ROUNDUP: Tarifrunde öffentliche Banken - Verdi kritisiert Arbeitgeberangebot

dpa-AFX · Uhr

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die Tarifverhandlungen für gut 60 000 Beschäftigte von Landes- und Förderbanken sowie mehrerer Sparkassen haben am Freitag in Düsseldorf begonnen. Die Gewerkschaft Verdi fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt oder mindestens 500 Euro mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, um die stark gestiegenen Preise abzufedern. Der Deutsche Bankangestelltenverband (DBV) will 14,5 Prozent oder mindestens 500 Euro mehr durchsetzen. Die Arbeitgeber legten in der ersten Runde ein Angebot vor, das eine Erhöhung der Tarifgehälter um insgesamt 9,5 Prozent in drei Stufen bei einer Laufzeit von 43 Monaten vorsieht.

"Die geforderte sehr lange Laufzeit von 43 Monaten ist in der deutschen Tarifhistorie beispiellos und wird von uns als deutliche Kampfansage verstanden", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. "Damit würde ein weiterer Reallohnverslust für die Beschäftigten in diesem Jahrzehnt festgeschrieben".

Viele Geldhäuser haben zuletzt gut verdient. Dennoch dämpfte Gunar Feth, Verhandlungsführer aufseiten des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) vor Beginn der Gespräche die Erwartungen: "Die zuletzt guten Ergebnisse einzelner Banken sind zu einem Großteil einem Sondereffekt durch den kräftigen Zinsanstieg geschuldet. Sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das wirtschaftliche Umfeld deutlich eingetrübt hat."

Verdi-Verhandlungsführer Duscheck betonte, die Gewerkschaft habe "den Anspruch, den Reallohnverlust der vergangenen beiden Jahre auszugleichen" und daher "wenig Verhandlungsspielraum". Die Verhandlungen betreffen Beschäftigte von Landesbanken und Förderbanken inklusive der staatlichen KfW, außerdem Beschäftigte der Dekabank, der Bausparkassen sowie einzelner Sparkassen wie der Hamburger Haspa. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 12. September vorgesehen. In der vorherigen Tarifrunde 2021/2022 hatten sich beide Seiten erst in der sechsten Runde geeinigt./ben/DP/ngu

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