Autoabsatz September: VW glänzt, Daimler überzeugt und BMW schwächelt ++ Infineon: ASML bestätigt Prognose, SocGen stuft ab ++ Lufthansa: United Airlines hebt die Prognose an

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Autoabsatz September: VW glänzt, Daimler überzeugt und BMW schwächelt ++ Infineon: ASML bestätigt Prognose, SocGen stuft ab ++ Lufthansa: United Airlines hebt die Prognose an

Der Start in die Berichtssaison ist mit Spannung erwartet worden. Die US-Banken haben sie Dienstag eingeläutet und die Sorgen, dass der Handelsstreit voll auf die Bilanzen der US-Konzerne durchschlägt, hat sich bislang nicht bestätigt. Eher das Gegenteil ist der Fall. Das Rekordquartal von JP Morgan und ein deutlich besseres Ergebnis bei United Health haben die US-Märkte am Dienstag kräftig angeschoben. Gegen Handelsschluss kam allerdings wieder ein wenig Unmut auf. Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf zur Unterstützung von Demokratie und Bürgerrechten in Hongkong angenommenen. Dies könnte auch die zuletzt für Optimismus sorgenden Handelsgespräche wieder belasten.

Berichtssaison ist gut angelaufen

Bislang haben 35 Konzerne aus dem S&P 500 ihre Bücher geöffnet. 29 davon haben die Erwartungen übertroffen, wie CNBC berichtet. Nach US-Börsenschluss gab es einen weiteren Beweis für den guten Start in die Quartalsberichtssaison. United Airlines präsentierte seine Zahlen und hob die Prognose an. Mit Alcoa, IBM und Netflix sind heute drei weitere prominente Konzerne an der Reihe ihre Zahlen zu präsentieren.

Dax in Lauerstellung?

Der deutsche Leitindex startet heute etwas tiefer in den Handelstag. Seit Dienstag voriger Woche hat der Dax allerdings schon bereits um rund 5,5 Prozent zugelegt. Da ist ein kleines Durchschnaufen eigentlich ganz normal. Gegen Mittag könnte allerdings wieder Schwung in den deutschen Markt kommen. Sollten die EU und Großbritannien sich auf einen Brexit-Deal einigen, dann könnte neue Euphorie am Markt aufkommen. Zu Beginn des Handelstages bleibt der deutsche Leitindex jedenfalls in der Nähe seines Jahreshochs. Er startet mit 12.635,93 Punkten in den Handelstag - ein Plus von 0,05 Prozent.

Deutsche Autobauer mit gemischten Absatzzahlen für September

Der Autoabsatz in Europa ist dem entsprechenden Verband zufolge im September dank eines niedrigen Vorjahreswertes deutlich gestiegen. Die Zahl neu zugelassener Fahrzeuge sei um 14,5 Prozent auf 1,2 Millionen Stück gestiegen, teilte Acea am Mittwochmorgen in Brüssel mit. 2018 waren die Verkäufe vor dem Hintergrund der Einführung neuer Abgasvorschriften (WLTP) um fast ein Viertel eingebrochen.

Im September nun legten vier der fünf wichtigsten europäischen Absatzmärkte zweistellig zu. Dabei war das Plus in Deutschland mit 22,2 Prozent am deutlichsten. Auf den Plätzen folgten Spanien (+18,3%), Frankreich (+16,6%) und Italien (+13,4%). Im Brexit-geplagten Großbritannien stieg die verkaufte Stückzahl hingegen nur um 1,3 Prozent.

Unter den deutschen Produzenten glänzte der Volkswagen-Konzern (VW) mit einem Anstieg der neu zugelassenen Fahrzeuge um fast die Hälfte auf eine Viertelmillion. Der Marktanteil sprang dadurch von 15,6 auf 20,0 Prozent. Bei Daimler lag das Absatz-Plus noch bei 7,0 Prozent, während BMW sogar ein Minus von 0,1 Prozent hinnehmen musste.

