Astra Zeneca: Ermutigende Studienergebnisse ++ Thyssenkrupp: Gruseliges Geschäftsjahr endet mit 5,5 Milliarden Euro Verlust ++ CTS Eventim: Corona-Krise ist weiterhin ein dickes Brett

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Astra Zeneca: Ermutigende Studienergebnisse ++ Thyssenkrupp: Gruseliges Geschäftsjahr endet mit 5,5 Milliarden Euro Verlust ++ CTS Eventim: Corona-Krise ist weiterhin ein dickes Brett

Der frühere Chef des Skandalunternehmens Wirecard, Markus Braun, soll am heutigen  Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags zu dem Bilanzbetrug aussagen. Die Abgeordneten wollen den Ex-Manager vor allem zu seinen Kontakten zu Politik und Behörden befragen. Dass er sich zu möglichen kriminellen Machenschaften und den konkreten Betrugsvorwürfen der Staatsanwaltschaft äußert, wird als eher unwahrscheinlich eingeschätzt. Zeugen müssen sich nicht selbst belasten. Braun gilt als einer der Hauptverantwortlichen für Betrugsskandal, bei dem Wirecard über Jahre Scheingeschäfte in Milliardenhöhe verbucht haben soll.

Der Ausschuss will aufdecken, ob das deutsche Fintech-Unternehmen als aufstrebender Börsenstar von den Aufsichtsbehörden trotz Hinweisen auf Unregelmäßigkeiten mit Samthandschuhen angefasst wurde. Dabei geht es auch um Versäumnisse der Politik, weshalb die Kontakte Brauns relevant sein könnten.

Der Ex-Manager sitzt seit dem Sommer in Bayern in Untersuchungshaft. Er wollte ursprünglich nicht persönlich vor dem Ausschuss in Berlin erscheinen, sondern per Video aussagen. Der Bundesgerichtshof gab diesen Anträgen jedoch nicht statt, so dass Braun am Mittwoch bereits nach Berlin gebracht wurde. Er übernachtet in einem Gefängnis.

Dax: Leitindex ist wieder in der Realität angekommen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag mit Verlusten gestartet. Der Dax verlor im frühen Handel 0,77 Prozent auf 13 100 Punkte. An der Wall Street hatte es am Vortag für den Dow Jones Index erneut nicht zum Sprung über die 30 000er Marke gereicht, woraufhin Anleger Aktien verkauft hatten. Die auch mit stark zunehmenden Infektionszahlen begründeten schwachen Vorgaben belasten nun auch den Dax.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte fiel um 0,57 Prozent auf 28 635 Zähler zurück. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,71 Prozent auf 3457 Punkte.

Astra Zeneca: Studie 2 abgeschlossen

Heute ist Astra Zeneca an der Reihe über seinen Impfstoff-Kandidaten zu berichten. Dabei ist als erstes festzustellen. Der britische Pharmakonzern, der zusammen mit der Universität Oxford an einem Impfstoff arbeitet, ist nicht soweit wie Moderna oder Biontech und Pfizer. Während letztgenannten schon kurz vor einer Notfallzulassung stehen, veröffentlicht Astra Zeneca die vorläufigen Ergebnisse seiner Phase-2-Studie. Sie zeigen, dass der entwickelte Coronavirus-Impfstoff sicher ist und bei allen Erwachsenen eine ähnliche Immunantwort auslöst hat. Die erfreulichen Ergebnisse wurden heute in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ publiziert.

Die Studie wurde in dieser Phase an 560 gesunden Erwachsenen – darunter 240 über 70 Jahre – durchgeführt. Sie ergab, dass der Wirkstoff sicher ist und eine ähnliche Immunantwort bei Menschen über 56 Jahren und zwischen 18 und 55 Jahren hervorruft. Damit wird die Studie weitergeführt und geht jetzt in die entscheidende Phase der Wirksamkeit und Zulassung. Verglichen mit den Nachrichten der vergangenen Tage, liegt Astra Zeneca sogar ein Tick hinter Curevac zurück. Bislang wurde spekuliert, dass die Briten im Rennen um den Impfstoff sehr weit vorne liegen.

Thyssenkrupp: Ausblick bleibt weiterhin gruselig

Der kriselnde Thyssenkrupp-Konzern will nach Milliardenverlusten seinen geplanten Jobabbau fast verdoppeln. Statt der im Mai 2019 angekündigten 6000 sollen nun 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie der Konzern am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz für 2019/20 mitteilte. „Betriebsbedingte Kündigungen sind nach wie vor die ultima ratio. Wir können sie aber im Moment nicht ausdrücklich ausschließen“, betonte Personalvorstand Oliver Burkhard. Thyssenkrupp verbuchte unter dem Strich im fortgeführten Geschäft – ohne die veräußerte Aufzugssparte – einen Fehlbetrag von 5,5 Milliarden Euro. Insbesondere die von der Corona-Krise gebeutelte Stahlsparte verhagelte das Ergebnis. Eine Dividende soll es erneut nicht geben. Im angelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 soll es zwar besser laufen. Am Ende rechnet der Vorstand aber immer noch mit einem Jahresfehlbetrag von mehr als einer Milliarde Euro.

