Putin: Assad-Sturz ist keine russische Niederlage in Syrien

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Moskau/Ankara (Reuters) - Russlands Präsident Wladimir Putin sieht nach eigenen Worten im Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad keine Niederlage für die russische Armee.

Die in Syrien stationierten russischen Truppen seien durch den Sturz des Assad-Regimes nicht besiegt worden, sagte Putin am Donnerstag in Moskau bei seiner traditionellen Pressekonferenz zum Jahresende. Viele versuchten, die Geschehnisse in Syrien als Niederlage für Russland darzustellen. "Ich versichere Ihnen, das ist es nicht", sagte Putin. Russland habe Kontakte zu allen Gruppen, die die Lage in Syrien kontrollierten, und der Großteil sei an einem Verbleib der beiden russischen Militärbasen in Syrien interessiert. Die Gespräche darüber liefen. Russland habe der Übergangsregierung in Damaskus Vorschläge dazu gemacht.

Die Zukunft des russischen Luftwaffenstützpunkts in Latakia und des Marinehafens in Tartus ist nach dem Assad-Sturz ungewiss. Die Stützpunkte in Westsyrien sind ein wichtiger Bestandteil der weltweiten Militärpräsenz Russlands. Tartus ist Russlands einzige Anlaufstelle für Reparaturen und Nachschub im Mittelmeer. Hmeimim ist ein wichtiges Drehkreuz für militärische Aktivitäten in Afrika. Für Tartus wurde Russland 2017 ein kostenloser Pachtvertrag über 49 Jahre gewährt.

Den Anfang des Monats nach Moskau geflohenen Assad hat Putin nach eigenen Angaben noch nicht getroffen. Aber er plane, dies zu tun. "Ich werde definitiv mit ihm sprechen", sagte Putin. Russland habe auch 4000 iranische Kämpfer aus Syrien herausgebracht. Russland hatte 2015 in den Bürgerkrieg in Syrien zugunsten Assads eingegriffen und dessen Regime gemeinsam mit dem Iran gestützt.

Der Irak begann damit, syrische Soldaten der alten Assad-Armee, die vor den Rebellen in das Nachbarland geflohen waren, zurückzuschicken. Dies teilten die irakischen Sicherheitsbehörden mit. Rund 2000 syrische Soldaten hatten bei dem raschen Vormarsch der Rebellen die Waffen gestreckt und waren in den Irak geflohen.

Für kurdische Gebiete in Nordsyrien dementierte die Türkei US-Angaben über eine Waffenruhe. Es gebe keine Vereinbarung über eine Feuerpause zwischen der von der Türkei unterstützten SNA-Miliz und den von den USA unterstützten und von Kurden-Kämpfern dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), erklärte ein führender Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Ankara. Seine Regierung gehe davon aus, dass die Syrische Nationalarmee (SNA) die von den Kurden-Kämpfern besetzten Gebiete in Nordsyrien erobern werde. Auch die SDF kündigte an zu kämpfen. Wichtigste Gruppe innerhalb der SDF ist die Kurden-Miliz YPG, die von der Türkei als Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK angesehen wird.

(Bericht von Vladimir Soldatkin, Huseyin Hayatsever und Muayad Kenany, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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