Unruhen in Kongos Hauptstadt Kinshasa - Chaos in Goma

Reuters · Uhr
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Kinshasa/Goma (Reuters) - In der Demokratischen Republik Kongo hat es erneut Unruhen gegeben.

In der Hauptstadt Kinshasa setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein, wie ein Reuters-Reporter beobachtete. Die Sicherheitskräfte reagierten damit darauf, dass die Demonstranten aus Wut über den Konflikt im Osten des Landes Botschaften und UN-Gelände angriffen, darunter die Vertretungen der USA, Ruandas und Frankreichs. In Goma, der größten Stadt im Osten des zentralafrikanischen Landes, kam es erneut zu Zusammenstößen. Leichen lagen auf den Straßen, und Krankenhäuser waren überfüllt.

Die von Ruanda unterstützten M23-Rebellen stießen auf vereinzelten Widerstand von Armee und regierungsnahen Milizen. Die M23-Kämpfer waren am Montag in Goma einmarschiert - die größte Eskalation seit 2012 in dem seit drei Jahrzehnten schwelenden Konflikt, der seine Wurzeln in den Nachwirkungen des Völkermords in Ruanda und im Kampf um die Kontrolle der reichhaltigen Bodenschätze des Kongos hat. Goma ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Hilfsorganisationen und Menschen, die vor Kämpfen in anderen Teilen des Ostkongos fliehen.

Die Regierung Kongos und der Chef der UN-Friedenstruppen erklärten, ruandische Soldaten seien in Goma und unterstützten ihre Verbündeten von der M23. Ruanda erklärte, es verteidige sich gegen kongolesische Milizen. Einwohner von Goma und UN-Quellen berichteten, Dutzende Soldaten hätten sich ergeben, doch einige andere sowie regierungsnahe Milizionäre leisteten noch Widerstand. Gewehrfeuer und Explosionen waren zu hören.

"Von Mitternacht bis jetzt höre ich Gewehrfeuer ... es kommt aus der Nähe des Flughafens", sagte eine ältere Frau im Stadtteil Majengo im Norden Gomas per Telefon. Jens Laerke, Sprecher des UN-Nothilfebüros (OCHA), sagte in Genf, Kollegen hätten von "schwerem Gewehr- und Mörserfeuer in der ganzen Stadt und vielen Leichen auf den Straßen" berichtet. "Wir haben Berichte über Vergewaltigungen durch Kämpfer, Plünderungen von Eigentum ... und Angriffe auf humanitäre Gesundheitseinrichtungen." Andere Hilfsorganisationen berichteten von überfüllten Krankenhäusern, in denen Verletzte auf den Fluren behandelt würden.

"WIE OFT MÜSSEN WIR NOCH STERBEN?"

In Kinshasa, 1600 Kilometer von Goma entfernt, verbrannten wütende Menschen Reifen, skandierten antiruandische Parolen und griffen Botschaften mehrerer Länder an, die als ruandafreundlich gelten. "Was Ruanda tut, geschieht mit der Komplizenschaft Frankreichs, der USA und Belgiens. Das kongolesische Volk hat genug. Wie oft müssen wir noch sterben?" fragte der Demonstrant Joseph Ngoy. Angegriffen wurden auch die Botschaften Ugandas, Kenias, der Niederlande und Belgiens.

Auch UN-Blauhelmsoldaten sind in die Kämpfe verwickelt worden. Südafrika teilte mit, drei seiner Soldaten seien in einem Kreuzfeuer zwischen Regierungstruppen und Rebellen getötet worden. Ein vierter sei seinen Verletzungen von früheren Kämpfen erlegen. Damit stieg die Zahl der Toten in den vergangenen sieben Tagen auf 13.

(Bericht von Yassin Kombi in Goma, Sonia Rolley and John Irish in Paris, Ange Adihe Kasongo and Stanis Bujakera in Kinshasa, Bhargav Acharya in Johannesburg, Giulia Paravicini in Nairobi und Emma Farge in Genf, bearbeitet von Alexander Ratz, redigiert von Thomas Seythal)

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