Russland stellt Befüllung europäischer Gasspeicher in Aussicht

Reuters

Moskau (Reuters) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Befüllung europäischer Gasspeicher angeordnet.

Voraussetzung sei, dass zunächst Russlands eigene Speicher aufgefüllt würden, sagte Putin am Mittwoch dem Chef des staatlichen Gaskonzerns Gazprom, Alexej Miller. Danach sollten die Level in den Gasspeichern in Österreich und Deutschland erhöht werden. Putin erklärte, dies dürfte die Lage auf den europäischen Energiemärkten entspannen. Bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung erklärte Miller, die heimischen Speicher dürften bis zum 8. November vollständig gefüllt sein.

Die Gaspreise waren zuletzt wegen niedriger Lagerbestände und einer wachsenden Nachfrage nach der Pandemie-Krise stark gestiegen. Russland steht angesichts dieser Entwicklung als Großexporteur allgemein im Fokus, aber auch rund um die umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland richtet sich der Blick nach Moskau. Putin hatte vor knapp einer Woche erklärt, Russland stehe bereit, die Lieferung von Erdgas nach Europa nach einer Zertifizierung der Pipeline durch Deutschland zu erhöhen.

Inzwischen erklärte das Bundeswirtschaftsministerium, es sei in einer Analyse zu dem Ergebnis gekommen, "dass die Erteilung einer Zertifizierung die Sicherheit der Gasversorgung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union nicht gefährdet." Gegner der Leitung wie die USA und die Ukraine argumentieren, dass Europa sich damit in eine große Abhängigkeit von Russland begibt.

Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht unterdessen kein Problem bei der Versorgung Deutschlands mit Erdgas. "Wir werden in diesem Winter Versorgungssicherheit haben", sagte der CDU-Politiker. "Die Gasspeicher sind inzwischen wieder ordentlich gefüllt." Der Rückgang der Gaslieferungen nach Europa sei nicht darauf zurückzuführen, dass Russland seinen Verpflichtungen nicht nachkomme. Vielmehr seien viele Gashändler zögerlich gewesen mit den Bestellungen, da sie auf bessere Preise gewartet hätten.

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