Trumps Pläne lassen Ölfeldausrüster SBO noch zögern

- von Alexandra Schwarz-Goerlich
Wien (Reuters) - Der österreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) rechnet derzeit nicht mit einer schnellen Erholung des für das Unternehmen wichtigen US-Marktes.
Obwohl die Ankündigungen des neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump positive Impulse für die Ölindustrie versprechen würden, werde letztlich die Marktnachfrage darüber entscheiden, wie stark in die Öl- und Gasförderung investiert werde, sagte Vorstandschef Klaus Mader am Donnerstag zur Nachrichtenagentur Reuters. "Das jetzt in zwei Monaten wie verrückt gebohrt wird, sehe ich aber nicht", sagte der Manager. Trump hatte unter dem Motto "Drill, baby, drill" angekündigt, die Förderung von fossilen Rohstoffen massiv ausweiten zu wollen. Doch bislang zeigt sich der Markt zurückhaltend.
Das Unternehmen aus Ternitz beliefert große Ölkonzerne wie Schlumberger oder Halliburton mit Bohrköpfen und Bohrgestängen für die Suche nach Öl und Gas. Allerdings haben die stark schwankenden Ölpreise die Investitionsbereitschaft der Branche gedämpft. Die Anzahl der aktiven Bohrtürme sei deutlich zurückgegangen, was auch SBO zu spüren bekam: Der Auftragseingang sank in den ersten drei Quartalen um 12,7 Prozent auf 372,9 Millionen Euro und der Nettogewinn schrumpfte um 38 Prozent auf 34,4 Millionen Euro.
"Grundsätzlich ist die Trump-Administration positiv für die US-Ölkonzerne", erklärte Mader. Er verwies auf angekündigte Steuersenkungen, Deregulierungen, schnellere Genehmigungen für Pipelines und Flüssiggasexporte sowie eine verstärkte Vergabe von Bohrlizenzen. Allerdings warnte der Manager vor möglichen Überkapazitäten. "Die USA produzieren bereits auf Rekordniveau. Eine weitere Erhöhung könnte ein Überangebot auf den Ölmärkten auslösen."
Zentrale Faktoren für die Entwicklung bleiben laut Mader die globale Marktlage und die geopolitischen Entwicklungen. "Am 1. Dezember findet ein Opec-Treffen statt. Alle werden mit großen Ohren hinhören, wie die Organisation reagieren wird." Die Opec hat in der Vergangenheit das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage weitgehend stabil gehalten, was den Ölpreis auf einem höheren Niveau hielt. Dies sei für Länder wie Saudi-Arabien, die Emirate, Kuwait und Katar essenziell, da sie höhere Ölpreise benötigen, um ihre Haushalte auszugleichen.
Ursprünglich war geplant, dass die Opec+ ab Januar 2024 Förderkürzungen zurücknehmen wird. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten wird jedoch erwartet, dass diese Pläne verschoben werden. "Ich gehe davon aus, dass die Opec zunächst abwarten wird, wie sich die Lage nach dem Amtsantritt von Trump entwickelt", so Mader.
Einen konkreten Ausblick für das Schlussquartal traute sich der SBO-Chef nicht zu. "Es ist schwierig, die Entwicklung vorherzusagen, da Feiertage wie Thanksgiving und Weihnachten dazu führen könnten, dass Kunden Lieferungen ins neue Jahr verschieben." Trotz der Herausforderungen setzt der SBO-Chef langfristig auf Wachstum, vor allem im Nahen Osten. "Hier wollen wir stärker wachsen als in anderen Regionen."
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)