Tunesische Behörden verhaften einen Monat vor Wahl Präsidentschaftskandidaten

Reuters · Uhr
Quelle: (c) Copyright Thomson Reuters 2024. Click For Restrictions - https://agency.reuters.com/en/copyright.html

Tunis (Reuters) - In Tunesien gehen die Behörden einen Monat vor der Präsidentenwahl gegen die Opposition vor. Präsidentschaftskandidat Ayachi Zammel wurde am Donnerstag kurz nach seiner Freilassung wieder festgenommen.

Auch am Freitag befand er sich nach Angaben seines Wahlkampf-Teams in Haft. Die Mitarbeiter Zammels widersprachen damit einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur TAP, die am Freitag die Freilassung von Zammel gemeldet hatte. Sie bezog sich damit aber auf den Donnerstag, als der Konkurrent des derzeitigen Präsidenten Kais Saied kurzzeitig auf freiem Fuß war. Die erneute Inhaftierung Zammels am Donnerstag hatte TAP zunächst nicht gemeldet.

Zammel war bereits am Montag wegen des Verdachts festgenommen worden, Unterschriften für seine Kandidatur gefälscht zu haben. Sein Wahlkampf-Team wies die Vorwürfe als absurd zurück. Es warf den Behörden vor, Zammels Kandidatur verhindern zu wollen. Der Präsidentschaftskandidat ist einer von drei Bewerbern, die zur Wahl am 6. Oktober zugelassen sind. Neben ihm treten Amtsinhaber Saied und der Politiker Zouhair Maghzaoui an.

Saied, der 2019 demokratisch gewählt wurde, hatte 2021 seine Macht ausgeweitet und begann per Dekret zu regieren, was die Opposition als Staatsstreich bezeichnete. Zammel hatte erklärt, dass er "Einschränkungen und Einschüchterungen" ausgesetzt sei, weil er ein ernsthafter Konkurrent für Saied sei.

Zammel tritt mit dem Versprechen an, die Demokratie wiederherzustellen und der kollabierenden Wirtschaft Tunesiens zu helfen. Das nordafrikanische Land galt einst als Hoffnungsträger für die Demokratisierung der Region, nachdem dort 2011 der Arabische Frühling seinen Anfang genommen hatte.

(Bericht von Tarek Amara, geschrieben von Katharina Loesche und Hans Busemann, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

onvista Premium-Artikel

onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!02. Apr. · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation
Chartzeit Wochenausgabe vom 30.03.2025
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte30. März · onvista
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte

Das könnte dich auch interessieren

Rundumschlag in der Handelspolitik
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen ein02. Apr. · onvista
Donald Trump verkündet umfassende Zölle - US-Futures brechen ein
onvista Mahlzeit 03.04.2025
Adidas Aktien brechen dramatisch ein, Alibaba und Tesla im Fokusgestern, 13:00 Uhr · onvista
Adidas Aktien brechen dramatisch ein, Alibaba und Tesla im Fokus
Interview mit Vermögensverwalter
"Auch Trump wird die USA nicht zerstören können"gestern, 16:30 Uhr · onvista
"Auch Trump wird die USA nicht zerstören können"
Höher als befürchtet
Trumps Kampfansage an die Welt: Das Mega-US-Zollpaketgestern, 06:00 Uhr · dpa-AFX
Trumps Kampfansage an die Welt: Das Mega-US-Zollpaket