Dax schließt knapp unter 25.000 Punkten - Kursrutsch bei FMC und MTU

Dem Dax ist am Dienstag knapp die Zurückeroberung der 25.000-Punkte-Marke missglückt. Nach einem verlustreichen Auftakt drehte der Index dank einer festeren Wall Street am Nachmittag in die Gewinnzone, knickte aber in den finalen Handelsminuten nochmal ein. Letztlich schloss der Dax so minimale 0,02 Prozent tiefer bei 24.986 Punkten und verfehlte so knapp die runde Marke.
Der MDax der mittelgroßen Werte hielt sich etwas besser und legte um 0,1 Prozent auf 31.410 Punkte zu. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex der Eurozone trat mit plus 0,04 Prozent praktisch auf der Stelle.
"Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit", resümierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners den Dax-Verlauf. Die doppelte Unsicherheit aus US-Zollpolitik und Iran-Konflikt halte die Anleger derzeit von Aktienkäufen ab. Allerdings kehrten sie bei Kursschwächen auch immer mal wieder an den Markt zurück.
Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets schrieb außerdem, dass mit Blick auf die Zollthematik die zentrale Frage nun laute, "wie ein Abkommen zwischen den USA und der Europäischen Union vereinbart werden kann, wenn es überhaupt keine Klarheit mehr gibt".
FMC und MTU im Dax nach Zahlen schwächer
Unternehmensseitig sorgte die Berichtssaison für deutlich mehr Nachrichten als zum ruhigen Wochenauftakt. Die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) verloren am Dax-Ende 7,2 Prozent. Der Dialyseanbieter berichtete zwar für 2025 einen Gewinnsprung und schnitt damit einem Händler zufolge ein wenig besser als erwartet ab. Analysten bemängelten aber die Gewinnaussichten für 2026.
Beim Triebwerksbauer MTU überzeugten weder ein kräftiger Gewinnsprung noch die überraschend deutliche Dividendenanhebung, wie der Kursrückgang um 6,3 Prozent zeigte. Analysten stießen sich etwas am freien Barmittelfluss.
Dagegen konnten Unternehmen aus dem Nebenwerte-Index SDax mit ihrer Geschäftsentwicklung großteils überzeugen. Die Titel von Spitzenreiter Elmos behaupteten nach einem Rekordhoch einen Anstieg um 9,6 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 45 Prozent. Nach dem mäßigen Vorjahr strebt der Halbleiterkonzern 2026 ein deutliches Umsatzplus an. Auch die operative Ergebnismarge soll sich verbessern. Die Ziele für 2030 bekräftigte das Unternehmen, ist für den freien Barmittelzufluss nun aber zuversichtlicher als bisher.
Der Brennstoffzellenspezialist SFC Energy setzt nach einem holprigen Jahr auf baldige Besserung. Nach einem leichten Rückgang 2025 soll der Umsatz im laufenden Jahr wieder steigen. Auch für das operative Ergebnis soll es nach einem Einbruch um fast ein Viertel wieder bergauf gehen. Analyst Malte Schaumann von Warburg Research sieht die Zielspanne für das operative Ergebnis (Ebitda) über seinen Erwartungen. Die Aktien gewannen 8,7 Prozent.
Gerresheimer leiden im Sog von Novo Nordisk
Für Indus Holding ging es um rund ein Prozent hoch, womit die Aktien einen kleinen Teil der Gewinnmitnahmen der vergangenen zwei Wochen wettmachten. Das auf Mittelständler spezialisierte Beteiligungsunternehmen bekam zwar im vergangenen Geschäftsjahr die Belastungen durch die US-Zollpolitik zu spüren, erreichte aber die eigenen Ziele. Experte Thomas Wissler vom Analysehaus MWB Research attestierte Indus ein erwartungsgemäß solides Schlussquartal, das eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorquartal aufweise.
Für Gerresheimer ging es um weitere 2,6 Prozent bergab. Vortags hatte schon der Kursrutsch des Pharmariesen Novo Nordisk die Aktien des Spezialverpackungsherstellers in Mitleidenschaft gezogen. Nun rät die Schweizer Großbank UBS mit einem auf 12,90 Euro eingestampften Kursziel zum Verkauf.
Gold nach starkem Wochenauftakt etwas billiger
Der Euro gab unterdessen nach. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1776 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch bei fast 1,18 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1777 (Montag: 1,1784) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8491 (0,8486) Euro.
Der Kurs des Euro habe sich damit nicht aus seiner jüngsten Schwächephase befreien können, schrieben die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Bereits seit rund einer Woche notiert die Gemeinschaftswährung unter der 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Unterstützung liefern jedoch aus markttechnischer Sicht weiterhin die langfristigen 100- und 200-Tage-Linien.
Der Goldpreis gab nach Vortagesgewinnen wieder nach. Zum Wochenauftakt hatte der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) bis auf knapp 5.250 US-Dollar zugelegt. Am Dienstag gab der Kurs um 1,6 Prozent auf 5.149 Dollar nach. Gleichwohl rangiert der Preis damit weiter klar über der 5.000-Dollar-Marke. Nach einem heftigen Abverkauf Ende Januar hat sich der Goldpreis damit wieder ein gutes Stück erholt.
(mit Material von dpa-AFX)



