Für Versorgung der Krim wichtige Fährverbindung eingestellt

Moskau (Reuters) - Auch einen Tag nach einem ukrainischen Angriff bleibt der für die Versorgung der Krim wichtige russische Hafen Kawkas für Fähren gesperrt.
Nach Abschluss der Aufräumarbeiten soll nach Angaben des Verkehrsministeriums in Moskau vom Freitag der Fährverkehr wieder aufgenommen werden. Kawkas liegt in der Meerenge von Kertsch, die das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer verbindet. Die von Russland besetzte Krim liegt in Sichtweite von Kawkas, es ist einer der wichtigsten Umschlagplätze am Schwarzen Meer. Über den Hafen werden Treibstoff und Munition auf die Krim transportiert.
Die ukrainische Marine bestätigte den Angriff. "Ein weiteres zweifellos militärisches Ziel wurde zerstört", sagte Marinesprecher Dmytro Pletentschuk im ukrainischen Fernsehen. Die Fähre sei gesunken und der Hafen derzeit nicht nutzbar.
Am Donnerstag hatte die Ukraine eine mit 30 Tank-Waggons beladene Fähre getroffen. Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete unter Berufung auf Notfalldienste, die Hafeninfrastruktur sei praktisch unbeschädigt. Die Fähre stehe zur Hälfte im Wasser. Lokale Behörden hatten allerdings erklärt, das Schiff sei vollständig gesunken. Demnach wurden 17 Besatzungsmitglieder der Fähre gerettet, eines werde vermisst.
Die Nachrichtenagentur Tass hatte gemeldet, alle Hafenmitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Über Hundert Einsatzkräfte hätten sich an der Brandbekämpfung beteiligt. Mehrere russische Medien veröffentlichten Bilder und Videos, die das Feuer und aufsteigende schwarze Rauchwolken über Kawkas zeigen sollen.
(Berichterstattung durch Reuters, geschrieben von Hans Busemann, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)