Softbank: Klägliche Quartalszahlen, Druck durch aktivistischen Elliot-Hedgefonds – Dank der Sprint-Fusion hebt die Aktie trotzdem ab

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Softbank: Klägliche Quartalszahlen, Druck durch aktivistischen Elliot-Hedgefonds – Dank der Sprint-Fusion hebt die Aktie trotzdem ab

Das japanische Konglomerat Softbank Group, bekannt für seine enormen Investments in Tech-Startups und seinen eigenwilligen, aber durchaus erfolgreichen CEO Masayoshi Son, hat wahrlich kein einfaches Jahr hinter sich. Die Beteiligung am Fahrdienstvermittler Uber hatte nach dem Börsengang zunächst nicht den erhofften Erfolg erzielt, die große Katastrophe fand aber durch einen anderen Wert im Portfolio des 100 Milliarden Dollar schweren Vision Funds statt – WeWork. Das vollständige Zusammenbrechen des vorher im zweistelligen Milliardenbereich bewerteten Startups konnte nur durch eine scharfe Intervention des Investment Funds verhindert werden. 18 Milliarden Dollar und nun 80 Prozent des Firmenbesitzes später drückt das Projekt auf die Zahlen der Softbank Group. Dazu kommt noch weiterer Druck durch den aktivistischen Hedgefonds Elliott, der seine Finger nach Softbank ausstreckt, sowie wachsendes Misstrauen der Investoren für die zweite große Auflage des Vision Fund. Wenigstens die Sprint-Fusion gibt etwas Rückenwind.

Quartalszahlen alles andere als rosig

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 hat die Softbank Group einen Nettoumsatz von 2,44 Milliarden Yen erzielt, gegenüber 2,51 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis lag bei 2,59 Milliarden Yen – im Vorjahr waren es noch 438,29 Milliarden Yen.

Der Verlust des Vision Fund mit 88 Unternehmensbeteiligungen betrug dabei rund 225,12 Milliarden Yen - das sind mehr als 2 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr wurde noch ein Plus von 176,36 Milliarden Yen erzielt. Somit wurden 99 Prozent des Quartalsgewinns aufgefressen - Hauptverursacher dabei war das Investment in WeWork. Im Vorquartal hatte das Büro-Immobilien-Startup einen Verlust von 8,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet und musste von der Softbank übernommen werden, um eine Pleite zu verhindern. Nach dem Debakel hatten zahlreiche Vision-Fund-Unternehmen Personal entlassen, um Kosten zu senken – darunter WeWork, Oyo und Uber.

Investoren verlieren Vertrauen in Vision Fund

Für die Neuauflage des Vision Fund, bei der Masayoshi Son ursprünglich sogar noch mehr Geld einsammeln wollte als für den ersten, gibt es nach den jüngsten Pleiten eine Menge Gegenwind. Mehrere Investoren sind bereits abgesprungen, viele hadern damit, ihr Kapital beizusteuern. Somit könnte der Fund wesentlich kleiner werden als geplant und Softbank müsste einen großen Teil des Kapitals selbst beisteuern.

Investmentfonds Elliottmacht Druck auf Softbank

Ein weiterer Faktor: Der aktivistische Investmentfonds Elliott Management hat in den letzten Monaten seine Anteile an der Softbank Group um mehrere Milliarden Dollar aufgestockt und hält nun etwa drei Prozent an dem Unternehmen. Elliott-Gründer Paul Singer hat zudem begonnen, Druck auf den Konzern auszuüben, damit Maßnahmen ergriffen werden, um den Wert zu steigern – vornehmlich mit Aktienrückkäufen und einer transparenteren Investmentstrategie.

Elliott ist nicht der einzige Investor, der sich beschwert, auch die saudischen Hauptinvestoren des Fonds  haben ihren Unmut über die teils gewagten Investmententscheidungen geäußert. Masayoshi Son ist bekannt dafür, dass er Entscheidungen auch aus persönlichen Einschätzungen und aus dem Bauch heraus trifft, statt auf strategische Analysen zu setzen. Mit Investments in Alibaba, Slack, oder zuletzt auch Wirecard hat ihm das Erfolge gebracht, doch seit dem WeWork-Debakel hat sein Ruf gelitten.

T-Mobile-Sprint-Fusion bringt ein wenig Entlastung

Nach der Bekanntmachung der Aktivitäten des Elliott-Hedgefonds konnte die Softbank-Aktie in der letzten Woche bereits um 5 Prozent anziehen. Mit der jüngsten Entscheidung der US-Gerichte, dass die Fusion von T-Mobile-US und Sprint stattfinden darf, konnte die Aktie heute an der japanischen Börse einen weiteren Befreiungsschlag hinlegen – Softbank ist einer der Hauptaktionäre von Sprint.

Die Papiere schloss am Mittwoch um 11,89 Prozent höher, nachdem sie zu Beginn des Handels um mehr als 14 Prozent gestiegen waren. Die starke Aufwärtsbewegung spiegelte die der Sprint-Aktie wider, die an der Wall Street am Dienstag um 77,7 Prozent zulegen konnte. Durch das Auslagern von Sprint werden rund 44 Milliarden US-Dollar Schulden aus den Büchern von SoftBank gestrichen.

onvista-Redaktion

Titelfoto: Pedro Martinez Valera / Shutterstock.com

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