Autoindustrie plädiert für freien, fairen Handel mit China

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Frankfurt (Reuters) - Die deutsche Autoindustrie warnt angesichts der von der EU angekündigten Importzölle auf Elektroautos aus China vor Protektionismus.

Fairer und freier Welthandel treibe Innovationen und Wachstum, erklärte Mercedes-Chef Ola Källenius am Mittwoch. "Was wir nicht gebrauchen können, als Exportnation, sind steigende Handelshindernisse." Diese sollten im Sinne der Welthandelsorganisation abgebaut werden. "Ich bin gegen zollbasierte Politik - das kann zu einer Kettenreaktion führen", warnte auch der Chef des weltweit größten Autozulieferers Bosch, Stefan Hartung, im Vorfeld der erwarteten Zollankündigung der EU im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Höhere Importzölle könnten das Wirtschaftswachstum bremsen und die Inflation befeuern, was große Teile der Bevölkerung treffe.

Trotz aller Warnungen aus der Wirtschaft kündigte die EU höhere Importzölle auf Elektroautos aus China an. Das Außenministerium in Peking ließ durchblicken, darauf mit Gegenmaßnahmen zu reagieren. Der europäische Autoverband ACEA erklärte, freier und fairer Handel bedeute, es müssten gleiche Bedingungen für alle Wettbewerber gelten. "Der europäische Automobilsektor braucht vor allem eine solide Industriestrategie für die Elektromobilität, um weltweit wettbewerbsfähig zu sein", erklärte ACEA-Generaldirektorin Sigrid de Vries.

China ist der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Autobauer, und etwa die Hälfte der aus China importierten Pkw stammt von europäischen Herstellern, die in China Autos produzieren. Mercedes-Benz wies darauf hin, dass alle in China gebauten Autos nur dort verkauft würden.

Auch für Bosch ist die Volksrepublik ein sehr wichtiger Markt. Mit 17 Milliarden Euro erzielten die Schwaben dort zuletzt fast ein Fünftel ihres Jahresumsatzes. Der größte Teil davon stammt aus der Autozulieferung - die Technik des Weltmarktführers steckt in vielen Fahrzeugen aus China. Als Kunden seien ihm die chinesischen Hersteller deshalb genauso lieb wie die westlichen, betonte Hartung. "Ich mag alle Kunden."

Der chinesische E-Autobauer Nio kritisierte den EU-Vorstoß. "Dieser Ansatz behindert den globalen Umweltschutz, die Emissionsreduzierung und die nachhaltige Entwicklung eher, als dass er sie fördert", teilte das Unternehmen mit. Nio wolle dennoch in Europa weiter Autos verkaufen und hoffe auf eine Lösung, da die Zolluntersuchung noch nicht abgeschlossen sei.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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