Wirecard: Immer noch kein Ergebnis der Sonderprüfung ++ Renault: Krise bei Partner Nissan schlägt sich auf die eigenen Zahlen durch ++ ebay: Aktienrückkauf-Programm wird aufgestockt

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Wirecard: Immer noch kein Ergebnis der Sonderprüfung ++ Renault: Krise bei Partner Nissan schlägt sich auf die eigenen Zahlen durch ++ ebay: Aktienrückkauf-Programm wird aufgestockt

Der Dax könnte am Freitag seinen Rekordlauf fortsetzen. Dafür reichen dem deutschen Börsenbarometer minimale Gewinne. Zu verdanken hat er dies nach einem schwankungsreichen Verlauf am Vortag einer kräftigen Erholung in den letzten Handelsstunden. Mit Blick auf die Coronavirus-Epidemie, die am Donnerstag zeitweise die Sorgen an die Börsen zurückgeholt hatte, hieß es nun von Börsianern: Die Märkte hätten sich rasch wieder beruhigt und die Börsenstimmung bleibe positiv.

Kurzfristige Rückschläge an den Börsen würden aktuell schnell wieder für Käufe genutzt, erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Und auch Martin Utschneider, technischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, sieht gute Chancen für eine Fortsetzung der aktuellen Dynamik im Dax. Eine gewisse „Kaufpanik“ könne allerdings auch schnell ins Gegenteil umschlagen, weshalb sich ein aktives Risikomanagement empfehle.

Dabei bleibt die Unsicherheit über das Ausmaß der Coronovirus-Epidemie ein wesentliches Thema. Sie könnte jederzeit für einen erheblichen Dämpfer sorgen. Denn nach der neuen Zählweise der Virusfälle in China stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungen erneut stark an. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4823 nachgewiesene Infektionen hinzu. Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 64.000. Experten betrachten zudem auch die neuen Zahlen mit Vorsicht und befürchten eine hohe Dunkelziffer.

Bevor am späteren Vormittag der Autobauer VW seine Pkw-Auslieferungszahlen für den Monat Januar veröffentlicht, dürften zudem noch Umstufungen und eine Änderung im SDax  Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So muss TLG Immobilien infolge der Übernahme durch den Konkurrenten Aroundtown den Index der kleineren Werte unterhalb des MDax nach Handelsschluss am Montag verlassen. Ab Dienstag, 18. Februar, gibt dann LPKF Laser & Electronics sein Stelldichein im SDax. Die Aktie legte auf Tradegate zuletzt um 1,5 Prozent zu.

Nichts neues bei Wirecard in Sachen Bilanzprüfung

Wirecard konnte heute Morgen bereits mit guten Geschäftszahlen aufwarten. Vorbörslich zeigten sich die Papiere des Zahlungsabwicklers dennoch etwas schwächer. Im Fokus stehe momentan die Sonderprüfung der Bücher durch die Experten von KPMG, um Vorwürfe rund um Bilanzierungsunregelmäßigkeiten auszuräumen, sagte ein Börsianer. Dazu habe es aber nichts Neues gegeben. Mit Blick auf die Zahlen monierte ein Händler in einer ersten Reaktion die insgesamt leicht enttäuschende Profitabilität.

Nach einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr verspricht Wirecard weitere Zuwächse. Der Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München erwartet für 2020 weiterhin einen Anstieg des Betriebsgewinns (Ebitda) auf 1,0 bis 1,12 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr wuchs der Betriebsgewinn demnach um rund 40 Prozent auf 785 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um etwa 38 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. „Dies ist ein starkes Ergebnis auf unserem Weg des profitablen Wachstums“, sagte Vorstandschef Markus Braun. „Es ist vor allem ein sehr deutlicher Beleg für die nachhaltige Ertragsstärke unseres Geschäftsmodells.“

Die weitere Entwicklung des Aktienkurses wird wohl stark davon abhängen, welches Ergebnis die Wirtschaftsprüfer von KPMG bei der laufenden Sonderprüfung zu Tage fördern. Sie durchforsten derzeit die Bilanzen von Wirecard und den Töchtern im Ausland. Braun hatte die Prüfung in die Wege geleitet, um Vorwürfe der Bilanzfälschung aus der Welt zu schaffen. Die „Financial Times“ hatte in der Vergangenheit immer wieder über angebliche Unregelmäßigkeiten in Bilanzen bei Tochterfirmen im Ausland berichtet. Wirecard weist die Vorwürfe zurück.

