Dax Tagesrückblick 30.01.2026

Dax beendet turbulente Woche erholt - Gold verbucht massiven Verlust

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: viewimage/Shutterstock.com

Der Dax hat sich zum Ausklang einer turbulenten Woche etwas von den Verlusten der Vortage erholt. Trotz der Gewinne steht auf Wochensicht damit für den deutschen Leitindex ein Minus von rund anderthalb Prozent zu Buche. Die Bilanz für den turbulenten Börsenmonat Januar ist nahezu ausgeglichen.

Letztlich schloss der Dax am Freitag 0,94 Prozent höher bei 24.538 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es indes bergab, der Index verlor 0,22 Prozent auf 31.164 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 verbesserte sich um 0,95 Prozent.

Mit größerem Interesse dürften die Anleger die Nachricht aufgenommen haben, dass US-Präsident Donald Trump den früheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell vorgeschlagen hat. Die US-Parlamentskammer Senat muss Trumps Kandidaten noch als künftigen Chef der Federal Reserve (Fed) bestätigen. Powells Amtszeit endet regulär im Mai.

Trump nominiert Warsh
Der designierte Fed-Chef verheißt weiter Normalität - hoffentlich30.01.2026 · 13:43 Uhr · onvista
Ein Podest mit dem Emblem der Federal Reserve

Warsh gilt eigentlich als "Falke", der eher zu einem restriktiveren Zinspfad tendiert, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Allerdings soll er sich Medienberichten zufolge jüngst offen für niedrigere Zinsen gezeigt haben. "Ob Warsh also tatsächlich den Wünschen von Donald Trump nach niedrigeren Zinsen folgt, bleibt abzuwarten", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Adidas begeistert mit geplantem Aktienrückkauf

Die Aktien von Adidas schnellten an der Dax-Spitze um gut vier Prozent hoch. Dies dürfte vor allem dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm geschuldet sein. Der Sportartikelkonzern will ab Anfang Februar für bis zu eine Milliarde Euro eigene Anteilscheine erwerben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Adidas so viel Umsatz wie nie zuvor. Mit der Margenentwicklung hätten die Herzogenauracher die Erwartungen übertroffen, hieß es aus dem Handel.

Die Papiere von Nordex erholten sich von ihrem deutlichen Anfangsverlust und stiegen moderat um ein Prozent, nachdem sie am Donnerstag ein Rekordhoch markiert hatten. Kreisen zufolge verkauft die Beteiligungsgesellschaft Skion der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten sieben Millionen Nordex-Anteile. Der Platzierungspreis dürfte bei 32,15 Euro liegen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf ihr vorliegende Unterlagen. Die Platzierung signalisiere eine solide Nachfrage, urteilte ein Händler. Der Überhang sei beseitigt, daher könne die Kursschwäche zum Kauf genutzt werden, empfahl er.

Für die Titel von Fraport ging es auf den höchsten Stand seit November. Die Aktie strebten 2,2 Prozent aufwärts. Das Analysehaus Jefferies hatte die Anteilsscheine des Flughafenbetreibers von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 72 auf 100 Euro erhöht. Analystin Priyal Woolf erwartet 2026 im Flugverkehr ein starkes Jahr mit höheren Kapazitäten der Airlines.

Die Anteilsscheine von Auto1 gewannen 1,9 Prozent. Die US-Bank JPMorgan hatte das Kursziel für den Internet-Gebrauchtwagenhändler von 42 auf 50 Euro erhöht, mit dem Vermerk "Positive Catalyst Watch". Damit rechnet Analyst Marcus Diebel mit Blick auf die im Februar anstehenden Geschäftszahlen mit positiven Nachrichten.

Die Aktien von Schaeffler setzten die Korrektur ihrer steilen Kursrally seit November fort und fielen um rund sieben Prozent. Damit sind etwa die Hälfte der Kursgewinne seit Jahresanfang wieder weg. Allerdings beläuft sich der Zuwachs für 2026 noch immer auf ein Fünftel. Die UBS sieht die Marktschätzungen für 2026 risikobehaftet. Die größte Sorge gelte dabei dem freien Barmittelfluss.

Nach einer Kaufempfehlung liefen die Jenoptik-Titel an ihren vor zwei Tagen erreichten höchsten Stand seit Oktober 2024 heran und kletterten um fast elf Prozent. Die Deutsche Bank hatte ihr Votum von "Hold" auf "Buy" geändert und das Kursziel von 22 auf 28 Euro angehoben. Analyst Michael Kuhn setzt auf den Führungswechsel beim Hightech-Unternehmen und die besseren Aussichten im Halbleiter-Kerngeschäft.

Gold und Silber verbuchten harsche Verluste

Der Euro fiel unterdessen, da die Nominierung von Warsh den Dollar merklich stützte. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1919 (Donnerstag: 1,1968) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8389 (0,8355) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86620 (0,86620) britische Pfund, 183,59 (183,48) japanische Yen und 0,9157 (0,9182) Schweizer Franken fest.

Edelmetalle erlebten einen der verlustreichsten Tage der vergangenen Jahre. Kurz vor Handelsschluss in Frankfurt notierte der Goldpreis 7,5 Prozent im Minus. Eine Feinunze (31,1 Gramm) kostete damit 5.028 US-Dollar. Im frühen Handel war der Goldpreis sogar knapp unter 5.000 Dollar gerutscht, nachdem er am Vortag erst bei 5.598 Dollar ein Allzeithoch markierte. In Euro gerechnet belief sich das deutliche Minus auf 6,8 Prozent.

Silber fiel gar um 17 Prozent auf 97 US-Dollar je Feinunze. In Euro gerechnet verbuchte der Silberpreis ein vergleichbar großes Minus. Damit ist die steile Rekordjagd des "kleinen Bruders" erstmal vorbei. Sowohl Gold als auch Silber haussieren seit Monaten schon, angetrieben durch die wachsende geo- und handelspolitische Unsicherheit. Vor allem Silber profitierte dabei seit Herbst 2025 von einer relativen Unterbewertung zu Gold.

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Goldbarren sind vor einem Kurschart zu sehen.

Der schwache Dollar stützte den Trend ebenfalls. Die Nominierung Warshs als Fed-Chef trieb den "Greenback" jedoch wieder an, was die Preise der Edelmetalle belastete. Die immer extremeren Preissprünge schürten zuletzt zudem Ängste, dass Gold und Silber extrem überkauft sind und eine größere Korrektur immer wahrscheinlicher werde. Gewinnmitnahmen dürften daher die Abwärtsbewegung am Freitag beschleunigt haben.

(mit Material von dpa-AFX)

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