Dax Tagesrückblick 26.02.2026

Dax steigt trotz schwacher Wall Street - Flut an Unternehmenszahlen

onvista · Uhr
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Quelle: peterschreiber.media/Shutterstock.com

Der Dax hat am Donnerstag moderat zugelegt. Die Anleger in Frankfurt ließen sich die Stimmung von der schwächeren Wall-Street nicht trüben. Auch über teilweise deutliche Verluste bei einzelnen Werten nach Zahlen setzte sich der Dax hinweg und schloss so 0,45 Prozent höher bei 25.289 Punkten. Oberhalb der Marke von 25.300 Punkten war im Tagesverlauf beim Dax aber wieder Schluss. In diesem Bereich kristallisiert sich seit Mitte Februar ein wichtiger Widerstand heraus.

In der zweiten Reihe legte der MDax nur 0,07 Prozent auf 31.452 Punkte zu. Der Euro Stoxx 50 als Leitindex des Euroraums wiederum verlor im Sog einer schwächeren Wall Street rund 0,2 Prozent.

Neben den mit Spannung erwarteten, aber verhalten aufgenommenen Nvidia-Geschäftszahlen stand am deutschen Aktienmarkt ebenfalls die Berichtssaison mit einer Flut von Jahreszahlen im Fokus. Stärkere Software-Aktien in den USA trieben hierzulande auch das Dax-Schwergewicht SAP an, was dem Index letztlich zu den moderaten Gewinnen verhalf.

Munich Re und Heidelberg Materials schwächeln nach Zahlen

Ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus nutzte dem Internetportal-Betreiber Scout24 indes ebenso wenig wie das avisierte weitere Wachstum: Die Aktien büßten 0,7 Prozent ein und notierten zeitweise so niedrig wie seit April 2024 nicht mehr. JPMorgan-Analyst Marcus Diebel verwies auf schwächer als erwartet ausgefallene Umsätze mit Privatkunden. Da die Aktien seit dem Rekordhoch im Sommer fast die Hälfte ihres Werts verloren haben, droht im März der Rauswurf aus dem Dax.

Für Munich Re ging es nach einem zuletzt guten Lauf der Aktien um 0,9 Prozent bergab. Der Rückversicherer übertraf zwar trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles sein Gewinnziel, blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Allianz-Titel stiegen dagegen um 0,8 Prozent. Ein Händler sah die Geschäftsentwicklung des Versicherers trotz eines Rekordgewinns bestenfalls im Rahmen der Erwartungen und den Ausblick darunter.

Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials büßten am Dax-Ende 5,2 Prozent ein. Hier belastete die anhaltende Debatte über das europäischen Emissionshandelssystem ETS. Zum Thema wurde ein Artikel, wonach Italien auf dessen Aussetzung drängen soll, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Von den Anlegern in der CO2-intensiven Chemiebranche wurde diese Entwicklung dagegen begrüßt.

Deutsche Telekom verloren nach einigen Schwankungen 1,9 Prozent. Ein Börsianer sprach von durchwachsenen Zahlen und Unternehmenszielen. Die gute heimische Geschäftsentwicklung sichere die Aktie aber nach unten ab.

Die Titel von MDax-Schlusslicht Freenet sackten um weitere 13,7 Prozent ab. Der Mobilfunk- und TV-Anbieter blieb mit seinen Jahreszahlen sowohl hinter der eigenen Planung als auch den Analystenerwartungen zurück. Zudem enttäuschten die Unternehmensziele.

Beim Gabelstaplerhersteller Kion sorgte ein ebenfalls schwacher Ausblick für Kursverluste von 10,7 Prozent. Im Schlepptau von Kion gaben die Anteile des Konkurrenten Jungheinrich um 7,6 Prozent nach.

Für Hensoldt ging es um vier Prozent nach unten, obwohl der weltweite Rüstungsboom dem Radar-Spezialisten einen Auftragsrekord und einen deutlichen Gewinnanstieg im Tagesgeschäft beschert hatte. Jefferies-Analystin Chloe Lemarie sah derweil die Mitte der operativen Ergebniszielspanne zwei Prozent und die Dividende noch deutlicher unter dem Marktkonsens.

Adesso und Puma mit starken Zugewinnen

Dagegen konnten sich die Anleger bei Puma über ein Kursplus von 9,7 Prozent freuen. Die Zahlen des Sportwarenherstellers für das vergangene Quartal seien weniger schlecht ausgefallen als befürchtet, kommentierte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Aixtron drehten nach anfangs hohen Verlusten ins Plus und gewannen zuletzt 7,8 Prozent. Die Analysten der DZ-Bank rechnen in der zweiten Jahreshälfte 2026 mit steigenden Bestellungen für die Anlagen des Chipindustrie-Ausrüsters.

Im Nebenwerte-Index SDax büßten die Aktien von Gerresheimer über 15 Prozent ein. Die Krise beim Verpackungsspezialisten spitzt sich weiter zu. Der Konzern muss sich weiteren Prüfungen durch die Finanzaufsicht Bafin stellen.

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Produktion von Diabetes-Spritzen

Indes verteuerten sich die zuletzt schwachen Titel von Adesso um rund zwölf Prozent. 2025 verhalf auch ein starkes Schlussquartal dem IT-Dienstleister zu überraschend guten Ergebnissen. Für das laufende Jahr erwartet er trotz der anhaltend schwachen Konjunktur ein weiteres Wachstum. Norma-Titel gewannen dank eines Aktienrückkaufprogramms des Verbindungstechnikhersteller 7,1 Prozent.

Euro kaum bewegt, Gold mit kleinem Zugewinn

Der Euro bewegte sich weiterhin bei 1,18 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1796 Dollar. Das war etwas weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1814 (Mittwoch: 1,1784) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8464 (0,8486) Euro.

Nach Auffassung der Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) deuten technische Indikatoren auf eine trendlose Marktverfassung hin. Derzeit sei offen, in welche Richtung der nächste, größere Impuls führen wird.

Gold knüpfte indes in ruhigerem Tempo an die starken Vortage an. Der Preis je Feinunze (31,1 Gramm) legte um 0,36 Prozent auf 5.181 US-Dollar zu. In Euro ging es etwas stärker mit plus 0,6 Prozent nach oben. Damit erholt sich Gold weiter vom scharfen Abverkauf Ende Januar. Auf Sicht von 30 Tagen notiert der Kurs nunmehr nur noch 2,8 Prozent im Minus.

(mit Material von dpa-AFX)

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