Noch keine Hinweise auf bevorstehende Einigung in Gaza-Gesprächen

Reuters · Uhr

Kairo/Jerusalem (Reuters) - Bei den Verhandlungen über eine Feuerpause im Gazastreifen hat sich am Wochenende keine Einigung abgezeichnet.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Sonntagabend, ein solches Abkommen müsse Israel die Möglichkeit geben, seine Kämpfe bis zum Erreichen aller Kriegs-Ziele fortzusetzen.

Am Samstag hatte die Hamas eine zentrale Forderung fallen gelassen, wonach sich Israel vor Unterzeichnung eines Abkommens zu einem dauerhaften Waffenstillstand verpflichten muss. Stattdessen würden nun Verhandlungen zugelassen, um dies während der sechswöchigen ersten Phase des Abkommens zu erreichen, sagte ein Hamas-Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Netanjahu sollte noch am Sonntag Beratungen über die nächsten Schritte bei den Verhandlungen über den Drei-Phasen-Plan führen. Dieser war im Mai von US-Präsident Joe Biden vorgelegt und von Katar und Ägypten vermittelt worden. Er zielt darauf ab, den Krieg zu beenden und rund 120 israelische Geiseln freizulassen, die im Gazastreifen festgehalten werden.

Netanjahu erklärte am Sonntagabend, ein Abkommen müsse auch den Waffenschmuggel an die Hamas über die Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten verbieten. Darüber hinaus dürfe die Rückkehr Tausender bewaffneter Kämpfer in den nördlichen Gazastreifen nicht zugelassen werden. Als allgemeine Kriegsziele hat Netanjahu bislang stets die Zerschlagung der militärischen und regierungstechnischen Kapazitäten der Hamas sowie die Rückgabe der Geiseln bezeichnet.

Am Mittwoch soll einem Insider zufolge der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, William Burns, in Doha mit dem katarischen Ministerpräsidenten sowie den Chefs der Geheimdienste aus Israel und Ägypten zusammentreffen. Der ägyptische Nachrichtensender Al Qahera News TV berichtete, Burns werde diese Woche zusammen mit einer israelischen Delegation auch Kairo besuchen.

In Israel selbst protestierten am Sonntag tausende Menschen, um die Regierung zu einem Abkommen zur Freilassung der Geiseln zu bewegen. Die Demonstranten blockierten Straßen und bildeten Mahnwachen vor den Häusern von Ministern. Wichtige Kreuzungen waren zur Hauptverkehrszeit zeitweise unpassierbar.

(Bericht von Nidal al-Mugjrabi und Maayan Lubell, geschrieben von Ralf Bode, redigiert von Reinhard Becker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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