Audi spricht mit Betriebsrat über Umbau

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Berlin (Reuters) - Der Ingolstädter Autobauer Audi spricht mit dem Betriebsrat über einen möglichen Umbau.

Betriebsratschef Jörg Schlagbauer sagte am Donnerstag, der Betriebsrat sei in Gesprächen mit dem Unternehmen über die inhaltlichen Ziele, um Audi wetterfest zu machen. "Uns geht es um klare Strukturen, schnellere Entscheidungsfindung, verbesserte Prozesse und um mehr Wertschöpfung bei Audi." Er verwies auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2019, wonach in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Betriebsrat und Unternehmen darüber sprechen, wie betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden können. "Alles andere sind Gerüchte und Spekulationen, an denen wir uns nicht beteiligen." Dabei bezog er sich auf einen Bericht des "Manager Magazins", wonach vor allem im indirekten Bereich Arbeitsplätze gestrichen werden könnten.

Eine Audi-Sprecherin bestätigte die Gespräche, äußerte sich aber nicht zur Zahl der möglicherweise betroffenen Stellen. Auch Audi-Finanzvorstand Jürgen Rittersberger hatte am Dienstag erklärt, die bis 2029 geltende Beschäftigungsgarantie habe Bestand. Eine Audi-Sprecherin sagte, die Vereinbarung sehe zugleich vor, dass bei verschlechterten unternehmerischen Rahmenbedingungen neue Verhandlungen aufgenommen würden. "Der Audi Vorstand bestätigt, dass dies nun der Fall sei." Die Gespräche würden intern geführt, betonte sie. Im abgelaufenen Quartal war der Gewinn bei Audi stark eingebrochen, unter anderem wegen hoher Kosten für das mögliche Aus für das Werk in Brüssel.

Audi-Chef Gernot Döllner ist gegenwärtig auch für die Technische Entwicklung zuständig. Der Bereich wird derzeit nach Audi-Angaben neu aufgestellt, die Änderungen sollen zum 1. Januar 2025 in Kraft treten. Ein Audi-Sprecher betonte, dabei gehe es nicht um einen Stellenabbau, sondern darum, die verschiedenen Bereiche enger miteinander zu verzahnen und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen. Zuletzt hatte Audi mit massiven Verzögerungen bei der Einführung neuer Fahrzeuge zu kämpfen, insbesondere, weil die dafür nötige Software nicht fertig wurde. So kam der elektrische Q6 e-tron erst mit ungefähr zweijähriger Verspätung auf den Markt.

Auch die Audi-Mutter Volkswagen droht damit, drei Werke zu schließen und zehntausende Arbeitsplätze zu streichen. In der laufenden Tarifrunde fordert das Volkswagen-Management ein zehnprozentiges Gehaltsminus sowie den Verzicht auf eine Reihe von Sonderzahlungen. Die seit drei Jahrzehnten geltende Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung hatten die Wolfsburger bereits aufgekündigt.

(Bericht von Christina Amann, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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