US-Sparte der Deutschen Bank in einer neuen Marktanalyse skizzieren, zeichnet sich für den S&P 500 Index, der eine repräsentative Abbildung der US-amerikanischen Wirtschaft darstellt, mit einer bisherigen Year to Date Performance von minus 22 Prozent das schlechteste erste Halbjahr seit der großen Depression aus den 1930er Jahren ab.

Quelle: BLOOMBERG FINANCE LP, DEUTSCHE BANK

Wie der Rest des Jahres für die Finanzmärkte weitergehen wird, hängt laut den Analysten davon ab, ob die US-Wirtschaft bereits in diesem Jahr in eine Rezession stürzt oder nicht. Die Bank geht bisher davon aus, dass im Jahr 2023 eine Rezession eintreten wird, die Chancen, dass dies bereits dieses Jahr passieren könnte, mehren sich jedoch, da sich die finanziellen Bedingungen verschlechtern und das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen sinkt, heißt es in der Analyse.

„Wenn wir in diesem Zeitraum keine Rezession sehen, könnte es für die Märkte schwierig werden, weiterhin so rückläufig zu sein, wie sie es waren, und eine Erholung, wie sie in der Vergangenheit vorgekommen ist, könnte möglich sein“, so die Einschätzung des Analysten Jim Reid in der Marktanalyse. „Es ist jedoch schwer, mit einer Erholung der Märkte zu rechnen, wenn wir eindeutige Beweise für die Rezession sehen.“

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Rezession immer noch nicht eingepreist?

Die Analysten der Deutschen Bank sind mit ihrer Einschätzung nicht allein, auch andere große US-Banken warnen davor, dass das Schlimmste für die Märkte noch nicht vorbei sein könnte. So haben Analysten von Goldman Sachs und Morgan Stanley zuletzt davor gewarnt, dass die Finanzmärkte eine anstehende Rezession immer noch nicht vollständig einpreisen.

„Mit unserer Ansicht nach niedrigeren Multiplikatoren und Gewinnen, die jetzt mehr Konsens sind, sind die Märkte fairer bewertet. Allerdings wird das Risiko einer Rezession unserer Ansicht nach immer noch nicht eingepreist, welches noch einmal 15 bis 20 Prozent niedriger liegt, oder etwa bei einem Niveau von 3000 Punkten [für den S&P 500]“, so die Einschätzung von Mike Wilson, Chefstratege für US-Aktien von Morgan Stanley. „Der Bärenmarkt wird nicht vorbei sein, bis die Rezession kommt oder das Risiko einer Rezession erloschen ist.“

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