Dax: Unsicherheit der Anleger hält Leitindex von der 11.000-Punkte-Marke fern – Defensive Werte gefragt, Wirecard-Aktionäre atmen auf, Henkel unter Druck

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Dax: Unsicherheit der Anleger hält Leitindex von der 11.000-Punkte-Marke fern – Defensive Werte gefragt, Wirecard-Aktionäre atmen auf, Henkel unter Druck

Am deutschen Aktienmarkt hat sich die Stimmung zu Wochenbeginn wieder etwas eingetrübt. Nachdem der Dax aus Freude über die Lockerungen in der Corona-Krise zunächst noch Anlauf auf die 11.000 Punkte genommen hatte, wurde unter den Anlegern die Angst vor einer neuen Infektionswelle wieder größer.

Der deutsche Leitindex fiel zwischenzeitlich auf 10 740 Punkte, konnte sich dann aber immerhin wieder etwas berappeln. Am Ende verlor er 0,73 Prozent auf 10.824,99 Punkte und verteidigte so die Marke von 10.800 Zählern, die von einigen Experten als wichtig angesehen wurde. Für den MDax ging es am Montag um 0,41 Prozent auf 23.865,82 Punkte bergab.

Am Markt wurde als Stimmungsbremse auf die neuesten Infektionszahlen aus Deutschland und Südkorea verwiesen. Hierzulande liegt die Ansteckungsrate nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Samstag wieder über der kritischen Marke von 1. Südkorea hatte am Montag zudem den stärksten Anstieg von Corona-Fällen seit vier Wochen vermeldet.

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Timo Emden, Marktanalyst vom Analysehaus Emden Research, betonte: „Die Anleger sind derzeit hin und her gerissen zwischen der Hoffnung auf weitere Lockerungsschritte und erneuten Sorgen über eine zweite Infektionswelle und den damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken.“ Er sprach auch davon, dass die psychologische Marke von 11.000 Punkten für Anleger ein idealer Zeitpunkt zum Kassieren von Teilgewinnen sei.

Abgesehen davon, dass Aktien mit defensivem Charakter wie etwa die Gesundheitswerte Fresenius und FMC sowie des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf oder des Immobilienunternehmens Vonovia mit Gewinnen von bis zu 1,7 Prozent zu den positiven Ausnahmen im Dax zählten, standen vor allem die Wirecard-Aktien bei Anlegern einmal mehr stark im Mittelpunkt.

Der Zahlungsabwickler reagierte mit einem Vorstandsumbau auf die nicht abreißende Kritik an der Art und Weise der Geschäftsführung. Anleger begrüßten die Tatsache, dass Konzernchef Markus Braun zumindest einen Teil seiner Macht abgibt und auf höchster Ebene ein neues Compliance-Ressort gegründet wird, mit einem Kurssprung um 8,3 Prozent auf 91,19 Euro. Mit den beschlossenen Umstrukturierungen sende der Zahlungsabwickler eine Botschaft für mehr Glaubwürdigkeit, hieß es in einem Kommentar des Analysehauses Oddo BHF.

Zudem ging die Berichtssaison der Unternehmen am Montag weiter. So verzeichnete der Konsumgüterkonzern Henkel im ersten Quartal einen leichten Umsatzrückgang. Probleme bereiteten vor allem das stark konjunkturanfällige Klebstoffgeschäft sowie die Kosmetiksparte. Für die Anteilsscheine ging es um 2,7 Prozent nach unten. Ansonsten waren im Dax allgemein konjunkturlastigere Aktien zum Beispiel aus den Branchen Bau, Technologie oder Chemie wenig gefragt.

Im MDax trieben höhere Mieten und jüngste Zukäufe den Immobilienkonzern LEG weiter an. Dessen Aktien kletterten um 3,8 Prozent und gehörten so zu den größten Gewinnern unter den dort notierten mittelgroßen Werten. Analyst Thomas Rothaeusler von der Investmentbank Jefferies lobte das stabile Geschäft und hält die Jahresziele für ziemlich sicher erreichbar.

International war das Bild in Europa und den USA zum hiesigen Handelsschluss auch negativ geprägt. Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 fiel um 0,8 Prozent auf 2883,75 Punkte. Vor allem der französische Leitindex Cac-40 stand mit Verlusten von mehr als einem Prozent unter Druck, während sich der britische FTSE 100 stabil entwickelte. In New York verlor der Dow Jones Industrial zum Xetra-Schluss etwa 0,6 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,55 Prozent am Freitag auf minus 0,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,18 Prozent auf 145,31 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,13 Prozent auf 173,38 Punkte nach.

Der Kurs des Euro stand zuletzt bei 1,0810 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0824 (Freitag: 1,0843) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9239 (0,9223) Euro.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: H-AB/Shutterstock.com

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