Zollstreit

Trump droht EU und Kanada mit neuen pauschalen Strafzöllen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Shutterstock.com/Karolis Kavolelis

Washington (Reuters) - Der Europäischen Union drohen neue pauschale Strafzölle der USA. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Abgaben von 15 oder 20 Prozent auf die meisten Handelspartner zu erheben. Die EU und Kanada könnten bereits am Freitag Schreiben dazu erhalten, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) dem Sender NBC News. Für Waren aus Kanada kündigte Trump eine Abgabe von 35 Prozent ab dem 1. August an. In einem auf seinem sozialen Netzwerk "Truth Social" veröffentlichten Brief an den kanadischen Ministerpräsidenten Mark Carney drohte Trump mit einer weiteren Erhöhung, sollte Kanada mit Gegenzöllen reagieren.

"Wir werden einfach sagen, dass alle übrigen Länder zahlen werden, ob es nun 20 oder 15 Prozent sind", sagte Trump in dem Interview mit NBC News. "Das werden wir jetzt ausarbeiten." Nicht jeder müsse ein Schreiben bekommen, erklärte Trump. "Wir legen einfach unsere Zölle fest."

DROGE FENTANYL IM FOKUS DES STREITS MIT KANADA

Trump hat seinen Handelskrieg in den vergangenen Tagen ausgeweitet. Er verhängte neue Zölle gegen die Verbündeten Japan und Südkorea sowie einen Zoll von 50 Prozent auf Kupfer. Derzeit laufen noch Verhandlungen mit der EU. Hohe US-Zölle würden die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart treffen, vor allem Autohersteller, Maschinenbauer und die Pharmabranche.

Kanada setzt auf weitere Gespräche. Carney erklärte in einem Beitrag auf X, seine Regierung werde kanadische Beschäftigte und Unternehmen in den Verhandlungen mit den USA bis zu dem von Trump angekündigten Termin vom 1. August verteidigen. Trump hatte zuletzt einen Zoll von 25 Prozent für Kanada verhängt.

Eine Ausnahme für Waren, die unter das US-Mexiko-Kanada-Handelsabkommen (USMCA) fallen, sollte bestehen bleiben, sagte ein Vertreter der US-Regierung. Dies gelte auch für die 10-prozentigen Zölle auf Energie und Düngemittel, obwohl Trump in diesen Fragen noch keine endgültige Entscheidung getroffen habe.

Trump beklagte sich in seinem Brief erneut über den Schmuggel der Droge Fentanyl aus Kanada sowie die tarifären und nichttarifären Handelshemmnisse des Landes, die US-Milchbauern und anderen schadeten. Der US-Präsident erklärte, das Handelsdefizit sei eine Bedrohung für die US-Wirtschaft und die nationale Sicherheit. "Wenn Kanada mit mir zusammenarbeitet, um den Fentanyl-Fluss zu stoppen, werden wir möglicherweise eine Anpassung dieses Briefes in Erwägung ziehen", schrieb Trump.

Nach Darstellung der kanadischen Seite stammt nur eine winzige Menge Fentanyl aus Kanada. Das Land habe zudem Maßnahmen zur Sicherung der Grenze ergriffen. Auch Carney argumentierte, Kanada habe "wichtige Fortschritte bei der Bekämpfung der Fentanyl-Plage in Nordamerika erzielt". Hier sei man weiter bereit, mit den USA zusammenzuarbeiten.

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