Wirecard: Jetzt wird aber alles auf die Goldwaage gelegt – Aktie nach Zahlen im Miuns

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Wirecard: Jetzt wird aber alles auf die Goldwaage gelegt – Aktie nach Zahlen im Miuns

Tja, die Reaktionen der Anleger auf die vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal fallen wohl unter das Motto „selber Schuld Wirecard“. Die Tatsache, dass wir uns in einer Corona-Pandemie befinden, dass viele Konzerne fürchterliche Gewinneinbrüche erleiden und nur die wenigsten ihre Prognose für das laufende Jahr bestätigen, zählt für den Bezahldienstleister aus Aschheim nicht. Nach dem ganzen Wirbel um den KPMG-Sonderbericht und den drohenden Strafen ist ein Wachstum von 26 Prozent beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) nicht gut genug. Die Aktie startet mit Verlusten von über 4 Prozent in den Handelstag und erholt sich jetzt etwas.

Sind die Anleger jetzt zu kritisch?

Zum Vergleich: Konkurrent Adyen hat am 21. April ein Wachstum beim EBIT von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr vermeldet und die Aktie ist um rund 9 Prozent angesprungen. Zudem haben die Niederländer ebenfalls von schwachen Zahlen aus den wichtigen Branchen Flug-und Reiseverkehr berichtet. Da Adyen aber nicht mit Bilanzvorwürfen zu kämpfen hat oder einen desaströsen Sonderbericht veröffentlicht hat, ist die Reaktion auf die Zahlen für das erste Quartal eben eine ganz andere.

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Wirecard hält trotz Corona-Pandemie die Prognose aufrecht

Die Jahresprognose für das operative Ergebnis bestätigte Wirecard erneut. „Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, sagte Finanzchef Alexander von Knoop zum Umsatzplus von 24 Prozent auf 700,2 Millionen Euro. Allerdings hätten die Covid-19-Auswirkungen einen negativen Effekt auf das Geschäft mit den wichtigen Kunden bei Fluggesellschaften und aus der Reisebranche gehabt. „Diese Effekte konnten wir weitestgehend durch Zuwächse im Online-Geschäft in den Bereichen Konsum- und Digitale Güter ausgleichen“, sagte von Knoop. „Unser Neukundengeschäft entwickelt sich weiterhin stark.“

Erwartungen einfach zu hoch? – Vergleich hinkt?

Die ersten Kommentare zu den Zahlen beziehen sich auf das Wachstum von Wirecard und die Tatsache, dass es sich im Vergleich zum Vorquartal verlangsamt hat. Da ist der Dax-Konzern beim EBITDA noch um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Hallo! Zum einen sprechen wir hier über die Monate Oktober bis Dezember. Da war doch was? Richtig! Weihnachten war da, die Flieger waren noch in der Luft und viele Optimisten haben da bestimmt noch ihren Winterurlaub gebucht. Zudem gab es auch noch keine Ausgangsbeschränkungen. Werden hier vielleicht Äpfel mit Birnen verglichen, wenn auf das Vorquartal geblickt wird? Das muss jeder Anleger für sich entscheiden, wenn er die Aktie verkauft oder sich ins Depot holt.

Fakt ist:

Wirecard hat im ersten Quartal etwas weniger Wachstum erzielt als in den Vorquartalen. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte im Vorjahresvergleich um 26 Prozent auf 199,2 Millionen Euro zu. Um Einmalaufwendungen bereinigt wäre das operative Ergebnis im ersten Quartal um 29 Prozent auf 204 Millionen Euro gestiegen, rechnete das Unternehmen vor. Ein Ergebnis, dass viele andere Konzerne gerne präsentieren würden, aber Wirecard nützt es nicht viel.

Ich bin auch kein Freund von den Dingen, die bei Wirecard gelaufen sind und hab an dieser Stelle auch schon betont, dass Anleger sich Fragen müssen, „ob Markus Braun den Laden noch im Griff hat“. Aber fakt ist auch, dass der Dax-Konzern in Zeiten von Corona wächst. Dass man sich im Vergleich zum coronafreien Vorjahreszeitraum sogar noch gesteigert hat.

Vielleicht sollte die Kirche ein Stück weit im Dorf bleiben und die Zahlen auf der Goldwaage ein Bisschen mehr Gewicht bekommen.

Von Markus Weingran

Foto: Homepage Wirecard

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