Wohnungsbau bleibt laut Ifo trotz Zinswende 2025 mau - "Da wird nichts kommen"

Reuters · Uhr
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Berlin (Reuters) - Trotz voraussichtlich weiter sinkender Zinsen bleiben die Ausgaben im deutschen Wohnungsbau laut dem Münchner Ifo-Institut vorerst mau.

"Da wird nichts kommen 2025: Die Investitionen werden sogar weiter schrumpfen", prophezeite Ifo-Chef Clemens Fuest am Mittwoch bei einem Webinar der OECD. Erst 2026 würden die niedrigen Zinsen angesichts der langen Planungszeiten im Wohnungsbau durchschlagen. Hinzu kämen strukturelle Ursachen für Investitionszurückhaltung. Dazu zähle insbesondere überbordende Bürokratie.

Für die Weltwirtschaft rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr mit einem Wachstum von 3,2 Prozent. Deutschland bleibt laut der Prognose bis mindestens 2025 eine der am langsamsten wachsenden Industrienationen: "Der steigende Welthandel ist nicht in Deutschland angekommen", sagte Fuest dazu.

"KEINE KLASSISCHE KONJUNKTURKRISE"

Die hiesige Wirtschaft durchlaufe "keine klassische Konjunkturkrise", sondern kämpfe mit tiefen strukturellen Problemen. Dies gelte insbesondere für die für Deutschland "fast schon ikonische Autoindustrie". Sie leide nicht nur unter der schwächelnden Konjunktur auf dem großen Absatzmarkt China, sondern auch unter der zunehmenden Verdrängung. Die deutschen Unternehmen seien im Bereich der Elektroautos nicht mehr so wettbewerbsfähig: "Also, da gehen Marktanteile verloren", sagte Fuest. Die deutschen Hersteller gerieten nicht nur im Bereich Auto, sondern auch im Maschinenbau unter Wettbewerbsdruck, weil andere Länder im Qualitätssegment immer weiter nach oben rutschten.

Die hartnäckige Flaute auf dem chinesischen Markt für Luxusautos lässt Mercedes-Benz pessimistisch in die Zukunft blicken. Der Autobauer senkte jüngst seine Prognose für das Gesamtjahr zum zweiten Mal binnen zwei Monaten und rechnet nun mit einem deutlich niedrigeren Gewinn als vor Jahresfrist. Auch der Münchner Konkurrent BMW spürt die schwächere Nachfrage in China und senkte unter anderem deswegen zuletzt seinen Ausblick. Und das Management bei Volkswagen will einen verschärften Sparkurs fahren. Er wird damit begründet, dass der Autoabsatz in Europa deutlich gesunken ist. Hinzu komme die Schwäche in China.

(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Klaus Lauer. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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