Lufthansa will Sparpaket mit Gewerkschaften schnell aushandeln

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die von der Virus-Krise gebeutelte Lufthansa strebt noch vor der Hauptversammlung am 25. Juni eine Einigung mit den Gewerkschaften über eine deutliche Senkung der Personalkosten an.

Für Mittwoch nächster Woche sei dazu ein Tarifgipfel geplant, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch. "Wir wollen die Wahrscheinlichkeit, dass die Hauptversammlung zustimmt, maximieren, dazu werden die Aktionäre Zugeständnisse der Mitarbeiter hören wollen." Auf der außerordentlichen Hauptversammlung müssen die Aktionäre einer Kapitalerhöhung unter Bezugsrechtsausschluss zustimmen, damit der Staat im Zug des Rettungspakets mit einem Anteil von 20 Prozent bei der Lufthansa einsteigen kann.

Die Lufthansa erwartet Spohr zufolge, erst 2023 wieder die Angebotskapazität des vergangenen Jahres erreichen zu können. Allerdings soll dazu die Flotte dauerhaft, etwa durch den Einsatz dichter bestuhlter Flieger mit weniger Business-Class-Plätzen, um 100 Flugzeuge schrumpfen. Das allein macht 10.000 Stellen überflüssig. Zusammen mit dem Abbau in anderen Teilen der Airline-Gruppe seien es jedoch signifikant mehr Stellen, die zur Disposition stehen. Zudem verschärfe die steigende Verschuldung durch das Rettungspaket den Druck, effizienter zu wirtschaften. Ziel der Verhandlungen mit den Gewerkschaften sei es, durch Teilzeit und Einkommenssenkungen betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden. Die Gewerkschaften Verdi, Vereinigung Cockpit (VC) und UFO fordern, die Arbeitsplätze zu sichern. VC und UFO haben bereits Sparbeiträge von Piloten und Flugbegleitern angeboten.

Das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das die Lufthansa mit der Bundesregierung aushandelte, bräuchte die Airline-Gruppe nicht vollständig, um eine in der Corona-Krise drohende Insolvenz zu vermeiden. Die Summe sei auch deshalb so hoch ausgefallen, damit die Lufthansa als drittgrößte Airline weltweit ein globaler Champion bleiben könne, sagte Spohr. Die neun Milliarden Euro in Deutschland und womöglich rund zwei Milliarden Euro Finanzhilfen aus den Sitzländern der Tochtergesellschaften in der Schweiz, Österreich und Belgien reichten aus, damit die Lufthansa durch die Krise komme, sagte Finanzvorstand Thorsten Dirks. Die zwei Milliarden Euro aus den anderen Staaten könnten dabei zum Teil den geplanten staatlich garantierten Kredit in Deutschland über drei Milliarden Euro verringern.

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