Infineon: Verkaufsempfehlung belastet

Die Aktionäre des Chipherstellers müssen heute zwei Nachrichten einordnen. Zum einen senkt die Societe Generale (SocGen) den Daumen bei Infineon und zum anderen hat ASML seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigt. Unterm Strich scheinen die Anleger allerdings der Abstufung der französischen Großbank den Vorzug zu geben, da die Aktie klar im Minus in den Handelstag startet.

Die SocGen hat Infineon von „Hold“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 16,50 auf 15,50 Euro gesenkt. Er glaube nun, dass es etwas länger dauern wird, bis im wichtigen Kundenkreis der Automobilindustrie eine Erholung einsetzt, schrieb Analyst Aleksander Peterc in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Dies führe in seinem Modell für den Halbleiterkonzern zu niedrigeren Gewinnschätzungen in den Jahren 2020 bis 2023.

ASML bestätigt Prognose

Trotz einer anhaltenden Schwäche bei der Produktion von Speicherchips hält der Chipindustrie-Ausrüster ASML an seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Demnach soll der Umsatz ungeachtet der aktuellen Schwierigkeiten in der konjunktursensiblen Halbleiterbranche steigen und ASML weiter wachsen, wie Konzernchef Peter Wennink am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal im niederländischen Veldhoven verdeutlichte. Auch seine Ziele für 2020 und die Jahre danach bis 2025 bestätigte der Konzern.

Zwar bleibe es ungewiss, wann mit einer Erholung in der Speicherchip-Produktion zu rechnen sei. Doch die Stärke in der Logikchipsparte, deren Wachstum durch Technologietreiber wie den neuen Mobilfunkstandard 5G oder künstliche Intelligenz angeschoben werde, halte unvermindert an, teilte ASML mit.

Im dritten Quartal steigerte der Konzern, der zu den wertvollsten Unternehmen der Eurozone gehört, seinen Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um rund 16 Prozent auf 3 Milliarden Euro und lag damit im Rahmen der Erwartungen. Die von Analysten viel beachtete Bruttomarge bezifferte sich auf 43,7 Prozent nach 43,0 Prozent im zweiten Quartal. Im Vergleich zum Vorquartal steigerte ASML den Gewinn um rund ein Drittel auf 627 Millionen Euro.

Kurz und knapp:

Lufthansa: Der boomende Flugverkehr und gesunkene Spritpreise haben Konkurrent United Airlines im dritten Quartal trotz der Probleme mit Boeings Krisenjet 737 Max überraschend gute Geschäfte beschert. Der Nettogewinn stieg verglichen mit dem Vorjahreswert um 23 Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar (0,9 Milliarden Euro). Der Umsatz kletterte um gut drei Prozent auf 11,4 Milliarden Dollar. Zudem hob die Fluglinie die Ziele deutlich an und stellt für 2019 nun einen Gewinn zwischen 11,25 und 12,25 Dollar pro Aktie in Aussicht.

Wacker Chemie: Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von Wacker Chemie nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung des Spezialchemie-Unternehmens im Fokus. Wacker strich wegen schwacher Polysilizium-Preise seine Jahresziele zusammen und bereitet ein Sparprogramm vor. Am Finanzmarkt kommt die Nachrichten schlecht an, obwohl ein Händler die Warnung als „offenes Geheimnis“ bezeichnete.

Roche: Nach neun Monaten werden die Schweizer noch optimistischer und setzen die Messlatte für die Verkäufe ein weiteres Mal höher. So soll der Umsatz in diesem Jahr zu konstanten Wechselkursen im hohen einstelligen Bereich steigen. Es ist eine erneute Prognoseanhebung in diesem Jahr – zuletzt war Roche noch von einem Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Im dritten Quartal konnte der Konzern die Erwartungen der Analysten noch übertreffen – gerechnet auf die ersten neun Monate summierte sich der Umsatz auf 46,06 Milliarden Schweizer Franken. Dies entspricht zu konstanten Wechselkursen einem Plus von 10 Prozent und einem 9-prozentigen Zuwachs gerechnet in der Heimatwährung.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

Foto: rvlsoft / Shutterstock.com

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