Konjunktur

Ifo: Mehr Unternehmen sehen sich akut in ihrer Existenz bedroht

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Alexey Fedorenko/Shutterstock.com

Berlin (Reuters) - In Deutschland bangen angesichts der Auftragsflaute mehr Unternehmen um ihren Fortbestand.

Der Anteil der Betriebe, die akut um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten, stieg im Oktober auf 7,3 Prozent, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 6,8 Prozent. "Der kontinuierliche Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen dürfte sich fortsetzen", schlussfolgerte daraus der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Neben fehlenden Aufträgen macht der steigende internationale Wettbewerbsdruck vielen Unternehmen derart zu schaffen, dass sie ihre Zukunft akut gefährdet sehen."

Die Firmen nannten in der Befragung mehrere Gründe für ihre Existenzsorgen. "An erster Stelle steht branchenübergreifend der Auftragsmangel, der zu erheblichen Liquiditätsengpässen führt", so das Ifo-Institut. Parallel dazu belasteten gestiegene Betriebs- und Personalkosten, während die anhaltende Kaufzurückhaltung die Umsätze schmälert. Wachsende bürokratische Anforderungen würden den Kostendruck zusätzlich verschärfen. "Besonders belastend wirkt sich darüber hinaus die Kombination aus hohen Energiekosten und wachsender internationaler Konkurrenz aus", hieß es.

Besonders in der Industrie nehmen die Existenzsorgen zu: Im Verarbeitenden Gewerbe berichten 8,6 Prozent der Unternehmen von tiefgreifenden wirtschaftlichen Problemen. Im vergangenen Jahr waren es noch 6,4 Prozent. Auch im Einzelhandel hat die Insolvenzgefahr zugenommen: Hier sehen sich 13,8 Prozent der Betriebe in ihrer Existenz bedroht (Oktober 2023: 10,3 Prozent). Im Bauhauptgewerbe sank der Anteil dagegen trotz der Krise im Wohnungsbau von 8,9 auf 7,9 Prozent. Auch bei den Dienstleistern gab es etwas Entspannung. Nach 6,8 Prozent im Vorjahr sehen nun 5,8 Prozent der Unternehmen massive wirtschaftliche Probleme, so das Ifo-Institut.

Wachsende Existenzsorgen spiegeln sich auch in der Insolvenzentwicklung wider. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Firmenpleiten um 25 Prozent auf rund 22.200 steigen, wie aus einer Studie des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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