Linde: Trüber Ausblick, aber Wasserstoff soll beim Industrie-Konzern eine immer größere Rolle spielen – ITM Power kann sich schon mal freuen

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Linde: Trüber Ausblick, aber Wasserstoff soll beim Industrie-Konzern eine immer größere Rolle spielen – ITM Power kann sich schon mal freuen

Die Corona-Pandemie ist auch am deutschen Dax-Konzern nicht spurlos vorbeigegangen. Anfang Mai hatte Linde bereits die Prognose über Bord geworfen. Jetzt sagte Vorstandchef Steve Angel im einem Interview mit dem Handelsblatt, das er nicht von einem raschen Konjunkturaufschwung ausgehe. Die Aussichten bleiben daher etwas trübe. Aber Partner ITM Power darf sich wohl trotz des verhaltenen Ausblicks freuen. Linde-Chef Angel wird seinen Konzern zukünftig noch stärker auf Wasserstoff ausrichten.

Aktuelles Quartal wird hart

„Das laufende zweite Quartal wird das schwierigste für Linde werden. Im dritten und im vierten Quartal rechnen wir mit einer leichten Erholung“, sagte Vorstandschef Steve Angel dem „Handelsblatt“ in dem heute veröffentlichten Interview. „Doch steil wird es nicht bergauf gehen.“ Er gehe von einem Rückgang des Gase-Absatzvolumens um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz in diesem Jahr aus. Das liege auch daran, dass es nach Ansicht von Experten zu einer zweiten Welle der Corona-Pandemie kommen werde. „2021 wird schon wieder besser laufen als dieses Jahr“, sagte Angel.

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Rückgang der Kennzahlen nicht ausgeschlossen

Das aus der deutschen Linde AG und dem US-Konzern Praxair entstandene Unternehmen hatte Anfang Mai seine Gewinnprognosen unter dem Eindruck der Coronakrise gesenkt. Im schlimmsten Fall könnte der Gewinn demnach 2020 sinken statt wie erwartet um mehr als zehn Prozent zulegen. In China habe Linde schon wieder 90 Prozent des Niveaus vor der Krise erreicht. Europa und vor allem Deutschland sei den USA „in Sachen Erholung einen guten Schritt voraus“, sagte Angel der Zeitung.

Umsatz mit Wasserstoff kann auf 8 Milliarden Dollar wachsen

Nach der Coronakrise setze Linde verstärkt auf das Geschäft mit Wasserstoff, der im Zuge der Reduzierung des CO2-Ausstoßes eine größere Rolle spielen werde. Der Konzern mache mit dem Gas bereits mehr als zwei Milliarden Dollar Umsatz. „Und angesichts der erwarteten Investitionsvorhaben von mehr als 100 Milliarden Dollar denke ich, dass sich unser Wasserstoffgeschäft in Zukunft vervierfachen könnte“, sagte Angel.

Partner ITM Power wird davon bestimmt auch profitieren

Anfang Oktober des vergangenen Jahres hatte Linde mit dem englischen Wasserstoffspezialisten ein gleichberechtigtes Joint-Venture gegründet und sich mit 20 Prozent am ITM Power beteiligt. Alleine diese Beteiligung hat sich für Linde schon mehr als bezahlt gemacht. Seit Linde an Bord gegangen ist, hat die Aktie um fast 420 Prozent zugelegt. Da Linde in zukunft noch stärker auf Wasserstoff setzen wird, dürfte auch für ITM Power das Stück am Wasserstoff-Kuchen größer werden.

Stellenabbau in Deutschland 

Der Vorstandschef bestätigte zum ersten Mal, dass Linde in Deutschland 834 Stellen abbauen werde. Darauf habe man sich mit dem Betriebsrat geeinigt. Die Gewerkschaft IG Metall hatte die Pläne schon im Herbst enthüllt. „Ob darüber hinaus Maßnahmen nötig sind, hängt von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab“, fügte Angel hinzu.

Von Markus Weingran/ Reuters

Foto: Ralf Liebhold / shutterstock.com

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