Operativ beendete Thyssenkrupp mit einem bereinigten Ebit von Minus 1,6 Milliarden Euro das Geschäftsjahr etwas weniger schlecht als zuletzt angenommen. Aus dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts erzielte der Konzern zudem einen Gewinn von 15 Milliarden Euro, durch den das Unternehmens sein Eigenkapitalquote auf 28 Prozent von zuvor sechs Prozent erhöhte. Davon abgesehen fließt das Geld aber zum Teil in Strömen ab. Allein die Stahlsparte schrieb einen operativen Verlust von 946 Millionen Euro. Im neuen Jahr erwartet das Management hier einen Fehlbetrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Der Großanlagenbau und das Geschäft mit Autoteilen schlossen jeweils mit einem Verlust von etwa einer Viertelmilliarde Euro ab.

Kommt es noch schlimmer?

Vorstandschefin Martina Merz erklärte, es seien zwar beim Umbau des Konzerns „erste kraftvolle Schritte“ gemacht worden. „Es liegt aber noch ein gutes Stück Weg vor uns. Wir werden noch weiter in den ‚roten Bereich‘ gehen müssen, ehe wir Thyssenkrupp zukunftsfähig aufgestellt haben.“ Die nächsten Schritte könnten schmerzhafter werden als die bisherigen. Für den Stahlbereich werde wohl im Frühjahr eine Grundsatzentscheidung getroffen. Merz hatte erklärt, es gebe hier keine Tabus. Möglich sei sowohl ein Verkauf sowie eine Partnerschaft oder eine Fusion. Der britische Konkurrent Liberty Steel will Thyssenkrupp Steel Europe übernehmen. Die IG Metall lehnt dies ab. Sie fordert einen Einstieg des Staates beim größten deutschen Stahlkocher Auch Merz hat dies als Option bezeichnet.

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Kurz & knapp:

CTS Eventim: Fehlende Einnahmen aus Konzerten, Festivals und Großveranstaltungen infolge der Corona-Beschränkungen haben dem Konzertveranstalter und Ticketvermarkter CTS Eventim erneut schwer zu schaffen gemacht. In den ersten neun Monaten des Jahres krachte das  um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) von 177 Millionen Euro im Vorjahr auf -17,7 Millionen Euro, wie das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Auch der Umsatz knickte ein – um 79 Prozent auf 228,7 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein Verlust von 61,8 Millionen Euro, nachdem CTS Eventim in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres noch 72,3 Millionen Euro einstreichen konnte. Aufgrund der angespannten Situation und Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Corona-Krise traut sich das Management von CTS Eventim weiterhin keine Jahresprognose zu.

Wacker Neuson: Die Aktionäre reagieren am Donnerstag schwer verschnupft auf ein plötzliches Wechselspiel im Vorstand. Für Unsicherheit sorgte der gleichzeitig angekündigte Abschied sowohl von Konzernchef Martin Lehner als auch Finanzchef Wilfried Trepels. Damit verliert der Baumaschinenhersteller in Kürze die Hälfte des Vorstands. Die Aktien sackten daraufhin im frühen Xetra-Handel um acht Prozent ab. Lehner soll zum 31. Dezember ausscheiden, während Trepels sein Vorstandsmandat schon zum 30. November niederlegt. Beide Positionen sollen vorübergehend vom jetzigen Aufsichtsrat Kurt Helletzgruber übernommen werden. Laut einem Händler weisen die Nachrichten darauf hin, dass es hinter den Kulissen bedeutende Meinungsverschiedenheiten gibt. Dies werfe Fragen auf hinsichtlich der strategischen Ausrichtung, die er bislang als erfolgreich erachtet habe.

Kion: Der Gabelstaplerhersteller könnte mit seiner angekündigten Kapitalerhöhung fast eine Milliarde Euro einsammeln. Das Unternehmen will gut 13 Millionen neue Aktien an den Mann bringen, wie aus einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Die neuen Aktien entsprechen etwa elf Prozent des derzeitigen Aktienkapitals und sollen auch den bisherigen Eigentümern angeboten werden. Sie haben das Recht, für neun bestehende eine neue Aktien zum Bezugspreis zu kaufen. Der Großaktionär Weichai Power hat sich der Mitteilung zufolge verpflichtet, bei der Kapitalerhöhung vollumfänglich mitzuziehen. Mit dem Erlös will Kion zunächst die Verschuldung reduzieren. Zudem möchte der Konzern die im Mai vereinbarte KfW-Kreditlinie kündigen. Die Bezugszeit beginnt am 20 November und endet am 3. Dezember. Der Bezugspreis soll am 30. November festgelegt werden. Nicht bezogene Aktien werden voraussichtlich am 4. Dezember 2020 im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens ausschließlich qualifizierten institutionellen Investoren angeboten. Der endgültige Umfang der Barkapitalerhöhung und damit der Platzierungserlös wird voraussichtlich am 4. Dezember bekannt gegeben werden.

Bitcoin Group: Seit Ende Oktober 2020 ist das Unternehmen neuestes Mitglied des ersten in Deutschland gestarteten Blockchain Exchange Traded Funds (ETF) zum Thema Kryptowährungen und Blockchain. Im März 2019 legte die US-Fondsgesellschaft Invesco den Invesco Elwood Global Blockchain ETF (ISIN: IE00BGBN6P67) auf. Der Fonds bildet den Elwood Blockchain Global Equity Index ab. Das Barometer beinhaltet Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die die Chancen des Blockchain-Ökosystems ergreifen. Somit ist er darauf ausgelegt, sich mit dem potenziellen Wachstum der Blockchain Technologie weiterzuentwickeln. Quartalsweise wird der Index überprüft und neu gewichtet. So kam es, dass die Bitcoin Group SE per Ende Oktober Teil des Portfolios ist.

Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Roland Magnusson / shutterstock.com

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