Ericsson: US-Justizministerium reicht Untersuchung zu Irak-Verstößen nicht aus

dpa-AFX · Uhr

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Im Fall um mögliche Schmiergeldzahlungen im Irak hält das US-Justizministerium die nachträgliche Offenlegung des Netzwerkausrüsters Ericsson für unzureichend. Das teilte der schwedische Konzern am Mittwoch mit. Zudem habe die Behörde einen Verstoß gegen die im Dezember geschlossene Vereinbarung über den Aufschub der Strafverfolgung (Deferred Prosecution Agreement, DPA) festgestellt. Das Unternehmen befinde sich in Gesprächen mit der Behörde und habe sich zur Kooperation verpflichtet. Für Prognosen über einen möglichen Ausgang des Falls sei es noch zu früh, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Ericsson-Aktie rutschte in Stockholm ab und notierte gegen Mittag rund 13 Prozent im Minus. Der schwedische Netzwerkausrüster hatte Mitte Februar Vergehen gegen die eigenen Geschäftsgrundsätze und mögliche Schmiergeldzahlungen im Irak eingestanden. Ungewöhnliche Zahlungen zurück bis zum Jahr 2018 hätten eine interne Untersuchung ausgelöst, hatte das Unternehmen damals mitgeteilt. Diese habe Bedenken hinsichtlich der Führung der Geschäfte im Irak hervorgebracht.

Bei den Untersuchungen zu den Jahren 2011 bis 2019 tauchten demnach Hinweise auf mögliche Korruption auf, darunter Geldanweisungen ohne bekannten Empfänger und Zahlungen an einen Lieferanten ohne klar umrissenen Umfang der Leistungen. Auch seien offenbar Zahlungen an Mittelsmänner geflossen und alternative Transportrouten gewählt worden, etwa um den irakischen Zoll zu umgehen.

Die Routen sollen zu der Zeit von terroristischen Organisationen wie dem Islamischen Staat (IS) kontrolliert worden sein. Allerdings hätten die Prüfer nicht herausfinden können, wer die Zahlungen letztlich empfangen habe, hatte Ericsson damals erklärt. Ferner wurden auch Transaktionen und Zahlungen aufgedeckt, die ein potenzielles Geldwäscherisiko darstellten.

Als Reaktion auf die Untersuchungen hat das Unternehmen den Angaben zufolge mehrere Mitarbeiter entlassen sowie Disziplinarverfahren angeordnet. Auch seien Geschäftsbeziehungen mit bisherigen Partnern aufgelöst worden. Hinweise auf eine direkte Finanzierung des Terrornetzwerks durch Ericsson-Mitarbeiter hatten die Ermittlungen dem Konzern zufolge nicht ergeben. Diese Einschätzung bekräftigte das Unternehmen am Mittwoch nochmals./nas/stw/men

Artikel teilen:

Das könnte dich auch interessieren

Kurs dreht ins Plus
Apple bringt erstes auffaltbares iPhone heraus09. Sept. · dpa-AFX
Apple bringt erstes auffaltbares iPhone heraus
Präsentation am Mittwochabend
Neuer Apple-Chef setzt Akzente mit erstem Falt-iPhone und KI10. Sept. · dpa-AFX
Neuer Apple-Chef setzt Akzente mit erstem Falt-iPhone und KI
Telekom- und Webhostingsektor
Ionos und United Internet von Restrukturierung belastetgestern, 08:04 Uhr · dpa-AFX
Ionos und United Internet von Restrukturierung belastet
Plus-Analysen
Profi-Trader Martin gibt Einblick
Börsenspiel Trader 2026: Warum ich nur auf diesen Trend setzegestern, 14:48 Uhr · onvista
Abbau von bis zu 100.000 Stellen
Das trauen wir der VW-Aktie jetzt zu09. Sept. · onvista
Anlagestrategie
Reichen 50 Aktien, um gut diversifiziert zu sein?08. Sept. · onvista