Konsum schiebt US-Wirtschaft an - Plus 2,8 Prozent im dritten Quartal

Washington (Reuters) - Der scheidende US-Präsident Joe Biden übergibt eine rund laufende Wirtschaft an seinen Nachfolger Donald Trump.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent zu, wie das US-Handelsministerium am Mittwoch eine frühere Schätzung bestätigte. Im zweiten Vierteljahr hatte es sogar zu einem Plus von 3,0 Prozent gereicht. Getragen wurde das Wachstum in den Sommermonaten von den privaten Konsumausgaben, die sich um 3,5 Prozent erhöhten.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die weltgrößte Volkswirtschaft kürzlich angehoben und rechnet auch für das Gesamtjahr mit einem Plus von 2,8 Prozent. Im kommenden Jahr soll es noch zu 2,4 Prozent reichen. Zu Beginn des vierten Quartals erhielt die US-Industrie mehr Aufträge für langlebige Güter. Diese nahmen im Oktober um 0,2 Prozent zu. Ökonomen hatten allerdings einen mehr als doppelt so starken Zuwachs erwartet, nachdem die Bestellungen im September um 0,4 Prozent gesunken waren. "Das Bestellplus beim Flugzeugbauer Boeing hat das Ergebnis positiv beeinflusst", sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. "Ohne den Transportsektor ist es aber ebenfalls zu etwas mehr Aufträgen gekommen."
Frische Impulse könnten von der Notenbank Fed kommen. Sie hat im September erstmals seit Jahren ihren Leitzins gesenkt und Anfang November einen zweiten Schritt nach unten folgen lassen. Aktuell liegt er damit in einer Spanne von 4,50 bis 4,75 Prozent. Investoren stellen sich darauf ein, dass die Zinssenkungen bis Mitte nächsten Jahres fortgesetzt werden und der Schlüsselsatz dann bei 3,75 bis 4,00 Prozent landen dürfte.
Noch offen ist, wie sich die Wahl von Trump zum neuen US-Präsidenten auswirken wird. Der Republikaner hat bereits Strafzölle für Waren aus Kanada, Mexiko und China angekündigt, die kurz nach seinem Amtsantritt am 20. Januar gelten sollen. Ökonomen zufolge könnte das die Inflation in den USA befeuern und auch Wachstum kosten.
(Büro Washington, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)