Kritisierter Ministerpräsident

Trudeau in Kanada will sich als Parteichef zurückziehen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: EB Adventure Photography/Shutterstock.com

In Kanada will der zuletzt scharf kritisierte Ministerpräsident Justin Trudeau einem Medienbericht zufolge sein Amt als Parteichef der Liberalen zur Verfügung stellen.

Trudeau wolle aber so lange im Amt bleiben, bis ein Nachfolger gefunden sei, berichtete der Sender CBC News am Montag unter Berufung auf Insider. Trudeaus Büro kündigte eine Pressekonferenz noch für Montag an.

Über den Rücktritt des 53-Jährigen als Parteichef war zuletzt bereits spekuliert worden. Es sei aber unklar, ob Trudeau auch das Amt des Ministerpräsidenten sofort niederlege, hatte etwa die kanadische Zeitung "The Globe and Mail" berichtet. Für Mittwoch ist eine Krisensitzung der Fraktion der Liberalen Partei angesetzt.

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Trudeau steht intern unter Druck, da Umfragen seiner Partei eine deutliche Niederlage bei den spätestens im Oktober anstehenden Parlamentswahl voraussagen. Mehrere liberale Abgeordnete haben ihn wegen der schwachen Umfragewerte öffentlich zum Rücktritt aufgefordert.

Die Krise kommt für Kanada zur Unzeit: Der designierte US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, einen Zoll von 25 Prozent auf alle Einfuhren aus Kanada zu erheben. Das dürfte die kanadische Wirtschaft schwer treffen. Trump tritt sein Amt am 20. Januar an. Experten erwarten, dass ein Rücktritt Trudeaus den Ruf nach vorgezogenen Neuwahlen verstärken könnte, um schnell eine handlungsfähige Regierung zu bilden.

Trudeau hatte den Parteivorsitz 2013 in einer Krisenzeit der Liberalen übernommen und 2015 mit einem progressiven Programm an die Macht gebracht. Seine Amtszeit ist von Höhen und Tiefen geprägt: Anfangs gefeiert, sah er sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter die Corona-Pandemie, steigende Lebenshaltungskosten und Kritik an seiner Einwanderungspolitik.

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