Fitch: Mega-Inflation in der Türkei führt zu Mega-Verlusten arabischer Banken

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Quelle: Efasein/Shutterstock.com

Die Inflation in der Türkei kennt auch Verlierer außerhalb des Landes: nämlich Banken vom arabischen Golf, so die Rating-Agentur Fitch. Allein im ersten Halbjahr 2022 soll dieser Verlust 950 Millionen Dollar betragen haben. Der Grund: die Mega-Inflation in der Türkei und die damit einhergehenden Währungsverluste. Und diese Zahlen sind noch dramatischer, wenn man die Verluste von 2018 bis 2021 einbezieht, die bei 6,3 Mrd. Dollar liegen.

Golfbanken: Dabei sind sie gekommen, um zu helfen

Die Probleme der Lira sind nicht neu. Um sie zu stützen hat Erdogan unter anderem die Beziehung zu den Golfstaaten verbessert. Der Zweck: Arabische Großbanken sollten in der Türkei investieren. Dem sind vor allem Banken aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nachgekommen. Daher zählen zu den Verlierern besonders Dubais Vorzeigebank „Emirates NBD“ und die zweitgrößte Bank Kuwaits, das „Kuwait Finance House“.

Das Türkeirisiko von „Kuwait Finance House“ liegt bei 28 Prozent und das von NBD bei 16 Prozent ihrer Vermögenswert, so Fitch.

Weitere Banken aus dem GCC („Gulf Cooperation Council“) leiden ebenfalls, wenn auch nicht so stark. Zum GCC gehören Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).

Fitch hat die Engagements in der Türkei der GCC-Banken immer kritisch gesehen und sieht sich nun bestätigt. Die größten Probleme seien Währungsverlusten durch die Abwertung der Lira, also der Inflation. Die kumulierte Inflation seit 2018 liegt bei 100 Prozent.

Erdogan: Zinserhöhung ist die Mutter allen Übels

Als Grund für diesen Sturzflug der Lira sehen Experten die fehlende Zinserhöhung der Zentralbank, die auf Druck von Präsident Erdogan nicht durchgeführt wurde. Erdogan bezeichnete Zinserhöhungen als die „Mutter allen Übels“. Präsidenten der Zentralbank, die dem widersprachen, wurden von Erdogan ausgetauscht. So hat die türkische Zentralbank in den letzten zwei Jahren vier Vorsitzende gehabt.

Zinserhöhungen sind notwendig, um in einer schnell wachsenden Wirtschaft die Inflation abzukühlen. Weitere Faktoren, die die türkische Wirtschaft belasten, sind ein sich verschlechterndes Leistungsbilanzdefizit, schrumpfende Devisenreserven sowie steigende Energiekosten.

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