OPEC+ vor längerer Kürzung: Wird die Dividende von Royal Dutch Shell etwa wieder erhöht?

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OPEC+ vor längerer Kürzung: Wird die Dividende von Royal Dutch Shell etwa wieder erhöht?
Pferdekopfpumpe bei Sonnenuntergang

Die Aktie von Royal Dutch Shell versetzte ihren Investoren einen schweren Schlag, als man nach dem ersten Quartal die Dividende kürzte. Statt 0,47 US-Dollar gab’s plötzlich bloß noch 0,16 US-Dollar und statt historischer Konstanz den plötzlichen Bruch. Das hat insbesondere Einkommensinvestoren hart getroffen und so manche Investitionsthese wegbrechen lassen.

Das Management der ehemaligen britisch-niederländischen Dividendenperle hat mit diesem Schritt auf die sich verändernden Marktverhältnisse und die niedrigen Notierungen von Brent und WTI reagiert. Wobei die OPEC mit weiteren Partnern derzeit versucht, das Gleichgewicht wiederzuerlangen.

Die beschlossene Förderkürzung von mehr als 10 Mio. Barrel pro Tag, die seit Mai gilt und zwischenzeitlich sogar erweitert worden ist, könnte dabei vor einer Verlängerung stehen. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was Investoren wissen müssen und ob womöglich auch die Aktie von Royal Dutch Shell mittel- bis langfristig die Dividende wieder erhöhen könnte.

Förderkürzung bis mindestens Ende des Jahres?

So ist es insbesondere Saudi-Arabien, das offenbar als OPEC-Schwergewicht die Förderkürzungen verlängern möchte. Die bisherige Kürzung, die ursprünglich zunächst bis Anfang Juli gelten sollte, könnte dabei vor einer Verlängerung stehen. Der Nahoststaat nimmt offensichtlich eine Ausdehnung bis Ende des Jahres ins Visier, um die Notierungen von Brent und WTI weiterhin zu stützen. Das berichtet jedenfalls das Nachrichtenportal Die Presse.

Die Einschnitte, die bislang entsprechend mehr als 10 Mio. Barrel pro Tag betragen, könnten daher noch einmal bedeutend erweitert werden. Das wiederum könnte eine solide Stütze für die Ölpreise sein, die gegenwärtig noch immer mit einem Kursniveau von 35 US-Dollar je Barrel Brent zu kämpfen haben. Das ist weder ausreichend, um für Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell die Dividenden zu finanzieren, geschweige denn Gewinne einzufahren. Allerdings auch nicht, damit Saudi-Arabien seinen Staatshaushalt finanzieren kann.

Eine weiterhin niedrigere Förderkürzung mitsamt einer sich erholenden Nachfrage könnte entsprechend die Notierungen weiter stützen und das Überangebot und die rekordhohen Lagerbestände abbauen. Wichtige Faktoren, um den Markt ins Gleichgewicht zu bringen. Aber auch, um für einen Paradigmenwechsel bei der Aktie von Royal Dutch Shell zu sorgen?

Nein, eine Dividende von 0,47 US-Dollar werden wir so schnell nicht sehen!

Wenn du mich fragst, lautet die Antwort auf diese Frage ganz klar: Nein. Das Management von Royal Dutch Shell hat jetzt einen historischen Schritt gewagt und die Dividende in Anbetracht der Probleme gekürzt. Selbst wenn sich die Ölpreise mittelfristig, soll heißen, bis Ende des Jahres, wieder auf einem bequemeren Niveau stabilisieren sollten, werden höhere Dividenden vermutlich keine Folge sein. Vermutlich nicht einmal, wenn ausreichend Gewinne eingefahren werden können, um die Ausschüttungen zu decken.

Royal Dutch Shell befindet sich in einem Umbau, der temporär gestoppt worden ist. Grundsätzlich möchte das Management aus dem britisch-niederländischen Öl- und Erdgasmulti jedoch einen Öl-, Erdgas- und Strommulti werden lassen. Das wiederum erfordert hohe Investitionen in einem grundsätzlich zyklischen Geschäftsumfeld. Oder anders ausgedrückt: Statt in Dividenden zu „investieren“, dürfte das Management die jetzt eingeschlagene Richtungsänderung nutzen, um den eigenen Konzern schneller und nachhaltiger umzubauen.

Die aktuelle Periode im Ölmarkt zeigt außerdem, dass ein solcher Schritt sehr begrüßenswert ist. Die Ölpreise könnten schließlich auch in den kommenden Jahren weiterhin stark zyklisch sein, genauso wie die Erdgaspreise. Etwas weniger Zyklizität und fixere Umsätze und Ergebnisse aus dem Bereich der Stromerzeugung könnten hier mehr Stabilität bedeuten. Etwas, das Investoren langfristig einer höheren Dividende vorziehen sollten.

Wie gesagt: Es gab eine Zäsur

Ich bleibe daher bei meiner Einschätzung, dass die Kürzung der Dividende eine Zäsur in der Konzernhistorie von Royal Dutch Shell bleiben wird. Eine Dividende auf dem vorherigen Niveau dürfte auf absehbare Zeit nicht mehr drinsitzen.

Dass die OPEC+ womöglich vor weiteren Einschnitten im Ölmarkt steht, ist allerdings dennoch ein positives Zeichen. Denn der Erholung der Aktie durch einen Ölmarkt, der mehr im Einklang ist, handelt das schließlich alles andere als zuwider.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: Getty Images

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