Im vergangenen Jahr hätten die Sonderaufwendungen für Prüfungs-, Beratungs- und Rechtsberatungsleistungen bei rund neun Millionen Euro gelegen, erklärte der Dax-Konzern. Das mit Spannung erwartete Ergebnis der Sonderprüfung soll nach früheren Angaben noch im ersten Quartal veröffentlicht werden. Am 8. April will das Unternehmen sein komplettes Zahlenwerk veröffentlichen und sich den Fragen von Journalisten und Analysten stellen.

Renault: Die Krise bei Nissan schlägt nun auch beim französischen Partner Renault durch: Erstmals seit 2009 ist der Autobauer in die roten Zahlen gerutscht. Der auf die Muttergesellschaft entfallende Fehlbetrag betrug im vergangenen Jahr 141 Millionen Euro nach einem Jahresüberschuss von 3,3 Milliarden Euro 2018, wie der Autobauer am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Der japanische Hersteller Nissan hatte bereits angekündigt, dass er wegen schwacher Verkäufe erstmals seit elf Jahren einen Quartalsverlust eingefahren hatte. Nissan trug bisher Milliardenbeträge zum Renault-Gewinn bei – im vergangenen Jahr waren es aber nur noch 242 Millionen Euro. Probleme bei Gemeinschaftsunternehmen in China belasteten zudem den Gewinn von Renault, auch Steuereffekte in Frankreich schlugen zu Buche.

Metro: Metro stehen an diesem Freitag nicht nur wegen der Hauptversammlung im Blick, denn das Analysehaus Bernstein hob die Aktie des Handelsunternehmens von „Underperform“ auf „Market-Perform“.

Fielmann: Die Privatbank Berenberg sprach für die Fielmann-Aktie eine Verkaufsempfehlung aus, was dem Papier auf Tradegate vorbörslich ein Minus von rund 2 Prozent einbrockte. Im Optik-Einzelhandel sei Fielmann lange als unübertroffen gesehen worden, doch die Branche sei inzwischen großen Veränderungen unterworfen, schrieb Analyst Graham Renwick. Die neue Wachstumsstrategie der Optikerkette gehe mit Risiken einher, die Margen stünden zugleich weiter unter Druck und hohe Investitionen belasteten den Barmittelfluss, begründete er seinen Schritt. Dabei verwies er zugleich auf den kräftigen Kursanstieg der Aktie, was nicht zu den Risiken passe und diese nicht widerspiegele.

ebay: Das Online-Auktionshaus ebay hat die Mittel für den Aktien-Rückkauf um drei Milliarden Dollar aufgestockt. Damit stehen nun für die Maßnahme 4,5 Milliarden Dollar bereit, wie das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte. Zudem erfreute der Konzern die Anleger mit seiner Gewinnprognose für das laufende Quartel. Pro Aktie rechnet das Unternehmen für den Dreimonatszeitraum mit einer Gewinnspanne zwischen 72 und 75 Cent. Analysten erwarten dagegen ein Ergebnis von 72 Cent. Das ebay-Management erklärte, der Ausblick spiegele den Nutzen des Rückkaufprogramms und den Verkauf der Ticket-Handelsplattform Stubhub für 4,05 Milliarden Dollar wider. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet ebay einen Gewinn zwischen 3,00 und 3,10 Dollar pro Aktie.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Anton Garin / Shutterstock.com

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