Russland - Westen zwingt uns zu Änderung der Atomwaffendoktrin

Wladiwostok (Reuters) - Das Vorgehen des Westens forciert dem russischen Präsidialamt zufolge eine Änderung seiner Atomwaffendoktrin.
Russland werde vom sogenannten Westen vor Herausforderungen und Bedrohungen gestellt, die eine Überarbeitung der Doktrin erfordere, zitierten russische Nachrichtenagenturen Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Dabei werde in Betracht gezogen, dass die Ukraine bei ihren Angriffen tief in russisches Territorium hinein US-Langestreckenwaffen einsetzen könnte. Die Regierung in Kiew drängt die USA seit einiger Zeit, ihr zu erlauben, mit den von den Verbündeten an die Ukraine gelieferten Waffen auch Ziele weit im Inneren Russlands anzugreifen. "Es ist offensichtlich, dass die Ukrainer dies tun werden", sagte Peskow der Agentur RIA zufolge. "Wir berücksichtigen dies alles."
Russland hat bereits angekündigt, die Atomwaffendoktrin anzupassen, aber bislang keine Details genannt. Die Leitlinie sieht den Einsatz von Atomwaffen vor, falls Russlands Souveränität oder seine territoriale Integrität bedroht werden.
Die Ukraine war am 6. August in die russische Oblast Kursk vorgestoßen. Der Einsatz laufe nach Plan, die Ziele würden erreicht, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag erklärt.
(Bericht von Vladimir Soldatkin, geschrieben von Kerstin Dörr, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)