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China: Das Reich der Mitte schwächelt – Wachstum so schwach wie seit fast 30 Jahren nicht mehr

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China: Das Reich der Mitte schwächelt – Wachstum so schwach wie seit fast 30 Jahren nicht mehr

Der Handelsstreit mit den USA belastet Chinas Wirtschaft stärker als erwartet. Maue Exporte und eine schwächelnde Inlandsnachfrage sorgten dafür, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Sommer so langsam zulegte wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die Wirtschaft wuchs zwischen Juli und September mit einer Jahresrate von nur noch 6,0 Prozent, nach 6,2 Prozent im Frühjahr, wie am Freitag aus offiziellen Daten hervorging. Auch wegen des Zollstreits dürfte die Konjunktur Ökonomen zufolge künftig weiter Fahrt verlieren. Denn von den Exporten sei vorerst kein Comeback zu erwarten und der Immobiliensektor werde sich wohl verlangsamen, sagte Analyst Nie Wen vom Finanzdienstleister Hwabao Trust. „Das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal wird voraussichtlich auf 5,9 Prozent sinken.“

Zwischendeal wird keine Erholung bringen

Die USA und China haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump jüngst im Handelsstreit angenähert und auf ein Teilabkommen verständigt. Ökonomen sehen dies jedoch skeptisch. Es sei nicht zu erwarten, dass dadurch das Wirtschaftswachstum deutlich zulegen werde, sagte Bastian Hepperle vom Bankhaus Lampe. Ohnehin seien noch viele Details offen. „Zugleich ist das Verhandlungsklima nicht gut genug, um ein Handelsabkommen bald unterschriftsreif zu präsentieren: Die USA drohen mit neuen Zollerhöhungen für Mitte Dezember.“ Auch die Commerzbank-Experten halten es für unwahrscheinlich, dass der Mini-Deal oder ein Paket von Mini-Deals den Streit zwischen China und den USA grundsätzlich lösen werde, betonten die Konjunktur-Experten der Commerzbank. „Da China an seinem Ziel festhält, in den nächsten Jahrzehnten zur Supermacht aufzusteigen, ist es schwer vorstellbar, dass die USA dabei tatenlos zusehen.“

Bankvolkswirte kommentierten die Daten insgesamt negativ. „Da die Politik zögert, die Geld- und Finanzpolitik weiter zu lockern, ist aus unserer Sicht eine weitere Wachstumsverlangsamung vorgezeichnet“, sagte Commerzbank-Analyst Hao Zhou. Sorgen macht ihm vor allem der chinesische Konsum. Der Experte verwies auf die schwachen Einfuhren nach China und den schrumpfenden Automarkt.

China bereitet weitere Maßnahmen vor

Anders als die am Finanzmarkt enttäuschend aufgenommenen BIP-Zahlen fielen Daten zur Industrieproduktion im September besser aus als erwartet. Dennoch bleibt die Nachfrage hier auf niedrigem Niveau. Die Regierung in Peking peilt für das Wirtschaftswachstum 2019 eine Spanne von 6,0 bis 6,5 Prozent an. Viele Fachleute gehen davon aus, dass Regierung und Zentralbank die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt künftig mit verschiedenen Maßnahmen weiter stützen werden. Ein Sprecher des chinesischen Statistikamts kündigte zudem an, dass spezielle Anleihen der öffentlichen Hand im nächsten Jahr regionale Infrastrukturinvestitionen ankurbeln sollen.

Ökonom Hepperle erwartet, dass auf der anstehenden Plenartagung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas der Weg bereitet werden könnte für ein offizielles Wachstumsziel für 2020 von weniger als sechs Prozent.

Chinas Schwäche ist auch für Deutschland schlecht

Das langsamere Wachstum durch den Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften bremst auch die Weltwirtschaft und verschlechtert die Aussichten für Deutschland. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte diese Woche seine globale Wachstumsvorhersage für dieses Jahr zum vierten Mal in Folge auf nunmehr 3 Prozent – nach 3,2 Prozent im Juli. Hingegen hält die Bundesregierung zwar an ihrer Vorhersage von 0,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr fest, senkte aber am Donnerstag die Prognose für 2020 um 0,5 Punkte auf 1,0 Prozent.

China ist Deutschlands größter Handelspartner. So haben auch deutsche Unternehmen unter dem schwächeren Wachstum im Reich der Mitte zu leiden. „Der Handelsstreit löst vor allem Verunsicherung aus, was sich etwa in der Zurückhaltung privater Unternehmen bei Investitionen bemerkbar macht“, sagte Max Zenglein vom Berliner China-Institut Merics.

(onvista/dpa-AFX/reuters)

Titelfoto: Oranzy Photography / Shutterstock.com

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