Britische Inflation fällt auf Notenbank-Zielmarke von zwei Prozent

London (Reuters) - Nach einem langen Höhenflug ist die Inflation in Großbritannien auf die Zielmarke der Notenbank gefallen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Mai zum Vorjahresmonat nur noch um 2,0 Prozent, nach 2,3 Prozent im April, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit dieser Punktlandung auf dem Zielwert der Bank of England (BoE) gerechnet, die am Donnerstag wieder über den Leitzins entscheidet.
Die BoE hatte die geldpolitischen Zügel zwischen Dezember 2021 und August 2023 insgesamt 14 Mal angezogen, womit der Leitzins auf 5,25 Prozent stieg. Der straffe Kurs hat mit dazu beigetragen, dass die Lebenshaltungskosten auf die Stabilitätsmarke der Notenbank gesunken sind. Noch im Oktober 2022 hatte die Teuerungsrate 11,1 Prozent betragen.
Der jüngste Rückgang der Inflation war hauptsächlich auf eine Senkung der regulierten Energierechnungen für Privathaushalte im April zurückzuführen. Der Effekt dieser Kürzung wird im weiteren Jahresverlauf allerdings nachlassen. Die BoE rechnet dann auch wieder mit einer anziehenden Inflation. Die Notenbank hat zudem deutlich gemacht, dass die Rückkehr der Inflation auf den Zielwert per se noch keine Senkung der Zinsen rechtfertigt. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass sie noch bis zum 1. August mit der Zinswende warten wird. An den Finanzmärkten wird eher der 19. September als Termin für eine Senkung als wahrscheinlich erachtet.
(Bericht von David Milliken und Suban Abdulla, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)